Jugend für den Kommunismus

„…dass gerade vor der Jugend die Aufgabe steht, die kommunistische Gesellschaft zu schaffen“
(Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände)

Viele Jugendliche sehen heute einem Leben ohne größere Perspektiven und/oder Erwartungen entgegen. Viel zu oft beschränken sich diese Perspektiven darauf, die Lehre oder Schule mit Müh und Not hinüberzubiegen und dann, wenn´s gut läuft, vielleicht einen Job zu bekommen, bei dem die Kohle ein bisschen mehr als nur die wichtigsten zum Leben notwendigen Dinge abdeckt. Von dem Gefühl in einer Gesellschaft zu leben, die auf die Bedürfnisse und Lebenswünsche der Jugend eingeht, kann keine Rede sein. Nun ist man aber auch konfrontiert mit den Meldungen und Positionen der Parlamentsparteien und deren Meinungsmachern, den Medien. Viel ist da die Rede von Komasaufen, von ständig steigender Gewaltbereitschaft der Jugendlichen, Drogenkonsum, Jugendkriminalität, dass wir unfähig seien Konflikte zu lösen, da wir ohnehin eine „No-Future-Generation“ seien usw… Nun, haben diese „Positionen“ ihre Gültigkeit? Sind sie vielleicht sogar Ausdruck dessen, dass die Parteien von blau bis grün in Wirklichkeit hoch besorgt sind um die Jugendlichen in Österreich? Die Antwort auf beide Fragen ist NEIN! Ein klares NEIN zu all diesem Gefasel, weil es zu nichts anderem angetan ist, als die Ursachen für tatsächlich steigenden Drogenkonsum, für tatsächlich immer größere Gewaltbereitschaft, für eine wirklich vorhandene Perspektivlosigkeit zu verschleiern, verdecken und verfälschen. Hier wird so getan, als sei die Jugend kollektiv einer ganz grauseligen Unmoral verfallen und dies aus verschiedensten Gründen. Nur ein Grund darf nicht in´s Spiel gebracht werden, nur um eine Fragestellung machen die herrschenden Eliten konsequent einen großen Bogen wenn sie sich mit „der Jugend“ beschäftigen: Die Frage nach dem Gesamtsystem, in dem wir leben, die Frage danach, ob es nicht gerade dieses System, der Kapitalismus, ist, welches Perspektiven raubt anstatt sie zu geben?! Warum wird diese Frage von allen Parteien, die es in Österreich gibt, umgangen? Warum beschränken sie sich im besten Fall darauf, einige kleine Reformen zu „fordern“, die meist nur eine Abänderung in einem verstaubten Paragraphen, aber keine reale Veränderung darstellen?

