Gespräch mit Ganapathy, Generalsekretär der KP Indiens (Maoistisch)

von Jan Myrdal und Gautam Navlakha, Jänner 2010

Jan Myrdal ist ein schwedischer Autor, politischer Schriftsteller, Journalist und Zeit seines Lebens ein Unterstützer von antikolonialistischen, antiimperialistischen und Volks-Befreiungsbewegungen; Gautam Navlakha ist beratender Herausgeber der EPW (Economic and Political Weekly) und auch ein führender Aktivist für demokratische Rechte (bei der People‘s Union for Democratic Rights – PUDR, Delhi) 

 

(Übersetzung durch Kollektiv Proletarische Revolution, Österreich; Quelle: People‘s March Jänner-Februar 2010, http://indianvanguard.wordpress.com bzw. http://sanhati.com/articles/2138/ )

[Anmerkung der Autoren: Tief im Dschungel der Eastern Ghats trafen wir den Generalsekretär der CPI (Maoist) Ganapathy, auch bekannt als Mupalla Laxman Rao. Nachdem er uns begrüßt hatte und gefragt hatte, ob wir, insbesondere Jan Myrdal, Probleme bei der Reise durch das schwierige Gelände gehabt haben, begann das Interview. Im Folgenden eine Zusammenfassung des Interviews mit ihm. Wir haben das Interview in der Form gelassen, in der es von ihm gegeben, gelesen und genehmigt wurde, mit einigen kleineren sprachlichen Veränderungen. Insbesondere machen wir die Leser/innen darauf aufmerksam, wie der Generalsekretär genau die Position seiner Partei hinsichtlich Gesprächen darlegt, angesichts der vom Bundesminister für Inneres, P. Chidambarsan verbreiteten Desinformation, dass die CPI(Maoist) das Angebot der indischen Regierung zu Gesprächen „verhöhnt“ habe. In Wirklichkeit sagte er:

„Kurz gefasst sind die Hauptforderungen, die die Partei gegenüber der Regierung (Indiens) für irgendwelche Gespräche gestelltehat: 1.) Der uneingeschränkte Krieg muss zurückgenommen werden, 2.) Für jede Art von demokratischer Arbeit muss das Verbot der Partei und Massenorganisationen aufgehoben werden, 3.) Die illegalen Verhaftungen und Folterungen von Genoss/innen müssen beendet und diese sofort freigelassen werden. Wenn diese Forderungen erfüllt werden, dann werden die gleichen Führer/innen, die aus den Gefängnissen freigelassen werden, die Gespräche führen und dabei die Partei vertreten.“ Wir halten jedoch den ganzen Text des Interviews wichtig für alle, die mehr über die Politik der Partei wissen wollen, die die Regierung für die größte Bedrohung der inneren Sicherheit hält.]

Frage: Wie sehen Sie die Verbindung dieses Kampfes mit dem allgemeinen Klassenkampf in Indien? Nach dem langen Marsch des Vorsitzende Mao nach Yenan 1935 schuf er dort eine Basis für die nationale Ebene und ein Teil davon war die Einheitsfront mit Chiang Kai-shek. Dadurch wurde die Einheitsfront zur wichtigsten nationalen Kraft in China. Wie stellen Sie sich vor, zu einer nationalen Kraft in Indien zu werden? 

