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Kommunistinnen und Kommunisten…

30. August 2007

Kommunistinnen und Kommunisten sind Leute, die für die sozialistische Revolution und für die Errichtung einer klassenlosen, kommunistischen Gesellschaft kämpfen

Arbeiter/innen aller Länder, vereinigt euch!
Arbeiter/innen aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!


30. August 2007 (137 npc)

Sie sind für eine grundlegende Umwälzung der Gesellschaftsordnung, weil aus der Geschichte gelernt werden kann, dass eine herrschende Klasse niemals freiwillig auf ihre Privilegien verzichtet. Die herrschende Klasse, das sind solche Figuren wie Haselsteiner, Androsch, Wlaschek, Stronach, Swarovsky, Taus, Prinzhorn und so weiter und so fort. Das sind die Herren der Banken und Konzerne. Sie sind die Hauptnutznießer des Systems der Lohnarbeit und der kapitalistischen Ausbeutung im Inland sowie der verschärften Unterdrückung und Ausbeutung in den abhängigen Ländern (wobei der österreichische Imperialismus insbesondere in Ost- und Südosteuropa federführend auftritt). Aus der Sicht der herrschenden Ausbeuterklasse besteht die unwiderstehliche Attraktivität des kapitalistischen Systems darin, dass die Klasse der Lohnarbeiter/innen imstande ist, viel mehr Wert zu schaffen, als an Aufwendungen für ihre eigene Wiederherstellung erforderlich sind.

Die herrschende Klasse, das sind wenige, aber ihnen stehen Staat mit Polizei und Militär, bürgerliche Gewerkschaften, die bürgerliche Presse, das Fernsehen, die Kirchen usw. willfährig zu Diensten. Selbstverständlich sind auch die Apparate der Parlamentsparteien fest in den Händen des Monopolkapitals, zumal ja auch der bürgerliche Parlamentarismus nur eine Fassade ist, hinter der sich die rohe brutale Diktatur der herrschenden Bourgeoisie verbirgt. Der Unterschied zwischen solchen bürgerlichen Politikern wie etwa Van der Bellen und Strache ist in etwa so gravierend wie der zwischen „stillem“ und kohlensäurehaltigem Mineralwasser, hat also keine grundlegenden Auswirkungen auf das Gesellschaftssystem. Bürgerliche Parteien, die sogar nach bürgerlichen Maßstäben als rechts gelten, sind zweifellos geeignet, besonders rückständige Zeitgenossen emotional anzusprechen. Ob z.B. gerade eine mehr oder weniger restriktive „Ausländerpolitik“ durchgeführt wird, hängt bestimmt stärker von den Bedürfnissen des kapitalistischen Arbeitsmarks ab, als von den momentanen Befindlichkeiten irgendeines „Blut und Boden“-Politikers. In diesem Sinne sitzen der „linke“ Buchinger und der rechte Westenthaler ganz und gar im selben Boot und im Gleichklang rudern sie für das Wohl des Monopolkapitals und für den Fortbestand des Ausbeutersystems.

Die herrschende Klasse, das sind wenige. Rechnen wir noch ihren Gewalt- und Herrschaftsapparat, ihre ideologischen Hilfstruppen, v.a. Angehörige des Kleinbürgertums und dergleichen hinzu, dann haben wir in Österreich höchstens zwei Millionen Nutznießer des kapitalistischen Systems gegen uns. Wir, die Arbeiter/innen-Klasse, sind mindestens sechs Millionen (die jeweiligen Lohnerwerbs-Arbeitslosen, die Pensionist/innen usw. gehören selbstredend auch weitgehend zur Arbeiter/innen-Klasse). Weltweit bildet die Arbeiter/innen-Klasse am Beginn des dritten Jahrtausends unserer Zeitrechnung erstmals eine absolute Mehrheit. Zusammen mit Kleinbauern und Landarmut kommen wir auf eine satte 3/4-Mehrheit, an die fünf Milliarden Menschen, die objektiv am Sozialismus interessiert sind. Wer das Sagen hätte, wenn es in Österreich und auf der Welt tatsächlich demokratisch herginge, ist leicht auszurechnen.

Die grundlegenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse sind schon länger so und deshalb haben vor nunmehr 89 Jahren ein paar weit blickende Leute die KPÖ gegründet. Die hat sich auch ganz gut als Vorkämpferin der Arbeiter/innen-Interessen entwickelt. Auch im Kampf gegen den österreichischen und deutschen Faschismus an der Macht hat sie sich bewährt. Erst danach ist sie ins Zaudern geraten über die Frage, ob der Preis für die Befreiung der Arbeiter/innen-Klasse, nämlich die sozialistische Revolution, nicht doch zu hoch sei. Das innere Wanken der KPÖ wurde durch äußeren Druck zum schließlichen unaufhaltsamen Fanal des Niedergangs der KPÖ. Das hängt mit der Tatsache zusammen, dass die aus der Oktoberrevolution hervorgegangen sozialistische Sowjetunion Lenins und Stalins, zurecht das Vorbild der KPÖ war. Sofort nach Stalins Tod hat eine neue Bourgeoisie mit Chruschtschow an der Spitze in einem Staatsstreich die Macht in der Sowjetunion erobert. Dies wurde von der KPÖ als nachdrückliche Bestätigung des KPÖ-eigenen schwankenden, das heißt revisionistischen Kurses gedeutet. Als die nunmehr revisionistische KPdSU auf ihrem 20. Parteitag im Februar 1956 der Internationalen Kommunistischen Bewegung eine offen revisionistische Generallinie aufzuzwingen versuchte, nahm die große KP Chinas mit Mao Ze¬dong an der Spitze den von den revisionistischen Führern der KPdSU hingeworfenen Fehdehandschuh auf und sie führten fortan den Kampf gegen den Modernen Revisionismus vor aller Öffentlichkeit (solang, bis auch in der vormals sozialistischen und nunmehr kapitalistischen VR China die revolutionär-kommunistische Linie einem revisionistischen Putsch unterlag.)

