Archiv für den Monat November 2005

Revolte in Frankreich: Wir stehen den Rebellen bei!

In den letzten 2 Wochen hat eine massive Revolte die französische Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert. Diese Rebellion, getragen hauptsächlich von Minderheiten-Jugendlichen aus der Arbeiterklasse, begann am 27. Oktober im Pariser Vorort Clichy-sous-Bois, als eine Gruppe junger Männer, nachdem sie den Nachmittag mit Fußballspielen verbracht hatten, nach Hause gingen und eine Wagenladung von Polizisten an sie herantrat – die berüchtigte BAC, eine Spezialeinheit, die stolz auf ihren Ruf ist, Immigranten und Jugendliche zu schikanieren und brutal zu behandeln. Als sie vor dem drohenden Polizeiangriff flohen, versuchten sich 3 von ihnen in einer Elektro-Station zu verstecken. Obwohl die Polizei wusste, dass die 3 in Lebensgefahr schwebten, dauerte es eine Stunde, ehe der Strom abgestellt wurde und die Feuerwehr kam, um sie zu retten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei der Jugendlichen tot und der Dritte schwer verletzt. Als sich die Nachricht vom Tod der 2 Jugendlichen verbreitete, begannen Gruppen von anderen Mülltonnen und Autos in Brand zu stecken und Steine auf die Polizei zu werfen.
In den folgenden Tagen nannte der französische Innenminister Nicolas Sarkozy die Jugendlichen aus den Cités (den vorstädtischen Wohnprojekten) öffentlich racaille , Pöbel oder Unterklassen-Abschaum, gegen den er bereits „einen Krieg ohne Gnade“ oder ihn „hinaus zu säubern“ versprochen hatte. Diese Äußerungen eines führenden Regierungsvertreters und reaktionären Hardliners wurden von Jugendlichen im ganzen Lande, wie auch von vielen anderen, als direkte Herausforderung aufgefasst. Kurz darauf feuerte die Polizei unter seinem Kommando eine Tränengas-Granate in eine von Gläubigen gefüllte Moschee, die eine wichtige Nacht des Ramadan, des heiligen moslemischen Monats, feierten. Das war zu viel, und anstatt auszusterben, verbreitete sich die Rebellion über das ganze Land. Nacht für Nacht wurden Hunderte von Autos, aber auch Polizeiwachen, Regierungsbüros und andere Symbole des Systems angegriffen und angezündet. Eine ganze Generation von denen, die in der Gesellschaft ganz unten sind, von denjenigen, für die das System keine Zukunft – oder auch nur das falsche Versprechen einer Zukunft – bereithält, hat die Fassade des Normalen mit einer kompromisslosen, radikalen Rebellion erschüttert, wie sie schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen worden ist.
Die Behörden haben vergeblich versucht, irgendeine Person, Organisation oder Kraft zu finden, die „hinter der Unruhe steckt“. Das sind „Gangster“, „Fundamentalisten“ oder „Drogendealer“ – irgendwer oder irgendetwas muss verantwortlich gemacht werden. Das heißt, alles und jedes außer der wirklichen Ursache: ihr kapitalistisches/imperialistisches System. Hunderte von Jahren kolonialer Ausbeutung, gefolgt von Jahrzehnten neo-kolonialer imperialistischer Vorherrschaft haben diese Jugendlichen und/oder ihre Eltern aus den ärmsten Ländern der Welt in die europäischen Metropolen getrieben. Wenn sie überhaupt Jobs finden können, ist es die am schlechtesten bezahlte, gefährlichste und schmutzigste Arbeit, die für sie reserviert ist. In Frankreich gehören fast 50% dieser Jugendlichen zu den Dutzenden von Millionen von Menschen in ganz Europa, die an den Rand gedrängt worden sind, weil dieses System sie nicht mehr profitabel beschäftigen kann. Sie sind in Frankreichs Vorstadt-Ghettos zusammengedrängt worden, wo sie rassistischer Diskriminierung, Misshandlung durch die Polizei, dem Ausschluss von Bildungsmöglichkeiten und zahllosen Formen offizieller Missachtung und Geringschätzung ausgesetzt sind. Jetzt sagen sie: ES REICHT!
Es ist nutzlos und geht am Punkt vorbei, näher auf die „Mängel“ ihrer Rebellion einzugehen. Dies ist eine spontane Revolte von denjenigen, die ganz unten sind, die auf die Bühne der Geschichte getreten sind, selbst wenn sie noch nicht die Möglichkeit hatten, ihr politisches Verständnis voll zu entwickeln, ihre politische Führung zu schaffen und einen strategischen Weg zu bestimmen. Natürlich machen sie mancherlei Fehler und natürlich sind die Autos, die auf den Straßen der Cités parken, nicht der wirkliche Feind. Doch wie ein Jugendlicher bemerkte: „Wir stecken Autos in Brand, Monsieur, weil Autos am besten brennen.“ Es ist ihre Art und Weise – zumindest zur Zeit – dem System und denjenigen, die es lenken, zu zeigen, dass sie sich weder mit den Regeln abfinden, noch zulassen, dass sie zum Schweigen gebracht werden. Wie auch immer sich die Dinge von diesem Punkt aus entwickeln werden, ist ihre Rebellion schon jetzt zu einer Aktion historischen Ausmaßes geworden. Sie hat der ganzen Welt vor Augen geführt, wie zerbrechlich der „soziale Friede“ in Westeuropa in Wirklichkeit ist und wie machtvoll die explosiven Kräfte der Veränderung von unten wirklich sind, wenn sie einmal entfesselt sind.
Wir rufen alle, die die Ungerechtigkeit und Ungleichheit sehen, auf die das gegenwärtige System und die gegenwärtige Gesellschaft gebaut sind, alle, die sich nach einer anderen Welt sehnen, eine Welt frei von jeder Form von Ausbeutung und Unterdrückung, an diesem bedeutenden Wendepunkt zusammen mit der VWBW zu sagen: Wir stehen den Rebellen bei!

  • Nord, Süd, Ost und West: Vereinigt die Volkskämpfe!

Provisorischer Organisationsausschuss (Europa)
Volkswiderstandsbewegung der Welt (November 2005)

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So kann das doch nicht weiter gehen! Das ist ein Aufruf zur Revolution!