Die Bedingungen in China, unter denen der Lange Marsch stattfand und eine Basis auf nationaler Ebene geschaffen wurde, wobei die Bildung einer Einheitsfront mit Chiang Kai-shek ein Teil davon war – diese Bedingungen sind anders als unsere gegenwärtige Situation der neudemokratischen Revolution (NDR) in Indien. Die chinesische Revolution hat in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stattgefunden. Seit damals haben auf der Welt einige bedeutende Änderungen stattgefunden. Diese sind, erstens die Entstehung eines sozialistischen Lagers und sein darauf folgender Niedergang, zweitens der Zusammenbruch des Kolonialismus und die Entstehung des Neokolonialismus, drittens die Durchsetzung des so genannten parlamentarischen Systems als dem üblichen politischen System auf der ganzen Welt, viertens entstand eine lange Lücke im revolutionären Aufschwung nach dem Erfolg der Revolutionen in Vietnam, Kambodscha und Laos, trotz einiger Aufschwünge und bedeutender Kämpfe in mehreren Ländern. Wenn wir uns die gesamte Weltgeschichte anschauen seit die Arbeiter/innenklasse auf der Welt entstanden ist, tritt sie der Bourgeois-Klasse und den anderen reaktionären Kräften entgegen und übernimmt für eine kurze Zeit in Paris die Macht, und dann für eine längere Zeit in Russland, China und mehreren europäischen Ländern, und erschüttert den ganzen Erdball. Bei diesem Übergang gab es verschiedene Auf und Abs der sozialistischen Weltrevolution, aber trotzdem ging der Kampf weiter. Es ist wie mit zeitweiligen Wellen, es verlangsamte sich, hörte aber nie auf. So müssen wir jede Revolution in einem Land im Licht des historischen Zusammenhangs sehen. In Bezug auf unsere Revolution möchte ich zuerst eine kurze Einführung in unsere Geschichte geben, um die gegenwärtigen Bedingungen richtig zu verstehen. Unsere vereinigte Partei, die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) wurde am 21. September 2004 dadurch gebildet, dass zwei maoistische revolutionäre Strömungen Indiens, die Kommunistische Partei Indiens (Marxistisch-Leninistisch) [CPI (ML)] und das Maoistische Kommunistische Zentrum (MCC) verschmolzen. Unsere großen geliebten vorherigen Gründer, Führer und Lehrer, sind die Genossen Charu Mazumdar (CM) und Kanhai Chatterji (KC), die unaufhörlich und über lange Zeit einen ideologischen und politischen Kampf gegen den Revisionismus und den Modernen Revisionismus der Kommunistischen Partei Indiens und der KPI (Marxistisch) führten. Durch diesen Kampf wurde den revisionistischen Parteien das Rückgrat gebrochen, was zu einem Durchbruch in der indischen kommunistischen Bewegung führte. Als Ergebnis dieses großen Kampfes, der von Genossen Charu Mazumdar und anderen wirklichen Maoist/innen auf allen Ebenen geführt wurde, brach der große bewaffnete Bauernaufstand von Naxalbari wie ein Frühlingsgewitter aus. Damals begann eine neue Geschichte. Ab damals hielten unsere zwei großen Führer das rote Banner von Naxalbari und der neudemokratischen Revolution aufrecht. Die revolutionäre Bewegung verbreitete sich wie ein Präriefeuer in unterschiedlichem Ausmaß in fast allen Teilen des Landes. Während dieses revolutionären Verlaufs wurden innerhalb kurzer Zeit zwei Parteien gegründet, die CPI(ML) am 22. April 1969 und die MCC am 20. Oktober 1969, jeweils unter der direkten Führung der Genossen CM bzw. KC. Aus verschiedenen historischen Gründen gelang es uns zu dieser entscheidenden Zeit nicht, eine vereinigte Maoistische Partei zu bilden. Aber unsere grundlegende ideologische und politische Linie, der Weg und die Strategie der Revolution und verschiedene andere grundlegende Positionen zu wichtigen Fragen, denen wir uns gegenübersahen, waren zugleich grundlegend die gleichen. Die indische herrschende Klasse entfesselte eine Herrschaft des Terrors gegen alle revolutionären Bewegungen, die mit dem bewaffneten Agraraufstand von Naxalbari begannen. Ende 1972, nach der Verhaftung und dem Märtyrertod von Genossen CM, und sogar schon vorher, verloren wir eine große Zahl von Führern und Kadern an den Feind. Wegen dieser Verluste erlitten wir einen landesweiten Rückschlag. Schon vor dem Märtyrertod von Genossen CM begann 1971 ein intensiver interner politischer und ideologischer Kampf gegen die rechte Erzopportunisten-Clique von Satya Narain Singh und anderen. Die Partei hatte sich wegen erster taktischer Fehler, Staatsterror, schwerer Verluste, Mangel an richtiger Führung und negativer Auswirkungen des Zwei-Linien-Kampfes in der KP China in mehrere Gruppen zersetzt. Von Juli 1972 bis 1980 war unsere Partei, die CPI(ML) von verschiedenen Splittergruppen beherrscht, von denen die meisten von rechten und von linken abenteuerlichen Führungen beherrscht waren, und überall verbreitete sich Unordnung. Aber andererseits fand unter der Führung der MCC ein agrarrevolutionärer Kampf der Bauer/innen in Kanksha statt, der wegen des Staatsterrors innerhalb kurzer Zeit einen Rückschlag erlitt, der sich aber dauerhaft nach Bihar und in bestimmtem Ausmaß nach Assam und Tripura ausdehnte. Wir hielten die grundlegende ideologische und politische Linie einer wirklichen Maoistischen Partei aufrecht, lernten aus der Praxis, nahmen wirklich am Klassenkampf teil und standen für korrekte Positionen zu ideologischen und politischen Fragen ein, mit denen wir im Land und auf internationalem Gebiet konfrontiert waren. Nur wegen dieser Positionen entstanden aus der CPI(ML)-Strömung im Jahr 1978 die CPI(ML) – Party Unity (Parteieinheit, PU) und am 22. April 1980 die CPI (People‘s War) (Volkskrieg, PW). Nur deswegen bauten wir, die Parteien MCC, PW und PU bewaffnete agrarrevolutionäre Bewegungen in verschiedenen Teilen des Landes auf, insbesondere in Andhra Pradesh und Bihar. In den 1980er und 1990er Jahren stärkten wir unsere Partei, die revolutionäre Massenbewegung und den bewaffneten Kampf beträchtlich, was schließlich in der großen Einheit und der Bildung unserer neuen Partei im September 2004 gipfelte. Seit 1977 hatte sich eine große Zahl von wirklich maoistischen Kräften in der CPI(ML)[PW], der MCCI und der CPI(ML)-PU zusammengeschlossen und gefestigt, und dieser Prozess geht in bestimmtem Ausmaß auch nach der Bildung der neuen Partei weiter. Aber in dieser Periode hatten sich die meisten rechten und linken maoistischen Gruppen langsam zersetzt und waren verschwunden, und einige der rechten Gruppen bestehen noch immer, obwohl sie schwach sind. Es gibt auch noch einen winzigen Teil von maoistischen Kräften (außerhalb unserer Partei, d.Ü.), aber sie leiden seit langer Zeit unter Sektierertum. Wir sind der Meinung, dass unser Kampf innerhalb der CPI und CPM ein integraler Bestandteil des großen Kampfes ist, der in der Internationalen Kommunistischen Bewegung unter der Leitung der Kommunistischen Partei Chinas unter der direkten Führung des Genossen Mao geführt wurde. Wir meinen auch, dass der interne Kampf innerhalb der CPI(ML), der mehrere Jahre stattfand, direkt oder indirekt mit dem internen Kampf der KP Chinas vor und nach dem Hinscheiden Maos verbunden ist. Die modern-revisionistische Deng-Clique, die in China die Macht an sich riss, schadete nicht nur unserer Partei und Revolution sehr, sondern auch der Weltrevolution. Wir halten entschlossen an den Mao-Ideen fest und treten gegen die Deng-Clique und die Lin-Biao-Clique auf. Unsere Erfahrung zeigt klar, dass die indische Revolution stark von den positiven und negativen Entwicklungen der Internationalen Kommunistischen Bewegung (IKB) beeinflusst wurde.

