Archive for Mai 2008

Bewaffneter Widerstandskampf stürzt Faschismus

10. Mai 2008

In allen Ländern Europas, die sich in den 1940er Jahren selbstständig vom Faschismus befreit haben, waren es die Kampfgruppen der Partisan/innen, die eine entscheidende Rolle im Befreiungskampf gegen den Faschismus gespielt haben. Sowohl in Jugoslawien und Albanien als auch in Teilen Italiens, Griechenlands, Frankreichs usw. haben die bewaffneten Einheiten unter Führung der Kommunistischen Partei den entschlossenen und opfermutigen Kampf für die Arbeiter/innen- und Volksmacht geführt und schon vor Kriegsende befreite, antifaschistisch-demokratische Zonen unter der Kontrolle von Befreiungskomitees geschaffen. Auch in Österreich gab es ab 1942 Versuche in diese Richtung. Herausragend ist dabei das slowenisch besiedelte Gebiet Südkärntens, wo die Unterstützung der Partisan/innen durch die Bevölkerung so groß war, dass sich die Nazi-Wehrmacht in manche Gebirgstäler nur mit großen Truppenverbänden traute. Das Warnschild „Achtung, Bandengebiet!“ stand ab 1942 an immer mehr Wegkreuzungen Südkärntens. Auch in der Industrieregion Leoben-Donawitz war ab 1943/44 eine bewaffnete Partisanengruppe vor allem aus Arbeitern der Stahlindustrie aktiv. Diese Kampfgruppe „Avantgarde Steiermark“ lieferte den Nazi-Truppen blutige Gefechte und führte bewaffnete Sabotageaktionen, wie die Sprengung der Eisenbahnlinie im Murtal durch.
Weitere, für Österreich relativ bedeutende Partisan/innenorganisationen bildeten sich im Salzkammergut (Steiermark/Oberösterreich) und im Gebiet der Saualpe und Koralpe (Kärnten-Steiermark). In den letzen Monaten des Jahres 1944 wurden mit Unterstützung der jugoslawischen Volksbefreiungsarmee drei Österreichische Freiheitsbataillone gebildet (von denen allerdings nur mehr eines zum militärischen Einsatz kam).
Alle diese Partisanen- (bzw. Guerilla-)Einheiten standen unter der Führung von Kommunisten, die auch im bewaffneten Kampf vorangingen. Das ist kein Zufall, denn nach wissenschaftlicher Auswertung der Dokumente ist bewiesen, dass 80% aller Widerstandsaktionen gegen das Nazi-Regime in Österreich von Kommunist/innen durchgeführt wurden. Die Vorläuferparteien der heutigen SPÖ und ÖVP befanden sich im Ausland oder im Tiefschlaf und warteten ab, wie der Krieg enden würde.
Gleich nach der schmählichen Niederlage des sozialdemokratischen Wegs zum Sozialismus im Jahr 1934 schlossen sich die besten Kämpfer/innen und fortgeschrittensten Arbeiter/innen der damals noch revolutionären KPÖ an. In den folgenden Jahren – zuerst im Kampf gegen den Austrofaschismus, dann gegen den Nazifaschismus – gewann die KPÖ unter allen antifaschistisch eingestellten Menschen immer mehr Ansehen und Unterstützung. Das ist für die Entfaltung des bewaffneten Kampfs eine unbedingte Vorbedingung, denn ohne Unterstützung durch die Volksmassen ist dieser von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Nach einem von Genossen Mao Zedong auf die Höhe der Zeit gebrachten strategischen Konzept gibt es für jeden wirksamen revolutionären Kampf gegen welches Regime auch immer drei grundlegende Instrumente: Die Partei, die Einheitsfront und die Volksarmee. Dementsprechend war (und ist) in der Vorbereitung des bewaffneten Kampfs der Aufbau von politischen Massenorganisationen und weitverzweigten nichtmilitärischen Verbindungen ein Haupthebel zur Höherentwicklung des Widerstands bis zum bewaffneten Angriff auf das herrschende Regime.
Auch die damalige, anfangs noch von der Komintern angeleitete, KPÖ handelte (ebenso wie die slowenischen Kommunist/innen) aufgrund der weltweiten Erfahrungen aus früheren Partisanenkämpfen ähnlich.