Nur acht Jahre nachdem das von den Führern der KPdSU fallengelassene Banner des Revolutionären Kommunismus von der KP Chinas aufgenommen, offensiv verteidigt und seither voran getragen worden war, im Herbst 1963, gelang es den revolutionären Kommunist/innen Österreichs ihre Kräfte neu zu sammeln und unter dem an die kämpferische Tradition der Ersten Republik anknüpfenden Titel „Rote Fahne“ ein „Organ der Antirevisionistischen Kommunisten Österreichs“ zu schaffen. Vor 40 Jahren, am 12. Feber 1967 – am Jahrestag des Beginns der antifaschistischen Februarkämpfe des österreichischen Proletariats – gründete der Aktivist/innen-Kreis um die „Rote Fahne“ die Marxistisch-Leninistische Partei Österreichs (MLPÖ) , womit erstmals seit 1945 in Österreich wieder eine Partei bestand und noch immer besteht, die sich ohne wenn und aber zur revolutionären Befreiung der Arbeiter/innen-Klasse bekennt.

In den 1960er und 1970er Jahren sind in Österreich noch mindestens zwei weitere Organisationen entstanden, die wesentlich vom revolutionären Kommunismus Mao Zedongs und von der weltweiten Strahlkraft der Grossen Proletarischen Kulturrevolution gegen den Rechtsopportunismus in der KP Chinas und in der Internationalen Kommunistischen Bewegung sowie nationalen und internationalen Klassenkämpfen jener Zeit inspiriert waren. Das war zum einen die „Vereinigung Revolutionärer Arbeiter Österreichs (Marxisten-Leninisten)“ [ VRA(ML) ] und der „Kommunistische Bund Österreichs“ (KBÖ). Vor allem der KBÖ erzielte Mitte der 1970er Jahre unter der Arbeiter/innen-Jugend sehr beachtliche organisatorische Anziehungskraft. Leider gelang es nicht, diesen Schwung in die nächste Dekade mitzunehmen. Der KBÖ zerbarst am revisionistischen Druck, der sich nach Maos Tod auch in Österreich breit machte. Ein Teil der ehemaligen Aktivist/innen des KBÖ arbeitete dann in den Reihen der VRA(ML) mit, die derart gestärkt noch bis vor einigen Jahren weiter bestand.

Die Initiative Marxist/innen Leninist/innen ( IML ) wurde in den 1990er Jahren ins Leben gerufen, weil die damals noch existenten kommunistischen Kräfte in Österreich vom staatlichen Zusammenbruch des Modernen Revisionismus in Europa nicht unbeeindruckt geblieben waren und ihr organisatorisches Potential auf äußerst bescheidenem Niveau stagnierte. 2002 wurde mit Unterstützung aus der antiimperialistisch-demokratischen Jugend- und Migrant/innen-Bewegung der planmäßige revolutionär-kommunistische Parteiaufbau für die proletarisch-sozialistische Revolution in Österreich auf die Tagesordnung gesetzt und die Komak-ml gegründet. Auch nach fünf Jahren ist zu diesem Vorhaben weit und breit keine Alternative absehbar, die nicht auf die Abkehr vom kommunistischen Anspruch hinausliefe.

Alle Erfahrungen der revolutionären Arbeiter/innen-Bewegung zeigen, dass die Lösung der richtig verstandenen Organisationsfrage die Wasserscheide ist, die die revolutionär-kommunistischen Kräfte von den in letzter Konsequenz stets systemkonformen, das heißt reformistischen, Linken trennt. Wollen wir die Revolution, dann müssen wir eine revolutionäre Partei haben.

Der Pestsumpf des heutigen Kapitalismus stützt sich auf ein in 5.000 Jahren ausgeklügeltes System des Teilens und des Herrschens. Die Anforderungen an die Kräfte, die dem herrschenden Unterdrückungs- und Ausbeutungssystem antagonistisch gegenüber stehen, sind hoch.

Die Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus, die vor 90 Jahren mit der Sowjet-Revolution begonnen hat, dauert bis zur endgültigen Befreiung der Arbeiterinnen-Klasse uneingeschränkt an.

„Wir verbreiten seit 1995 Flugblätter, mit denen wir uns vor allem an klassenbewusste Arbeiter/innen wenden, und geben seit 2001 die ‚Proletarische Rundschau’ heraus. Unser Ziel ist eine Gesellschaftsordnung ohne Klassen, ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Dazu muss die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter eine eigene Kampfpartei aufbauen, die Macht erobern, die Besitzer der Produktionsmittel enteignen und den Klassenkampf fortsetzen, bis alle Reste der bürgerlichen Ordnung verschwunden sind. Wir stellen uns in die Tradition der internationalen revolutionär-kommunistischen Bewegung, die Mitte der 1960er Jahre in Auseinandersetzung mit den Fehlern der KPdSU und in scharfem Kampf gegen die Wegbereiter des bürokratischen Staatskapitalismus in der Sowjetunion eine marxistisch-leninistische Generallinie verteidigt hat und zur Gründung neuer kommunistischer Parteien führte. Wir sind revolutionäre Kommunist/innen und deshalb nicht in der KPÖ organisiert.“

Kommunistische Aktion/ marxistisch-leninistisch, Österreich
(KOMAK-MLÖ) c/o Postfach 127, A-1091 Wien,
http://www.komak-ml.tk, komak-ml@gmx.at (30.8.07)

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