Dieses kapitalistische imperialistische System hat sichüberlebt. Auf der einen Seite produziert es ungeheuren Reichtum, auf der anderen ungeheure Armut und Zerstörung. Wir sehen den Reichtum und wenn wirüberlegen wissen wir: das also wäre möglich, beispielsweise: dass alle Menschen auf der Welt genug zu essen haben, ein Dachüber dem Kopf, Kleidung, die Möglichkeit lesen und schreiben und rechnen zu lernen und sich weiterzubilden, die Möglichkeit sich zu erholen… Auf der anderen Seite aber sehen wir die Armut, die hervorgebracht wird; jeden Tag aufs Neue sehen wir, was für ein Scheiß-System das ist, in dem wir leben: Wenn täglich abertausende an Hunger sterben, wenn die Erwerbs-Arbeitslosenrate in den reichsten und entwickeltsten Ländern um die 15% liegt, wenn jeden Tag (schon) in den (bürgerlichen) Medien steht, dass die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander geht, wenn ich in die Hackn geh und mir denk, was für ein verpfuschtes Leben ich hab, aber keine Möglichkeiten sehe, etwas zu verbessern, wenn für die Profite der größten Kapitalisten unsere Lebensgrundlagen zerstört werden, wennüberhaupt alles dem Streben nach mehr und mehr Profiten für eine winzige Minderheit untergeordnet wird, wenn in Kriegen Millionen Menschen umgebracht und in die Flucht getrieben werden, letztlich damit einige wenige gut davon leben können–das ist doch Grund zu schreien, das ist doch Grund nachzudenken, das ist doch Grund, etwas dagegen zu unternehmen.
Das sind doch Gründe und höchste Zeit, dieses System endlich abzuschaffen. Eine Revolution muss her–allein: zu vielen fehlt der Glaube und die Zuversicht an die Möglichkeit.Übermächtig scheinen die Mächtigen–aber es ist möglich, dass wir sie stürzen; nur wir können das tun, Menschen werden das tun, und niemand für uns.
Die Geschichte hat gezeigt: immer wieder haben Unterdrückte gegen die herrschenden Verhältnisse gekämpft und versucht, die Mächtigen zu stürzen. Auch im kapitalistischen System hat es schon viele Versuche gegeben, die herrschende Kapitalistenklasse in einer Revolution zu stürzen. Zum Beispiel:
1871 haben es die Pariser Kommunard/innen bewiesen: nach dem Sturz der herrschenden Klasse ist die Organisierung eines wahrhaft demokratischen, nämlich proletarisch-demokratischen Gemeinwesens möglich – wo es keine Ausbeuter mehr gibt, wo die tätigen Mitglieder der Gesellschaft sich selbst regieren–dabei müssen bestimmte Grundsätze beachtet werden.[1]
Die russischen Bolschewiki haben es 1917 bewiesen: der Sturz der Herrschenden ist möglich, wenn wir es verstehen, den rechten Augenblick zu nützen, und möglichst viele Leute geplant und gemeinsam kämpfen; der sozialistische Aufbau kann begonnen werden, auch unter schwierigen Bedingungen.
Die chinesischen Kommunist/innen haben es uns mit der Kulturrevolution 1966 gelehrt: Die Revolution hört nicht auf mit dem Sturz der Kapitalistenklasse und der Machtübernahme durch die vormals ausgebeuteten Proletarier und ihrer Verbündeten. Die Revolution will verteidigt und immer wieder erneuert werden, damit sie nicht verkrustet. Wesentlich ist, dass wir wach und aufmerksam bleiben, denn es muss verhindert werden, dass wieder eine neue Ausbeuterklasse an die Macht kommt.
Wir wissen auch dann, wenn sich ständig allesändert: Die Revolution kommt nicht von selbst und ist nicht dem Zufallüberlassen, auch wenn in ihr vieles unvorhergesehen geschieht. Sicher ist: es werden Menschen sein, die das Werk ihrer Selbst-Befreiung vollbringen; und es wird die Klasse der Proletarierinnen und Proletarier sein, die die Führungsrolle in dieser Revolutionübernimmt–selbstverständlich mit Bündnispartnern, aber die Proleten dürfen die Führung in der Revolution nicht aus der Hand geben, sondern müssen konsequent bleiben.
Wir wissen auch: Es braucht einen guten Plan, um die Machtübernehmen und halten können–nicht aus Machtgier, sondern um die Ausbeutungsverhältnisse abschaffen zu können, brauchen die Proleten die Macht im Staat–nicht um den Staat auszubauen und die Bürokratie aufzublähen, indem sie sich selbst auf die wichtigen Posten setzen und Pfründe abschöpfen, nein, damit der Staat selbst nach und nachüberflüssig wird, dann, wenn die letzten hartnäckigen Reste der alten Klassengesellschaft abgestorben sind.
In diesem Ziel–Ausbeutung und Staat abzuschaffen–sind sich viele Befreiungsideologien einig. Indes sagen wir Kommunist/innen: Weil wir realistischer sind, betonen wir die Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats. Denn: Nicht sofort nach der Revolution wird alles wunderbar sein, wir brauchen nachher einen Apparat, um die alten Ausbeuter niederzuhalten. Der wissenschaftliche Kommunismus ist eben nicht bloßIdeologie, er ist auch Wissenschaft, das heißt Werkzeug und Mittel zum Verständnis und zur Analyse der bestehenden Verhältnisse und zur Entwicklung von Perspektiven und Möglichkeiten für die Zukunft und so Richtschnur zum Handeln.
Dieses kapitalistische System ist reif, gestürzt zu werden–schon lange, allzu lange. Die Kommunist/innen haben das auch vor 150 Jahren schon behauptet, fast machen sie sich lächerlich mit ihrer ständigen Wiederholung – lächerlich! (Aber es ist nicht zum Lachen).
Trotz der großen Unzufriedenheit vieler, die gezwungen sind in diesem System zu leben und zuüberleben, sehen die Allerwenigsten die Möglichkeit, das System zu stürzen und eine radikal andere Gesellschaft aufzubauen. Der Blick auf diese Möglichkeit ist bei vielen verstellt. Einerseits durch die Bewusstseins-Verkleisterungs- und Antikommunismus-Produktions-Maschinerie der herrschenden Klasse. Diese ist nicht zu unterschätzen und allein schon ein Anlass zu großer Wut: es ist sagenhaft mit welchem Scheißdreck unsere Köpfe gefüttert werden – in Kindergarten und Schule, in Fernsehen und Radio, durch religiöse oder esoterische Lügen…Es ist sagenhaft, welchen Scheißdreck davon jede/r von uns, die im Kapitalismus leben muss, auch selbst wiederholt und wieder weitergibt: du kommst so schwer aus, die Fassade ist so täuschend echt und es ist oft bequemer nicht dahinter zu schauen, oft bist du auch zu müde dazu, nach 40 Stunden Hacken, nachÄrger am Arbeitsamt oder am Sozi, nach einem Wickel mit dem Idioten von Ehemann[2], nach der neuesten Soap-Opera im Fernsehen. Aber der Blick dahinter ist nötig: lass dir den Kopf nicht vernebeln, wehr dich, lass deine Wut heraus, am besten gemeinsam mit anderen: organisier dich!
Heute arbeiten wir Kommunist/innen auch daran, dass sich Bewusstsein dafür entwickelt, dass das eigene Handeln etwas auslösen und bewirken kann, gegen Resignation und Kapitulantentum, dafür dass wir erkennen, dass die (politische) Tat auf unser Bewusstsein wirkt und Bewusstsein und Handeln in untrennbarem Zusammenhang stehen, dass sich das eine durch das andere weiterentwickelt–und auch umgekehrt. Denn wir wollen die Welt verändern, nicht bloßinterpretieren.
Wir arbeiten dafür, dass dieses Handeln ein gemeinsames werde, weil es dann mehr bewirken kann, denn eine gespaltene Arbeiter/innenklasse ist eine geschwächte:
Der Blick auf die Möglichkeit der Revolution ist aber bei vielen auch dadurch und deshalb verstellt, weil die Arbeiter/innenbewegung und mit ihr die kommunistische Bewegung im letzten Jahrhundert durch sehr große Niederlagen hindurchgegangen ist, die noch nicht verkraftet sind – bei weitem noch nicht. Was ist da passiert, dass die Starre dieÜberhand bekommen hatüber das Lebendige?
Immer noch sind wir dabei, zu versuchen zu verstehen und zuüberlegen, wie der sozialistische Aufbau das nächste Mal besser funktionieren kann. Wie kann verhindert werden, dass eine neue Ausbeuter-Klasse an die Macht kommt? Wie kommen wir dahin, dass jede Köchin den Staat regieren kann? Wie kann die Entwicklung in Richtung einer klassenlosen Gesellschaft vorangetrieben werden. Solche und viele andereÜberlegungen, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen werden unverzichtbar für unsere nächsten Versuche sein. Wir müssen sie jetzt anstellen, wir müssen diese Aufarbeitung bewusst und planmäßig vorantreiben. Wir müssen viel diskutieren und wir müssen mit alten Dogmen brechen.
Klar ist uns Kommunist/innen aber jedenfalls: nur eine proletarische Revolution kann imstande sein, die Grundlage für Befreiung zu schaffen. Sicher keine halbherzigen oder auch gutherzigen Reformversuche. Denn die Art von Maßnahmen, wo versucht wird,“Ausgleich“zu schaffen (zwischen den Klassen),“umzuverteilen“und dabei nichtüber die Grenzen des Systems hinauszugehen, dieärgsten Auswirkungen irgendwie abzuschwächen…solche Maßnahmen greifen kurz – sie greifen einerseits nur für kurze Zeit (denken wir anÖsterreich in den 1970ern) und greifen auch zu kurz weil sie zu kurz denken: sie sind nicht radikal–im nationalen Rahmen nicht und international noch weniger.
Deshalb betonen wir: Wir brauchen einen radikalen Bruch. Diesen gilt es vorzubereiten und zu organisieren. Der Bruch, von dem wir reden, die proletarische Revolution, ist nicht nur der Aufstand und der Sturz der Herrschenden selbst (als wäre das nicht schwierig genug). Der Bruch ist (und muss) auch und vor allem ein sehr bewusster Schritt und die ständige Arbeit im eigenen Kopf sein. Das ist eine wichtige Lehre: die Revolution hört nicht mit dem Aufstand auf, sie ist vorher und nachher und am besten beginnen wir jetzt. Oder wie es imManifest der kommunistischen Parteisteht:„Die kommunistische Revolution ist das radikalste Brechen mit denüberlieferten Eigentumsverhältnissen; kein Wunder, dass in ihrem Entwicklungsgange am radikalsten mit denüberlieferten Ideen gebrochen wird.“(MEW Bd. 4, S. 481)