So wurden besonders in Südkärnten ab Ende 1942 Organisationen der Arbeiter/innen-Einheit, der antifaschistischen Frauen und in immer mehr Orten auch Ausschüsse der Befreiungsfront gebildet. Auch die damals lebensgefährlichen Spendensammlungen und Unterstützungsleistungen für die Rote Hilfe schafften besonders in den deutschsprachigen Teilen Österreichs eine wichtige Grundlage für Partisaneneinheiten. In den slowenischsprachigen Gebieten Österreichs fanden bereits im Sommer 1942 die ersten großen Kämpfe statt; im März 1943 wurde das 1. Kärntner Partisanenbataillion mit über 300 Kämpfer/innen gebildet. Insgesamt führten die Kärntner Partisaneneinheiten über 600 bewaffnete Aktionen durch und vernichteten eine große Zahl von militärischen und wirtschaftlich wichtigen Anlagen.
Während im deutschsprachigen Gebiet Österreichs der Aufbau der Einheitsfront ab 1943 größere Fortschritte machte, und bald darauf erste bewaffnete Kampfeinheiten gebildet werden konnten, haperte es jedoch beim Parteiaufbau der streng illegal organisierten KPÖ sowohl politisch als auch organisatorisch. Das lag sowohl an der blutigen Verfolgung und Vernichtung der besten Führer/innen der KPÖ (nicht weniger als 13 Mitglieder des immer wieder erneuerten Inlands-ZK wurden von den Nazis zwischen 1939 und 45 ermordet), als auch an der rechtsopportunistischen Tendenz in der politischen Linie der KPÖ (strategische Volksfront, die 1945 zur politisch weitgehenden Kapitulation vor der Bourgeoisie führte).
Der bewaffnete Kampf der Partisan/innen, von denen über 1100 (vor allem Slowen/innen) fielen, war ein wichtiger Betrag für die Wiederherstellung der demokratischen Republik Österreich, was auch in der Moskauer Erklärung von 1943 erwähnt wird. Dessen ungeachtet wurden und werden die Leistungen der Partisan/innen bis heute von der herrschenden Klasse in Österreich weitgehend geschmäht oder ignoriert. Auch für demokratisch eingestellte bürgerliche Politiker ist der Antikommunismus – ganz im Sinn ihrer kapitalistischen Herren – wichtiger als der Antifaschismus. Schon in den ersten Tagen nach der Niederschlagung des Nazi-Faschismus wurden die (ehemaligen) Partisan/innen in den nicht von der Roten Armee der Sowjetunion kontrollierten Zonen schikaniert und systematisch unterdrückt. Die politische Linie der KPÖ der 1940er Jahre hat sich in der Praxis nicht bewährt und war einzig auf die große militärische Macht der Sowjetunion ausgerichtet. Anders als z.B. in Griechenland, lösten sich die österreichischen Partisanenverbände sofort auf, als die alliierten Truppen siegreich einmarschierten. Mit der Wiederherstellung der demokratischen Republik Österreich sah die KPÖ-Führung die Frage des bewaffneten Kampfes als erledigt an.
Wir sind als Revolutionäre Kommunist/innen der Auffassung, dass die Erfahrungen des bewaffneten Kampfs gegen den Nazi-Faschismus (ebenso wie die gegen den Austrofaschismus, vor allem 1927 und 1934) noch viel genauer ausgewertet werden müssen. Dabei müssen auch die viel tiefer gehenden Erfahrungen und Lehren aus kommunistisch geführten Partisanenkämpfen in anderen Ländern herangezogen werden.
Auch wenn heute die Kapitalistenklasse ihre Gewaltherrschaft und ihr Ausbeutersystem, die Diktatur der Bourgeoisie, noch mit einer löchrigen demokratischen Fassade verkleidet. Wir sind sicher, dass bei der unvermeidlichen Zuspitzung der Klassenkämpfe auch in Österreich von den Herrschenden wieder der Faschismus ins Spiel gebracht wird. Nur so können die Kapitalisten massive Lohn- und Sozialkürzungen, kriegerische Feldzüge nach außen und innen und eine deutliche Steigerung der Ausbeutung und ihrer Profite erzwingen.
Wir sind nicht der Meinung, dass sich die Geschichte einfach wiederholt, aber bestimmte Merkmale der alten Gesellschaft bleiben konstant und bestimmte Erscheinungen werden wieder kommen. Erst mit dem Sturz der kapitalistischen Gesellschaftsordnung in einer proletarischen Revolution, mit dem Aufbau des Sozialismus und mit der Schaffung einer klassenlosen Gesellschaft wird auch die Gefahr des Faschismus verschwinden. Dazu werden auch in Österreich wieder Partisan/innen-(bzw. Guerilla-)gruppen und bewaffnete Kämpfe notwendig sein.