Die Beantwortung dieser Frage ist im Wesen der Parteien selbst zu suchen. Es hat keinerlei Sinn, einer beliebigen Partei moralische Floskeln a la „besinnt euch doch auf eure Wurzeln“ oder „richtet euch doch nach dem was eure Parteibasis will“ um die Ohren zu werfen. Das ist so, weil alle Parteien in Österreich für dasselbe System einstehen. Alle sind sie Parteien, die den Kapitalismus, die Bosse und Chefs, vertreten. Einige wollen mehr Umweltschutz, andere ein „soziales Österreich“ – aber auch diese Dinge nur in ihren Wahlkampagnen. Sobald es darum ginge gegen reale Verschlechterungen für die österreichische ArbeiterInnenklasse im Allgemeinen und die Arbeiterjugend im Speziellen einzutreten, verliert sich selbstverständlich jede Partei in wirkungslosen und beabsichtigt die tatsächliche Situation verschleiernden Phrasen. Daneben gibt es aber auch noch die Hetze. In einer Selbstverständlichkeit, bei welcher einem das Kotzen kommt, wird da ganz pauschal die junge Generation aus Einwandererfamilien (also Familien mit Migrationshintergrund) als kriminell abgestempelt oder werden arbeitslose Jugendliche als Faulenzer, „Owizahrer“ und Schmarotzer bezeichnet! Wichtig ist dabei, dass das, was die Arbeiterjugend eint, das, was uns objektiv betrifft, in den Hintergrund gedrängt wird. Kein Mensch spricht von den permanenten Verschlechterungen für die Jugendlichen in Österreich. Niemand verweist darauf, dass in Schulen nur das gelehrt wird, was später dazu dienen soll, uns zu braven, das Maul haltenden ArbeiterInnen zu machen. Niemand verweist darauf, dass Lehrlinge immer mehr in ihren Rechten beschnitten werden, dass Angst um den Ausbildungsplatz das Leben bestimmt und die angebliche „Lehrlingsentschädigung“ in vielen Fällen nicht ausreicht, um halbwegs über die Runden zu kommen – außer man lebt nach wie vor bei den Eltern, was natürlich auch nicht immer das „Gelbe vom Ei“ ist, weil man eigentlich raus möchte. Kurz gesagt: Es geht der herrschenden Klasse darum, uns davon abzulenken, dass wir in der Jugend zu dem gemacht werden, was wir für sie sein sollen – jederzeit austauschbare Elemente, welche durch ihre Arbeit enorme Werte herstellen, den Profit daraus aber an die Besitzer der Maschinen und Fabriken abgeben und nur einen Bruchteil von dem erhalten, was wir selbst, und nicht der Chef, erarbeitet haben. Sie wollen nicht, dass wir uns dessen bewusst werden. Sie wollen, dass wir unsere Unzufriedenheit, unseren Schmerz darüber, dass unser Leben von der Arbeit für jemand anderen bestimmt wird, dass wir mehr und mehr zu Rechtlosen ohne Perspektive werden, in Talkshows, in Religionen (inklusive Esoterik!), in den Feindbildern, welche sie uns durch ihre Hetze vorsetzen, vergessen. Aber wir sollen uns bloß nicht darüber klar werden, dass wir als Jugendliche die Zukunft der Gesellschaft sind, dass wir erkennen, dass sich diese Gesellschaft zu ändern hat, dass sich die Arbeiterjugend ihrer Stärke klar wird, sich zusammenschließt und revolutionär organisiert. Davor haben sie Angst, denn eine geeinte, fortschrittliche Arbeiterjugend ist eine Jugend, die um ihre Rechte, um eine das gesamte Leben betreffende Perspektive kämpft. Dieser Kampf ist nicht individuell zu führen, denn alleine rennt man schnell gegen die Mauern des Systems, alleine hat man keine Chance gegen die Herrschenden und ihren Staat. Deshalb müssen wir uns organisieren, deshalb müssen wir uns zusammenschließen – nur so besteht die Möglichkeit, dass der Kampf um unsere Rechte erfolgreich, der Kampf gegen das herrschende System und für die Macht der ArbeiterInnenklasse und ihre Jugend konsequent und siegreich geführt werden!

Doch wie steht es jetzt mit dem angeblich so großen Gegensatz zwischen SchülerInnen und Lehrlingen? Trennt uns tatsächlich so viel, wie uns weisgemacht werden soll? Sind wir zwei vollkommen unterschiedliche „Gruppen“ in ein und derselben Gesellschaft? Sind nur die Lehrlinge gemeint, wenn es um ArbeiterInnen geht, und haben SchülerInnen nichts mit den Verschlechterungen für die ArbeiterInnenklasse zu tun? Dazu gibt der Revolutionär-Kommunistische Jugendverband (RKJV) in seiner „Resolution zur Lage ArbeiterInnenjugend“ Antwort:
„Das Hauptaugenmerk unserer Arbeit legen wir auf die Arbeiterjugend. Diese teilt sich in zwei spezifische Gruppen: Erstens, die unmittelbar in den Produktionsprozess eingebundene Arbeiterjugend, also junge Arbeitslose, Lehrlinge und junge ArbeiterInnen. Sie sind Teil der proletarischen Jugend, da sie selbst in ihrem täglichen Leben lohnabhängig sind und somit unmittelbar (direkt) in das kapitalistische Lohnsystem eingebunden sind. Zweitens, die nicht in den Produktionsprozess eingebundene Arbeiterjugend. Hier sind in erster Linie SchülerInnen gemeint, die aus Arbeiterfamilien kommen. Da sie von ihren Eltern finanziell und ihr gesamtes Leben betreffend abhängig sind (vom Lohn der Eltern mitversorgt werden müssen), stehen sie eben auch in Abhängigkeit zum Lohn ihrer Eltern und sind deshalb zur Arbeiterjugend zu rechnen – auch wenn sie selbst nicht direkt in das Lohnsystem eingebunden sind.“ (Resolution zur Lage der ArbeiterInnenjugend“ – Beschlossen auf der Gründungskonferenz des RKJV. Mehr unter: http://www.rkjv.tk )