  • [1]Die Pariser Kommune war ein revolutionärer Aufstand und der erste Versuch, einen proletarischen Staat aufzubauen. Wir verdanken ihr herausragende und unverzichtbare Erkenntnisse. Die Kommune ersetzte das bürgerliche Parlament durch eine Körperschaft, bestehend aus Pariser Arbeiter/innen, die sowohl gesetzgebende als auch vollziehende Gewalt hatte. Das heißt ihre Mitglieder waren auch für den Vollzug der beschlossenen Gesetze verantwortlich. Denen, die sie gewählt hatten, waren die Abgeordneten rechenschaftspflichtig, und sie waren jederzeit absetzbar. Die Kommune war ein Rätesystem, das sich später in Russland weiterentwickelte. Unter ihrer Herrschaft wurde die allgemeine Volksbewaffnung eingeführt, das stehende Heer abgeschafft. Die Polizei unterstand der Kontrolle durch das Volk, Richter und Beamten wurden von den Arbeiter/innen gewählt und sie erhielten auch nicht mehr Lohn als ein Arbeiterlohn ausmachte, Schulbesuch war fortan unentgeltlich, die Kirchen wurden enteignet, Staat und Religion strikt voneinander getrennt. Ein Fehler der Kommune war ihr zu nachsichtiges Vorgehen gegenüber der Bourgeoisie, die sie abgesetzt hatte, denn die Herren und Damen durften einfach abziehen. Paris wurde darauf von Regierungstruppen umzingelt und im Verlauf der Kämpfe unterlag die Kommune, etwa 25.000 Kommunard/innen wurden dabei getötet. Wer sich näher mit der Pariser Kommune befassen will, dem sei insbesondere„Der Bürgerkrieg in Frankreich“von Karl Marx ans Herz gelegt.
  • [2]An dieser Stelle wird auf die bestehenden patriarchalen Verhältnisse als Teil des Unterdrückungssystems hingewiesen. Frauen, die sich wehren und organisieren wollen, stehen dabei vor größeren Barrieren als Männer, was unter anderem oft auch dazu führt, dass sie in kommunistischen Organisationen in der Minderheit bleiben bzw. auch hier„unsichtbare“Arbeiten ausführen und ihre Positionen in Bewegungen und Befreiungs-Kämpfen zu wenig vorkommen oder dass sie nach einer Etappe der aktiven Teilnahme am Kampf wieder„zu Haus“verschwinden. Es soll nicht nahe gelegt werden, dass die Möglichkeit nicht bestünde, dass sich Männerüber ihre Ehefrauen berechtigtärgern können. Wir verweisen für längere Ausführungen zu Patriarchat und den Kampf dagegen auch auf die„Thesen zur Frauenbefreiung“von der Komak-ml.