Wir, die Indische Maoistische Partei, haben eine lange Zeit hindurch einen schmerzhaften Weg zurückgelegt. Nach der Bildung der Vereinigten Partei sind äußerst günstige Bedingungen dafür entstanden, dass die Revolution vorankommt. Wir haben diese gute Chance zwischen 1969 und 1972 verpasst. Der größte Gewinn aus dem Zusammenschluss ist das Ergebnis der Synthese von 35 Jahren Erfahrung der indischen Revolution. Das hat unsere grundlegenden Dokumente hinsichtlich der Strategie, Taktik und Politik bereichert. Der Zusammenschluss hat eine bedeutende Veränderung gebracht, von zwei Parteien, die in auseinander liegenden getrennten Gebieten und kleinen Gebieten gearbeitet haben zu einer Partei mit gesamtindischem Charakter. Obwohl beide Parteien vor der Vereinigung Zentralkomitees (ZK) hatten, gab es erste Beschränkungen in Bezug auf ihr Funktionieren als Zentrale Einheiten mit gesamtindischer Perspektive. Aber nach dem Zusammenschluss wurde unser Verständnis der ungleichmäßigen Entwicklung des Landes und der ungleichmäßigen Entwicklung der revolutionären Bewegung weiter bereichert. Wir können jetzt besser auf gesamtindischer Ebene planen. Es ist noch nicht vollständig, aber zumindest sind die Nachteile beseitigt. Eine klarere und reichhaltigere Linie sowohl hinsichtlich Indiens als auch im weltweiten Zusammenhang ist herausgekommen. Ein weiterer Aspekt dieses Vorteils ist, dass es auch internationale Auswirkungen hatte. Vorher konnten wir nicht viel internationale Unterstützung sehen. Aber jetzt hat sich dies entwickelt, auch wenn sie erst im Entstehungsstadium steht. In den letzten Jahren erlitten wir mehrere Verluste. Trotzdem müssen wir uns überlegen, wie wir diese vielen Verluste vermeiden können. Aber unser ZK sagt, dass wir Fehler vermeiden sollten, um Verluste zu vermeiden, und dem Feind hart entgegentreten müssen um vorwärts zu kommen.

