Nichts vergessen, nichts vergeben!

Anlässlich der Befreiungsfeier in Mauthausen

Flugblatt, Mai 2004

Staatlich geplanter und angeordneter, industriell organisierter, bürokratisch ge­re­gelter und mit der Gewissen­haftigkeit von Vorzugs­schülern durchgeführter, eiskalter Mas­sen­mord war ein unvergleichliches Merkmal des NSFaschismus. Zur Durch­führung dieses Zwecks haben die Nazis seit 1933 in Deutschland, seit 1938 in den von ihnen besetzten Ländern und noch einmal verstärkt seit ihrem Überfall auf die sozialistische Sowjet­union 1941 zahl­reiche KZs und Ver­nich­tungs­lager betrieben. Haupt­be­trof­fene des sys­te­ma­ti­schen NS-Terrors waren Jüd­in­nen und Juden, an­ge­hörige sla­wi­scher Völker, ins­be­sondere sowjetische Kriegs­gefangene, Roma und Sinti, behinderte Menschen, Homosexuelle, sogenannte „Asoziale“ und an­dere Minder­heiten. Als erstes nahmen sich die Nazis, nachdem ihnen die zentrale Staats­macht vom deutschen Mo­no­pol­kapital zugespielt worden war, die deutsche Arbeiter/innen-Bewegung vor.
Bis heute wird die faustdicke Lüge verbreitet die deutsche/öster­reichische Bevöl­kerung, ja sogar die Angehörigen der NS-Wehrmacht hätten vom NS-Terror nichts gewusst. Dabei ist es genau umgekehrt: Erst massenhafte Kom­plizen­schaft seitens der Zivilbevölkerung und der Wehrmacht mit den NS-Tätern hat die an Grausam­keit nicht zu überbietende Qualität des NS-Terrors möglich gemacht. Die Errichtung von Lagern wurde unter der NS-Herrschaft öffentlich bekanntgemacht. „Hier werden die gesamten kommunistischen und soweit dies notwendig ist, Reichs­banner- und sozial­demo­kratischen Funktionäre, die die Sicher­heit des Staates ge­fährden, zu­sam­men­ge­zogen … Im In­teres­se der Sicher­heit des Staates müs­sen wir diese Maß­nahme tref­fen ohne Rück­sicht auf klein­liche Be­den­ken.“ (Nazi-Zeitung „Völkischer Beobachter“ vom 21.3.1933 zur In­betrieb­nahme des KZ Dachau.) So wie heute jede/r weiß, dass der ös­ter­reich­ische Im­pe­ria­lis­mus im Begriff ist exterritoriale Ge­fäng­nis­se zu er­richten, so wusste damals jede/r von den KZs und Ver­nich­tungs­la­gern. Mil­lionen von Naziopfern wurden wie Vieh zusammengepfercht von der deutschen Reichsbahn zu den v.a. in Osteuropa ge­le­genen Ver­nich­tungs­la­gern (z.B. Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Belzec usw.) trans­por­tiert. Solche Transporte wurden sogar in offiziellen Fahr­plänen aus­ge­wiesen.
Trotz den un­vor­stell­bar schwierigen Be­din­gun­gen, unter denen die Häft­lin­ge in den KZs und Ver­nich­tungs­la­gern zu ve­ge­tieren ge­zwun­gen waren, wurden auch dort Formen organisierten Wider­stands entwickelt. Für Kom­munist/innen ist die äußerste Illegalität kein Anlass, ihren gerechten Kampf einzustellen. Z.B. hat die damals noch revolutionäre KPÖ durch die ganze Nacht der NS-Her­rschaft hindurch auf österreichischem Gebiet organisiert gearbeitet, während die SPÖ im Land ihre or­ganisierte Tätig­keit eingestellt und viele So­zial­demo­krat/innen in Re­sig­na­tion ver­sun­ken sind. In den Lagern wurden Wi­der­stands­or­ga­ni­sa­tio­nen auf­ge­baut, deren Lei­tun­gen Kommunist/ innen aus allen vorhandenen Nationen angehörten. Sie kämpften im Zeichen der internationalen Solidarität für die Verbes­serung der Le­bens­be­din­gun­gen, um die Kampf­be­reit­schaft zu erhöhen, um Häft­lings­leben zu ret­ten. Sie be­kämpf­ten die Nazi-Propaganda und or­ga­ni­sier­ten streng il­legale Veran­stal­tun­gen um den Le­bens­wil­len auf­recht zu erhalten.
Sie wiesen Bestechungsversuche zurück (auch in den Lagern selbst wurden die An­ge­hö­ri­gen der ver­schiedenen Nationen ge­gen­ein­ander auf­ge­hetzt, Bor­delle ein­ge­richtet usw.) und weigerten sich andere Häftlinge zu schlagen und zu ermorden. Sie organisierten Arbeits­ver­weigerung und Sa­bo­tage in der Rüs­tungs­pro­duk­tion. Sie be­kämpften das Spitzel­wesen in ihren eigenen Reihen. Sie organisierten Flucht­ver­suche und bereiteten den bewaffneten Aufstand als höchste Kampf­form vor. In Maut­hausen konnte aufgrund der vor­bild­lichen inter­na­tio­nalis­tischen Hal­tung vor allem der sowje­tischen und spanischen Kom­mun­isten eine internationale Kampf­grup­pe, die auch die Vor­be­rei­tung eines Auf­standes or­ganisierte, auf­gebaut werden. Als die Wach­mann­schaften vor der an­rücken­den Roten Armee und den US­amerikanischen Trup­pen in die Wälder der Umgebung flüchteten, übernahm die Häft­lings­kampf­gruppe den bewaffneten Selbstschutz.

  • Ewiger Ruhm den Kämpfer/innen gegen den Hitlerfaschismus!

  • Kampf dem Sozialraub, der Militarisierung und dem Demokratieabbau!

  • Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus!

  • Die faschistische Gefahr geht vom bürgerlichen Staat aus!

  • Aus dem Wissen und der Empörung über die Verbrechen des Nazi-Faschismus revolutionäre Kraft schöpfen!

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