REGIERUNG ZERSCHLAGEN – BAHN WÄHLEN! Solidarität mit den kampfbereiten Eisenbahnern!

Im November 2003 haben sich Gewerkschaft und Regierung nach langen, zähen Verhandlungen und einem offensichtlich sehr wirkungsvollen Streik der Eisenbahner – den sollte man keinesfalls unerwähnt lassen oder vergessen! – darauf geeinigt, dass das Dienstrecht der Eisenbahner nicht angegriffen werden dürfe. Unterschrieben haben von Regierungsseite Herr Gorbach, Herr Kukacka und die Klubobleute der Regierungsparteien. Die Warnungen von Seiten der Gewerkschaftsspitzen sowie auch der Arbeiterkammer-Wirtschafts-Experten, wonach die neue Bahn-Umstrukturierung größte Probleme mit sich bringen werde, wurde von der österreichischen Regierung in den Wind geschlagen. Die Eisenbahner wussten es besser als die „ahnungslose“, böswillige Regierung, dass diese damals geplante und heute bereits umgesetzte Umstrukturierung einer Quasi-Zerschlagung der Österreichischen Bundesbahnen gleichkommt. Die Folgen dieser eigenwilligen Regierungsmaßnahmen spürt das ÖBB-Management schon heute, und ideenlos, wie Manager nun einmal sind, fällt diesen nichts „gewiefteres“ ein als nach Möglichkeiten zu suchen, Mitarbeiter zu entlassen .
– gelernt im Management-Kurs/Grundstufe 1A
– und wissen sich nichts Besseres als sich wie Muttersöhnchen an die Regierung selbst zu wenden. Wo aber Deppen sich finden, findet sich auch immer ein weiterer, und der vertritt die Regierung, ist der „zuständige“ Minister, und er heißt Gorbach. Ihn braucht man der Bevölkerung gar nicht mehr vorzustellen, denn als Freund der Frächter ist er schon allseits entlarvt – Warum also nicht die Bahn zerschlagen? -, und vielleicht hat er ja auch so etwas wie eine exorbitante Vision, ein Teilstück der Bahn zum Testgelände seines Tempolimits 160 umzugestalten – man weiß schließlich nie, zu welchen Absurditäten ein Mensch aus Regierungskreisen, man sage nur: Haider-Schüssel, fähig ist.
Aber auch das Management ist allseits bekannt, zwar nicht unbedingt namentlich, dazu ist es wohl nicht wichtig genug – Management kommt, Management geht! -, aber seine Methoden kennt man durchaus. Das Management besteht aus jenen Einfaltspinseln, aus denen sich die so genannten Kranksanierer rekrutieren, welche mit Bilanzzahlen jonglieren, damit sich nicht wenige Scheinchen in den eigenen Taschen wiederfinden. Um solches zu bewerkstelligen, lautet die erste und leichtest zu merkende Regel: Kündigung. Der Lohn, den der Eisenbahner einbüßt, wenn man ihn auf die Straße setzt, liegt quasi als Geld daselbst. Oder kann sonst vielleicht jemand sagen, wie anders die Direktoren und Vorsitzenden und alle anderen ach so verdienstvollen Vorstandsmitglieder zu Geld kommen, wenn sie’s doch offensichtlich nicht erwirtschaften?! Und weiter gefragt: Wer finanziert die Regierung? Und noch weiter gefragt, wer wird denn den Eisenbahner, wenn er arbeitslos ist, bezahlen? Woher kommen denn die Gelder der Arbeitslosenversicherung? Gibt es nicht schon zu viele Arbeitslose?
Das Management beteuert, dass die Leute von den ÖBB derart gute Ausbildungen haben, dass es ihnen leicht falle, andere Arbeit zu finden. Ja, das Management unterstütze geradezu mit eventuellen Kündigungen, dass sich seine Mitarbeiter weiterentwickeln würden, verändern, zu neuen unentdeckten Ufern aufbrechen. Gehen wir auf diesen Zynismus gar nicht näher ein! Wir glauben nämlich sehr wohl, und ganz wie es das Management sagt, dass die Kolleg/innen der Österreichischen Bundesbahnen eine ausgezeichnete Ausbildung genossen haben. Aber wie oft hat man schon in den Stellenanzeigen lesen können: „Eisenbahner dringendst gesucht“?
Im Übrigen gilt dieser viel diskutierte „Kündigungsschutz“ mit Stichjahr 1996 ja gar nicht mehr, und jenen, die bereits davor von den ÖBB eingestellt wurden, können weder Management noch Regierung – ohne sich einer schweren Rechtsverletzung schuldig zu machen – so einfach in den Vertrag pfuschen. Gleichzeitig mit der Forderung, den Kündigungsschutz allgemein aufzuheben, werden von Seiten des Managements Forderungen laut, dass man Frühpensionierungen in Zukunft zurückstellen könne, wenn die Beschäftigten am Arbeitsplatz gebraucht würden. Das offenbart die argumentative Schwäche und bodenlose Dummheit der Obrigkeit (z. B. Martin Huber, Hubert Gorbach und Kompanie).
Um nun aber auch die geehrten Kund/innen der Bahn einmal aufzuklären, muss gesagt sein, dass die Eisenbahner ganz entgegen den Behauptungen der Manager und den plumpen Lügen der Regierung schon längst – Zauberwort: – flexibilisiert sind. Man kann aber natürlich nur einen Versetzungswilligen woandershin versetzen, wenn er da, wo er gerade ist, auch nicht mehr gebraucht wird. Ist dies nicht der Fall, so wird man mit einer Kündigungsdrohung kaum etwas erreichen, es sei denn, im Falle der Verwirklichung, dann aber steht die Bahn für längere Zeit als für die Dauer eines Streiks still. Aus purem Egoismus schon muss man sich also mit den Eisenbahnern solidarisieren! Wenn der Rechtsverdrehungsexperte, Nationalratspräsident Khol behauptet, die ganze Nation stehe hinter Minister Gorbach, konstruiert er allerdings nur eine Nation der Bonzen und Deppen. Und wenn auch nur ein Autofahrer meinte, der Streit um eine funktionierende Bahn ginge ihn nichts an und er selbst werde sowieso nie mit der Bahn fahren, so sei er – mit einem zugedrückten Auge über der derzeitigen geschmacklosen Werbekampagne der ÖBB – trotzdem daran erinnert, dass wir leider immer noch in einem kapitalistischen Land leben, in dem nur die Konkurrenz die Preise drücken kann – auch die Benzinpreise.
Im Übrigen ist es auch schon vielen in der Bevölkerung klar geworden, wie gar-nicht die Regierung zu ihrem Wort steht und dass es den Oberen und Regierenden keinesfalls um Abbau irgendwelcher Privilegien geht. Sie genießen sie ja weiterhin! Es geht ganz einfach um die Zerschlagung der in zähen Verhandlungen, wie auch in schweren Arbeitskämpfen, erworbenen Rechte der Arbeiterschaft. Schön eins nach dem anderen! Immer kommt eine andere Berufsgruppe bzw. Wirtschaftssparte dran. Heute sind es die Eisenbahner. Wenn Hubsi Gorbach eine Volksabstimmung über den Kündigungsschutz der Eisenbahner will, so antworten wir: Wir sind bereit für eine Volksabstimmung – aber nicht auf dem Papier, sondern in guter Tradition mit erhobener Faust!