Wir sehen also, dass es um mehr geht als das, was uns die bürgerlichen Parlamentsparteien glauben machen wollen. Denn über alle Unterschiede, die es in unserer täglichen Beschäftigung in Betrieb oder Schule gibt, geht es darum, ob jemand von den Herrschenden, den Bossen und Chefs, ausgebeutet wird (oder eben von jemandem abhängig ist, der ausgebeutet wird), oder ob man selbst zu jenen gehört, die ausbeuten und von der Arbeit der anderen leben. Darum geht es, denn das ist der grundlegende Widerspruch auf dem der Kapitalismus beruht – der Widerspruch zwischen Ausgebeuteten und Ausbeutern.

Die Jugend ist es, welche Verschlechterungen oft sehr früh zu spüren bekommt, oder gegen die es selbst gezielte Vorstöße des Kapitals gibt. So wurde der bisher bestehende Lehrlingsschutz durch die aktuelle Regierung dramatisch aufgeweicht. Eine jederzeitige Aufkündigung des Arbeitsverhältnisses ist dem Chef nun im ersten und zweiten Lehrjahr möglich. Gleichzeitig gibt es den so genannten „Blum-Bonus“. Das ist ein Bonus der an Firmen ausbezahlt wird, die Lehrlinge ausbilden. Im ersten Lehrjahr bekommt ein Betrieb pro Lehrling den er ausbildet 400 Euro, dann dreihundert Euro und im dritten Lehrjahr nur mehr 100 Euro. Diese Staffelung führt dazu, dass viele Lehrlinge kurz vor Beginn des dritten Lehrjahres gekündigt werden (was dank Aufweichung des „Kündigungsschutzes“ ja möglich ist) und ein neuer Lehrling eingestellt wird, den zwar später dasselbe Schicksal ereilen wird, der aber in den ersten beiden Ausbildungsjahren dem Betrieb wesentlich mehr Förderungen bringt als ein Lehrling im dritten Jahr. Tausende sind wegen dieser Tatsache ohne abgeschlossene Ausbildung und meist arbeitslos. Ein Umstand, der junge Arbeitssuchende allgemein, unter ihnen aber hauptsächlich junge Frauen betrifft, sind doch zwei Drittel aller arbeitslosen Jugendlichen Frauen. Aber auch im Schulwesen zeigt sich, dass der Kapitalismus für Jugendliche kein selbstbestimmtes Leben, dafür aber eines voll Bevormundung und Hetze bieten kann. Im Rahmen der schwarz/blauen „Bildungsreform“ wurde beispielsweise klammheimlich das Streikrecht für SchülerInnen abgeschafft – bis zum heutigen Tage blieb es dabei, und keine Partei macht Anstalten, diese ungeheure Maßnahme rückgängig machen zu wollen… Warum auch, ihnen nutzt es doch nur!
Auch die bei der Berufsschulausbildung anfallenden Internats- und Anfahrtskosten müssen, bis auf wenige Ausnahmen, von den Jugendlichen selbst getragen werden. Ein harter Schlag, wenn man bedenkt, dass dies unterm Strich meist einige hundert Euro ausmacht und somit schnell mal ein Monatslohn durchgebracht ist. Die für gewerkschaftliche Jugendarbeit zuständige „Österreichische Gewerkschaftsjugend“ (ÖGJ) prangert diesen Missstand zwar an, alles was sie an Aktion setzt ist aber eine Unterschriftenliste, welche dem Sozialminister (E. Buchinger) jener Regierung übergeben werden soll, die den Kündigungsschutz für Lehrlinge quasi zerschlug. Ob mit einer bloßen Unterschriftenliste etwas zu erreichen ist? Wohl kaum, doch genau das ist die Aufgabe der Führung von solchen Vereinen wie der ÖGJ. Sie sollen uns täuschen, indem sie uns vorgaukeln, dass etwas gegen die Ausbeutung getan wird, sie lenken ab von der Tatsache dass die Gewerkschaften hierzulande ein Herrschaftsinstrument der Kapitalisten wurden und mit Kampf für die ArbeiterInnenjugend nichts mehr zu tun haben. Sie gängeln uns, um uns zum Ruhighalten zu organisieren, nicht aber, um den gemeinsamen Kampf für unsere Rechte und ein besseres Leben voranzutreiben.