Initiative für den Aufbau einer Revolutionär Kommunistischen Partei
Wir verbreiten seit 1995 Flugblätter, mit denen wir uns vor allem an klassenbewusste Arbeiter/innen wenden, und geben seit 2001 eine Zeitung, jetzt ‚Proletarische Revolution’, heraus. Unser Ziel ist eine Gesellschaftsordnung ohne Klassen, ohne Unterdrückung und Ausbeutung. Dazu muss die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter eine eigene Kampfpartei aufbauen, die Macht erobern, die Besitzer der Produktionsmittel enteignen und den Klassenkampf fortsetzen, bis alle Reste der bürgerlichen Ordnung verschwunden sind. Wir stellen uns in die Tradition der internationalen revolutionär-kommunistischen Bewegung, die Mitte der 1960er Jahre in Auseinandersetzung mit den Fehlern der KPdSU und in scharfem Kampf gegen die Wegbereiter des bürokratischen Staatskapitalismus in der Sowjetunion eine marxistisch-leninistische Generallinie verteidigt hat und zur Gründung neuer kommunistischer Parteien führte. Wir sind revolutionäre Kommunist/innen und deshalb nicht in der KPÖ organisiert.

Inicijativa za stvaranje revolucionarno komunisticke partije
Mi delimo od 1995-e godine letke sa kojima se obracamo klasno-svesnim radnicima i izdajemo od 2001-e godine novine pod imenom (sada) “Proleterska Revolucija”. Nas cilj je drustveni poredak bez klasa, bez potlacenja i izrabljivanja. Zato radnicka klasa mora stvoriti svoju borbenu partiju, osvojiti moc, ekspropriirati posednike produkcionih sredstava, i nastaviti klasnu borbu do nestanka ostataka burzujskog drustvenog poredka. Mi stojimo u tradiciji internacionalnog revolucionarno-komunistickog pokreta, koji je sredinom 60-ih godina 20. veka u toku rasprave o greskama Komunisticke Partije Sovjetskog Saveza (KPdSU) i u ostroj borbi protiv pionira birokratsko-drzavnog kapitalizma u Sovjetskom Savezu branio marksisticko-lenjinisticku generalnu liniju i doveo do osnivanja novih komunistickih partija. Mi smo revolucionarni komunisti i iz tog razloga nismo organizovani u Komunistickoj Partiji Austrije (KPÖ).

Inisiyatif Devrimci Komünist Partisi icin
Bizler 1995 yýlýndan buyana daðýttýðýmýz Bildiri ve elilanlarý ile öncelikle sýnýf bilinçli ileri Ýþçilere ulaþmaya çalýþmaktayýz. Bunun yanýsýra 2001 yýlndan beri þimdiki adýyla ’’Proleter Devrim’’ Gazetesini aylýk periyodiklerle çýkarmaktayýz. Hedefimiz Sýnýfsýz, sömürüsüz ve baskýsýz bir Toplumdur. Bunun için Ýþçi sýnýfý kendi devrimci partisini oluþturup iktidarý hedeflemesi gerektiðine inanýyoruz. Iþçi sýnýfýnýn devrimci partisi mülksahiplerini mülksüzleþtirerek üretim araçlarýný kamulaþtýrýp halkýn denetimine sunarak ve sýnýflý toplum yasalarýnýn tüm kýrýntýlarýný ortadan kaldýrana dek mücadele edecektir. Biz enternasyonalist devrimci-komünist hareketin temel ilkelerine baðlýyýz ve 1960 lý yýllarda Sovyetler Birliði Komünist Partisi (SBKP) nin yanlýþlýklarýna ve rusyada geliþmekte olan Devlet bürokrasisi ve Kapitalizmine karþý amansýz bir mücadele baþlatarak Rusya da marxist-leninist cizgiyi savunan ve yeni komünist partilerin kurulmasýný olgunlaþtýran hareketi benimsemektayiz. Bizler Devrimci komünistleriz onun içindirki Avusturya Komünist Partisi (KPÖ) içinde örgütlü deðiliz.

Initiative for the Construction of a Revolutionary Communist Party
Since 1995 we have distributed leaflets adressing mainly class conscious worker and since 2001 we have published a newspaper now called ‘Proletarian Revolution’. Our aim is a society without classes, without suppression and exploitation. For reaching it the working class must build their own party, seize power, expropriate the owners of means of production and continue class struggle until all remnants of bourgeois order have disappeared. We stand in the tradition of the International Revolutionary Communist Movement that defended the Marxist-Leninist general line in the mid-1960ies and led to the building of new Communist Parties in dealing with the errors of CPSU and in sharp struggle against the roaders of bureaucrat state capitalism in the Soviet Union. We are Revolutionary Communists and therefore not organisanized in the “CP Austria” (KPÖ).

Initiative pour la construction d’un parti communiste révolutionnaire
C’est depuis 1995 que nous distribuons des tracts qui s’adressent surtout aux ouvriers conscients de classe, et c’est depuis 2001 que nous publions notre magazine, aujourd’hui nommé „Proletarische Revolution“ („Révolution prolétarienne“). Nous luttons pour une société sans classes, sans oppression et sans exploitation. A cet objectif, il faut que la classe ouvrière construise son parti combatif afin de conquérir le pouvoir politique et d’exproprier les propriétaires des moyens de production et de poursuivre la lutte de classes jusqu’à ce que tous les vestiges de la société bourgeoise aient disparus. Nous nous mettons dans la tradition du mouvement communiste révolutionnaire international qui a defendu, au milieu des années 1960, la ligne générale marxiste-léniniste contre les erreurs du PC de l’URSS et cela en luttant contre leur capitalisme d’état bureaucratique, ce qui a ensuite mené à la fondation de nouveaux partis communistes. Nous sommes des communistes révolutionnaires, et donc nous ne sommes pas adhérents du „PC autrichien“.

(Mauthausen, Mai 2008)