Wir verbreiten unsere Flugblätter seit 1995 v.a. unter Arbeiter/innen der Großindustrie; seit 2001 geben wir die“Proletarische Rundschau“heraus. Unser Ziel ist eine Gesellschaftsordnung ohne Klassen, ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Dazu muss die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter eine eigene Kampfpartei aufbauen, die Macht erobern, die Besitzer der Produktionsmittel enteignen und den Klassenkampf fortsetzen, bis alle Reste der bürgerlichen Ordnung verschwunden sind. Deswegen sind wir Kommunist/innen undnichtin der KPÖorganisiert.

Bürgerliche Demokratie und Faschismus sind zwei Methoden den Kapitalismus aufrecht zu erhalten

Is mir doch wurscht , ob der Pass computer lesbar ist, ob an jeder Ecke eine Videokamera hängt, jede Geldbewegung und jedes Te lefonat genau registriert wird – ich hab doch eh nix angestellt!“ ist leider eine weit verbreitete Meinung.
Viele erkennen noch nicht, dass die Herrschenden den demokratischen Spielraum für jede/n einzelne/n ständig verengen. So­ bald Kämpfe geführt werden, reagieren auch die Herrschenden mit Verfolgung der „Rädelsführer“ von Arbeitskämpfen, Jugendbewegungen, sozialen Bewegungen usw., denn alle Aktivitäten sind schnell „strafbar“, wenn sie den Herrschenden nicht passen. Wenn demokratische Rechte beschnitten werden, sind das Faschisierungsschritte, die wir auf jeden Fall bekämpfen müssen .
Die österreichische Arbeiter/innenklasse hat eine große Tradition des antifaschistischen Kampfs, nicht nur gegen den Nazi-Faschismus, sondern auch gegen den christlichen Austro-Faschismus Anfang der 30er Jahre. Nur im konsequenten Kampf gegen den Abbau unserer demokratischen Rechte und gegen Faschistenbanden können wir Fortschritte im Kampf für die Organisie­ rung der Arbeiter/innenklasse zum Sturz der kapitalistischen Herrschaft machen. Die bürgerliche Gesellschaftsordnung treibt im­ mer wieder den Faschismus hervor, wenn die Herrschenden keinen anderen Weg sehen. Auch deshalb muss die Macht der Kapitalisten in der sozialistischen Revolution gebrochen werden.

Was ist eigentlich Faschismus?

Der Faschismus ist – ebenso wie die bürgerliche Demokratie – eine Form bürgerlicher Klassenherrschaft im Zeitalter des Imperialismus, dem letzten und höchsten Stadium des Kapitalismus. Faschismus und Kapitalismus gehören folglich untrennbar zusammen, ähnlich wie Gewitter und dunkle Wolken. Der Philosoph Max Horkheimer hat es folgendermaßen formuliert: „Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen.“ Der Faschismus als Herrschaftsform des Monopolkapitals ist wesentlich durch die Mittel exzessiver Gewalt und des Betrugs gekennzeichnet. Der Faschismus ist Ausdruck des Unvermögens der herrschenden Klasse im Monopolkapitalismus, die Volksmassen, insbesondere die revolutionäre Arbeiter/innen-Bewegung, mit den Mitteln der bürgerlichparlamentarischen Demokratie dauerhaft niederzuhalten. Der Faschismus an der Macht beseitigt die bürgerlich-demokratischen Freiheiten und übt einen hemmungslosen Terror gegen alle demokratischen und fortschrittlichen Kräfte aus, in erster Linie gegen die Arbeiter/innen-Bewegung. Der faschistische Terror zielt – zusammen mit hemmungsloser Demagogie – darauf ab, den Klassenantagonismus des bürgerlichen Staates zu verschleiern und das Klassenbewusstsein der Arbeiter/innen zu zerstören.
Faschistische Kräfte, faschistische Parteien sind im Imperialismus stets vorhanden, weil sie in der bürgerlichen Gesellschaft einen günstigen Nährboden vorfinden und bei Bedarf für die konterrevolutionären Zwecke der herrschenden Klasse zu gebrauchen sind. Insbesondere der grassierende Irrationalismus der spätbürgerlichen Gesellschaft ist eine Hauptquelle der faschistischen Ideologie. Wichtige Elemente faschistischer Ideologie sind Nationalismus, Chauvinismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Antiliberalismus, rückwärtsgewandter „Antikapitalismus“ (der Faschismus an der Macht tritt wohlgemerkt nicht durch antikapitalistische Maßnahmen hervor!), Esoterik usw. Das zentrale Element jeder faschistischen Ideologie ist stets das antiemanzipatorische, das vor allem in einem pathologischen Antikommunismus zum Ausdruck kommt.
Faschistische Kräfte können nur dann zur Macht gelangen wenn sie von der herrschenden Bourgeoisie gestützt werden. Dabei sind faschistische Kräfte aus der Sicht der Bourgeoisie umso attraktiver, desto mehr es den Faschisten gelingt, sich eine Massenbasis zu schaffen. Hauptadressaten der faschistischen Agitation und Propaganda sind die Verlierer des imperialistischen Systems, die auch in den imperialistischen Zentren immer zahlreicher werden. Besonders anfällig für faschistische Ideologie sind kleinbürgerliche Schichten und Arbeiter/innen, die über kein ausgeprägtes Klassenbewusstsein verfügen. Oft wird in der Argumentation nahe gelegt, dass zunehmende Faschisierung geradlinig zur offenen terroristischen Diktatur des Faschismus führt. Das stimmt nur bedingt. Der nicht besonders präzise Begriff Faschisierung bezeichnet eine antidemokratische Tendenz im Zeitalter des Imperialismus. Das Wesen einer Tendenz besteht gerade darin, dass sie nicht ununterbrochen und gleichförmig wirksam ist. Die Möglichkeit der Herrschenden, demokratische Rechte unter bürgerlich-demokratischen Rahmenbedingungen einzuschränken, hängt immer von der potentiellen und der realen Kampfkraft und der Kampfbereitschaft der Arbeiter/innenklasse und der Volksmassen ab. Es gibt zahlreiche Beispiele, die belegen, dass es möglich ist auch im Imperialismus antidemokratische Maßnahmen abzuwehren bzw. demokratische Rechte zu erkämpfen. Die Errichtung einer faschistischen Diktatur geht aber immer mit einer qualitativen Änderung der Herrschaftsform der Bourgeoisie einher (während die ökonomische Basis nicht angetastet wird, sondern kapitalistisch bleibt!). Am Beginn des Faschismus an der Macht steht die pauschale Abschaffung der bürgerlich-demokratischen Errungenschaften und eine schwere Niederlage der Arbeiter/innenklasse und der Volksmassen.