Wie es nun auch gedreht und gewendet wird, es zeigt sich in aller Deutlichkeit, dass die jugendlichen (ebenso wie erwachsenen) ArbeiterInnen keine Alternative zum System im System finden können. Denn von FPÖ bis KPÖ – trotz mancher Unterschiede – bleibt die Tatsache, dass sie allesamt auf dem Boden des Kapitalismus stehen, eine traurige Realität. Sie verteidigen ihn, sie nutzen ihn, sie sind ihm dienlich und setzen jene Schritte, die für die Kapitalisten notwendig sind: Schritte zur noch profitableren, noch weitergehenden, noch stärker spürbareren Ausbeutung. Ob nun eine Wahl ins Haus steht oder nicht: All jene, die mit dem herrschenden System paktieren bzw. dieses direkt vertreten, sind der direkte Feind der ArbeiterInnen. Mit ihren geheuchelten Einsätzen für uns Jugendliche bewirkten sie bisher rein gar nichts zum Besseren – aber das ist ja auch nicht ihr Interesse, das ist nur ihre Maske. Jene welche auf große Verbesserungen im Rahmen des Systems hoffen, hoffen vergeblich. Jene die sich für Reformen, nicht aber für die Perspektive der proletarischen Revolution engagieren, engagieren sich letztendlich für den Klassenfeind! Wir müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen und tätig werden. Wir müssen zwischen uns und dem Feind einen klaren Trennungsstrich ziehen , uns unserer organisierten Stärke bewusst werden. Mit diesem Trennungsstrich können wir schon heute beginnen – wenn wir uns ein Werkzeug schaffen, welches uns dazu befähigt, den Kampf gegen die herrschenden Verhältnisse, den Kampf gegen den Kapitalismus und für den Kommunismus auf allen Ebenen zu führen. Dieses Werkzeug kann die Revolutionär-Kommunistische Partei sein! Sie stellt den bewusstesten, radikalsten Vortrupp der ArbeiterInnenbewegung dar. So eine Partei gilt es heute in Österreich aufzubauen – denn derzeit gibt es keine Kampfpartei, welche mit der ArbeiterInnenjugend für die ArbeiterInnenjugend wirkt. Nur im Kommunismus, der klassenlosen Gesellschaft ist ein würdiges Leben, ein Leben nach dem Prinzip „jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ überhaupt möglich! Dazu muss aber zuerst mit dem Kapitalismus in einer proletarischen Revolution und im Sozialismus restlos aufgeräumt werden, müssen alle seine Elemente vernichtet und zerschlagen werden. Nur so können wir zu dem Leben kommen, das uns Jugendlichen die Möglichkeit gibt, uns frei und nach unserem Willen zu entwickeln – dem Leben das uns der Kapitalismus vorenthält!

(21.3.08)

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