Kampf dem Antisemitismus!

Vor 67 Jahren wurden in der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Deutschland und Österreich tausende Geschäfte und Wohnungen jüdischer Menschen geplündert und zerstört. Allein in Österreich wurden 42 jüdische Bethäuser und Synagogen niedergebrannt oder gesprengt, 27 Jüdinnen und Juden ermordet und 88 schwer verletzt. 6547 Menschen wurden verhaftet und davon 3700 ins KZ Dachau verschleppt.
Am Novemberpogrom 1938, das von den Nazi-Machthabern des deutschen Monopolkapitals in Berlin zentral geplant wurde, beteiligten sich in Wien neben Hitler-Faschisten auch viele „ganz normale“ Wienerinnen und Wiener, die entweder aktiv an den Verbrechen teilnahmen oder die Schläger, Räuber und Mörder mit Gejohle und Applaus anspornten.
Der Kampf gegen Antisemitismus ist wegen der langen Tradition antisemitischer Hetze und Morde in Österreich eine besondere Aufgabe für die demokratischen Kräfte.


Wir verbreiten unsere Flugblätter seit 1995 v.a. unter Arbeiter/innen der Groß­in­dustrie; seit 2001 geben wir die „Proletarische Rundschau“ heraus. Unser Ziel ist eine Ge­sell­schafts­ordnung ohne Klassen, ohne Unter­drü­ckung und Aus­beutung. Dazu muss die Klas­se der Arbeiterinnen und Arbei­ter eine eigene Kampf­partei aufbauen, die Macht erobern, die Be­sitzer der Produktionsmittel ent­eignen und den Klassenkampf fort­setzen, bis alle Res­te der bürgerlichen Ord­nung verschwunden sind. Deswegen sind wir Kommu­nist/in­nen und nicht in der KPÖ organisiert.

Solidarität mit den Streikenden bei Nestle – Philippinen Kundgebung vor der Nestle-Österreich-Zentrale

Seit mehr als drei Jahren und acht Monaten streiken die mehr als 650 Arbeiterinnen des Nestle-Werks auf den Philippinen, südlich der Hauptstadt Manila. Sie fordern die Aufnahme der Pensionskassa in ihre Arbeitsverträge, wozu ein Gerichtsbeschluss aus dem Jahr 2001 Nestle verpflichtet.

Den Streik bei Nestle Philippinen bekämpft das Unternehmen mit allen Mitteln. So wurden rasch ungelernte Arbeiter/innen als Streikbrecher/innen aufgenommen. Dadurch sank die Qualtität der Produktion, mindestens ein Kind kam wegen schlechter Babynahrung um’s Leben. Das Unternehmen bezahlte den Eltern ein „Schmerzensgeld“, um einem Prozeß zu entkommen. Viele Produkte mußten wegen ihrer schlechten Qualität vom Markt genommen werden.
Aufgrund ihrer Einkommensverluste sind inzwischen viele Familien davon bedroht, ihre Wohnungen zu verlieren bzw. mussten bereits ihre Häuser verkaufen.
3.000 Kinder von Nestle-Arbeiterinnen mussten den Schulbesuch abbrechen, um ihre Familien durch Arbeit zu unterstützen. Die Ehefrau eines Streikenden meinte ironisch, dass ihre Kinder jetzt eben mehr Gemüse essen mussten, das sei ja wohl gesund.
Gegen die Streikenden werden neben der Polizei auch private Schlägertrupps eingesetzt, heuer wurden bei einem Überfall auf den Streikposten über 50 Menschen verletzt.
Am 22.9.2005 wurde der Streikführer, Diosdado Fortuna, auf offener Straße erschossen. Die Täter flüchteten auf einem Motorrad. Die Streikenden sind überzeugt davon, dass der Mord im Auftrag von Nestle verübt wurde, die Ehefrau von Fortuna, Luz: „Mein Mann hat keine anderen Feinde außer dem Nestle-Management. Er hat immer gesagt, dass ich mir das Gesicht seines Mörders merken muss.“
Nur wenige Tage zuvor war in Kolumbien ein Gewerkschafter und ehemaliger Arbeiter im dortigen Nestle-Werk, Enrique Romero Molina, mit 40 Messerstichen umgebracht worden.
Das Internet ist voll von Berichten über Arbeitskämpfe bei Nestle, von Frankreich über Polen bis Südafrika.
Die Streikenden bei Nestle Philippinen wünschen sich ausdrücklich, dass ihr Kampf auch in Europa bekannt wird. Deshalb wollen wir eine Kundgebung vor der Zentrale von Nestle Österreich veranstalten. Dafür gibt es gute Gründe.
Nestle läßt auch in Österreich produzieren, in Linz werden Maggi und Instant-Getränke, in Wien-Stadlau Getreide- und Malzkaffee hergestellt.
Seit 1997 ist der Chef des Konzerns ein Österreicher, Peter Brabeck-Letmathe. Der Wiener Bürgermeister Häupl überreichte diesem Herrn, der sich zuletzt im Dokumentarfilm „We feed the world“ rühmte, das Schicksal von 4 Millionen Menschen zu bestimmen, jegliche Arbeitszeitverkürzung ablehnt und den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen propagiert, 2001 im „Haus der Industrie“ den Schumpeter-Preis. Begründung: der Einsatz des Chefs für die sozialen Anliegen seiner Mitarbeiter/innen.
Nestle ist laut „Forbes 500″ der 43.-größte Konzern der Welt mit einem Jahresumsatz von ca. 70 Milliarden Dollar sowie einem Gewinn von über 5 Milliarden. Der Konzern beschäftigt in mehr als 500 Fabriken eine Viertelmillion Arbeiter/innen.
In Österreich sind vor allem die Marken Maggi, Nescafe, KitKat, After Eight, Smarties, Alete und Schöller bekannt. Doch das Unternehmen, das 1867 mit der Produktion von Babynahrung begann – Bereits in den 70er Jahren gab es einen internationalen Boykott gegen Nestle, weil das Unternehmen aggressiv für Babynahrung als Stillersatz warb – hat seine Produktpalette inzwischen radikal ausgedehnt.
Neben Coca Cola, Pepsi und Danone ist Nestle mit einer Jahresproduktion von über 90 Milliarden Litern einer der größten Produzenten von Trinkwasser („Pure Life“). Die Trinkwasserproduktion entzieht nicht nur den Anrainerinnen (z.B. in Brasilien, Pakistan, USA) das Wasser, das sie nunmehr im Supermarkt kaufen müssen, sie verschmutzt zusätzlich die Umwelt, von den nicht recyclebaren Plastikflaschen, in denen das Wasser verkauft wird, ganz zu schweigen. Der Markt für Flaschenwasser ist in den letzten Jahren regelrecht explodiert. 1990 waren 51 Millionen Menschen für ihre Trinkwasserversorgung von privaten Gesellschaften abhängig. 2002 waren es bereits 460 Millionen Menschen, heute wird die Anzahl derjenigen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, auf 1,3 Milliarden geschätzt (laut UNESCO).


Wir verbreiten unsere Flugblätter seit 1995 v.a. unter Arbeiter/innen der Groß­in­dustrie; seit 2001 geben wir die „Proletarische Rundschau“ heraus. Unser Ziel ist eine Ge­sell­schafts­ordnung ohne Klassen, ohne Unter­drü­ckung und Aus­beutung. Dazu muss die Klas­se der Arbeiterinnen und Arbei­ter eine eigene Kampf­partei aufbauen, die Macht erobern, die Be­sitzer der Produktionsmittel ent­eignen und den Klassenkampf fort­setzen, bis alle Res­te der bürgerlichen Ord­nung verschwunden sind. Deswegen sind wir Kommu­nist/in­nen und nicht in der KPÖ organisiert.

Aufstehen gegen die Arbeitsbedingungen bei Schlecker!

UnbezahlteÜberstunden, Bespitzelung von Mitarbeiterinnen, Kündigungen im Kranken stand, verängstigte Angestellte…..Das alles ist nicht irgendwo sondern in den meisten Filialen der Handelskette Schlecker tägliche Realität. Rund 4000 Menschen arbeiten bei Schlecker inÖsterreich in ca. 1200 Filialen. Nun mehren sich die Beschwerden von ehemaligen Arbeiter/Innen der Handelskette bei der Gewerkschaft so massiv das die GPA (Gewerkschaft Privat Angestellter) eine Kampagne gegen Schlecker ins Leben rief. Doch damit nicht alles. Auch juristische Schritte gegen den Handelsriesen werden in Erwägung gezogen. So sollen Detektive darauf angeheuert worden sein, die Angestellten in den Filialen zu bespitzeln und„Verfehlungen“an den Konzern weiterzuleiten. Bei der kleinsten solcher„Verfehlungen“droht die Kündigung. Auf die Toilette zu gehen fällt zum Beispiel darunter wie zahlreiche Vorfälle belegen.
Doch es kam auch vor dass Mitarbeiterinnen die in Krankenstand gingen gezwungen wurden ihre Selbstkündigung zu unterschreiben.
Maria K., eine ehem. Schleckermitarbeiterin berichtete so z.B. auf einer Gewerkschaftskonferenz Sie sei meist bis zu zehn Stunden alleine in der Filiale gesessen. Das bedeutet also nicht nur das die ganze Filiale mit allem drum und dran von einer einzigen Person geschupft werden musste, sondern das Sie auch einem enormen Risiko ausgesetzt war. Trotz eines schweren Arbeitsunfalls, bei dem ihr eine„erzürnte“Kundin mit einem Bleistift in das Auge gestochen hatte, wurde Maria K. drei Stunden lang nicht abgelöst. Das Handy hatte Sie aufgrund eines strikten Handyverbotes nicht dabei und vom Festnetz der Filiale sein nur bestimmte leitende Stellen zu erreichen, aber keine Notrufe! Pro Filiale gibt es fastüberall drei Angestellte welche nahezu ausschließlich Frauen in Teilzeit zwischen zehn und zwanzig Wochenstunden sind. Von diesen (meistens) dreien muss also die vollständige Wochenöffnungszeit von 66 Stunden abgedeckt werden. Der Bruttoverdienst liege zwischen 289 und 434 Euro im Monat.„Die uns bekannten Fälle dürften keine Einzelerscheinungen sein, sondern scheinen System zu haben“erklärte dazu Wolfgang Katzian, Vorsitzender der GPA.
Doch Schlecker ist nur die Spitze des Eisbergs. Massive Druckausübung auf die Angestellten und unglaubliche Arbeitsverhältnisse sind ein Problem welches sich im Handel zwar extrem ausgeprägt zeigt, doch allgemein unverzichtbarer Bestandteil des kapitalistischen Systems ist. Dieses System, der Kapitalismus ist jenes der Bosse und Geldgeier nicht aber das der Arbeiterinnen und Arbeiter. Unverzichtbar sind solche grauenvollen Arbeitsbedingungen für den Kapitalismus deshalb, weil nur so Profitmaximierung, gnadenloser Konkurrenzkampf und Unterdrückung der Werktätigen funktionieren.
Erst mit dem Sturz des Kapitalismus können diese Zustände beseitigt werden, denn alles andere sind, wennüberhaupt, nur kurzfristige Verbesserungen die sich nach einiger Zeit wieder in Luft auflösen oder nur am Papier bestehen bleiben. Deshalb ist es notwendig das wir uns zusammenschleißen und gemeinsam gegen die Zustände bei Schlecker und gegen den Kapitalismus aufstehen. Wir glauben das die Kampagne gegen SCHLECKER, die von der GPA in das Leben gerufen wurde, zwar fortschrittlich und notwendig ist um aufzuklären, gehen aber in unseren Ansichten noch einen Schritt weiter. Wir glauben nicht das sich die Bedingungen durch gelegentliche Kampagnen wesentlichändern werden, sondern das dies nur möglich ist wenn sich die Arbeiterinnen und Arbeiter zusammenschließen, den Weg des Sozialismus beschreiten und den Kapitalismus zerschlagen!

  • SCHLECKER enteignen! Für Sozialismus und Revolution!

„Die Arbeiter/Innen sind eine Macht. Wenn sie gemeinsam kämpfen sind sie unbesiegbar.“

Karl Marx

Der Kampf der Klassen ist unausweichlich!

Die kapitalistische Gesellschaft spaltet sich im wesentlichen in zwei Klassen. Die Bourgeoise, also die Besitzer der Produktionsmittel und Fabriken auf der einen Seite. Das Proletariat, also die Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen auf der anderen Seite. Die Kapitalisten, die Bosse und Chefs, sind permanent bestrebt ihren Gewinn zu erhöhen und ihre Machtposition zu stärken. Daraus folgt das die Arbeiter/Innenschaft ihrer Rechte Stück für Stück beraubt wird, denn Arbeiter/Innen mit vielen Rechten, gesichertem Arbeitsplatz garantierter Mitbestimmung im Betrieb sind für die Kapitalisten unangenehme und zu teure Arbeiter. Die Kapitalisten besitzen die Produktionsmittel, und verkaufen das, was die Arbeiter produzieren. Sie machen Gewinn, und leben davon dass sie den Gewinn maximieren und die Arbeitsplätze soweit wie möglich rationalisieren. Das Proletariat kann nur seine Arbeitskraft verkaufen da es sonst nichts hat.
Die Arbeiterschaft wird von den Kapitalistenausgebeutet und unterdrückt. Der einzige Weg zur Befreiung der Werktätigen und zum Sturz der Kapitalisten ist der Klassenkampf und dessen höchste Form: Die Revolution!
Der Klassenkampf, also der entschlossene Kampf zwischen den Klassen, der Bourgeoise und dem Proletariat wird sich zuspitzen und mit ganzer Kraft geführt werden. Dieser Kampf ist das unausweichliche Ergebnis des Widerspruchs zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten.
Um diesen Kampf erfolgreich zu lenken und die Forderungen der arbeitenden Massen durchzuringen braucht es kämpferische Gewerkschaften, welche die Arbeiterinnen und Arbeiter organisieren und zusammenschließen! Diese Gewerkschaften, haben die Aufgabe unser aller Interessen mit Arbeitskämpfen zu verteidigen. Jetzt mal eine Frage: Wie sieht es da mit demÖGB aus? Ganz genau! DerÖGB ist keine solche Gewerkschaft, und auch keine kämpferische Vertretung der Werktätigen, derÖGB ist eine bürgerliche Institution, welche den Arbeiterinnen und Arbeitern vorgaukelt etwas für sie zu unternehmen. Denn war es nicht dieÖGB Führung welche z.B. die Streiks gegen die Voestprivatisierung abbrach als diese richtig erstarken und ein durchschlagender Erfolg des Arbeitskampfes möglich geworden wäre? Wer brach in letzter Minute die Streiks gegen die Pensionsreform ab, und dachte in Wirklichkeit nicht mal an einen Generalstreik obwohl dieser möglich gewesen wäre? Ganz genau, dieÖGB-Führung! Die Widersprüche im kapitalistischen System werden sich immer mehr verschärfen, was bedeutet dass der offene Kampf zwischen den Klassen sich ebenso verschärfen wird. Um den Kampf gegen Ausbeutung und Unterdrückung, Privatisierung und Stellenabbau erfolgreich führen zu können, braucht das Proletariat eine Kampfpartei und eine schlagkräftige Gewerkschaft. Beides ist inÖsterreich nicht vorhanden.
Der Kampf ist unvermeidlich, da er geführt werden muss. Schließen wir uns zusammen und fangen an eine revolutionäre kommunistische Kampfpartei inÖsterreich aufzubauen. Wir, die Komak-ML versuchen eine neue Kampfpartei der Arbeiterklasse aufzubauen. Die Arbeiterschaft muss sich fester zusammenschließen damit die zukünftigen Arbeitskämpfe nicht auch wieder verloren gehen so wie die letzten. Nur wenn wir uns zusammenschließen werden wir für unsere gemeinsamen Rechte kämpfen, bzw. diese auch erkämpfen können.
Aufgrund der Entwicklung des Kapitalismus wird sich der Klassenkampf verschärfen, doch ohne eine geeinte Arbeiterschaft wird es ein Kampf der Herren gegen die Sklaven bleiben!

  • Lassen wir uns nicht verarschen! Bauen wir eine revolutionäre Partei auf und kämpfen wir geeint für den Sozialismus – das System der Arbeiterinnen und Arbeiter!
  • Für die Macht der Arbeiter/Innen und Werktätigen!

„Das arbeitende Volk hat auf niemanden zu hoffen, auf niemanden zu rechnen als nur auf sich selbst. Den Arbeitsmann wird niemand aus seinem Elend befreien, wenn er sich nicht selbst befreit.“

Lenin