Gegenwärtig können in unserem Land andere maoistische Parteien wegen ihrer rechtsabweichlerischen Linie und beschränkten Kraft den Massen keine Führung bieten. Die fortschrittlichen und demokratischen Organisationen haben keinerlei Aktionsprogramm auf revolutionärer Grundlage und gegenwärtig haben sie nur einen beschränkten Einflussbereich. Abgesehen von diesen Beschränkungen hat keine Partei eine bewaffnete Volksarmee zur Verteidigung. Ich wiederhole, dass gegenwärtig keine Partei oder Organisation fähig ist, einen Sammelpunkt für alle revolutionären, demokratischen, fortschrittlichen und patriotischen Kräfte und Menschen darzustellen. Deshalb kann zu diesem Zeitpunkt unsere Partei eine bedeutende Rolle bei der Sammlung aller revolutionären, demokratischen, fortschrittlichen und patriotischen Kräfte und Menschen spielen. Weil unsere Partei einen gesamtindischen Charakter hat, eine gute politische und militante Massenbasis in mehreren Staaten, eine Volksbefreiungs-Guerillaarmee (PLGA), die in mehreren Staaten den Feind bekämpft und die neudemokratische Volksmacht in Dandkaranya (DK) [einem Gebiet in Zentralindien, das vor allem Stammesbezirke von fünf indischen Staaten, nämlich Andhra Pradesh, Chattisgarh, Madhya Pradesh, Maharashtra und Orissa umfasst], Jharkhand und einigen anderen Teilen Indiens herausbildet. Wir haben ein klares Verständnis über die Vereinigung aller revolutionären, demokratischen, fortschrittlichen und patriotischen Kräfte und aller unterdrückten sozialen Gemeinschaften einschließlich der unterdrückten Nationalitäten gegen Imperialismus, Feudalismus und bürokratischen Kompradoren-Kapitalismus. Unsere Neudemokratische Einheitsfront (EF) besteht aus vier demokratischen Klassen, d.h. den Arbeiter/innen, Bäuer/innen, dem städtischen Kleinbürgertum und der nationalen Bourgeoisie. Wenn wir eine starke Einheitsfront bilden wollen, dann muss das unter der Führung des Proletariats geschehen und auf dem Bündnis der Arbeiter/innen mit den Bäuer/innen beruhen. Wenn wir eine starke Einheitsfront bilden wollen, dann muss diese von der Volksarmee unterstützt und verteidigt werden. Ohne Volksarmee kann das Volk nichts erreichen und verteidigen. Deshalb versucht der Feind ernstlich, unsere Parteiführung zu vernichten, um ein revolutionäres und demokratisches Zentrum des indischen Volkes zu zerstören. So sind die Bedingungen dafür gereift, sich weiter um ein Zentrum zu sammeln, sodass die Revolution unter der Führung der CPI(Maoist) vorwärts schreiten kann.

Zur gleichen Zeit haben die Weltwirtschaftskrise, die volksfeindliche und pro-imperialistische Politik der indischen herrschenden Klassen und die zunehmende Staatsrepression die Massen im Land in Wut versetzt und die revolutionären Möglichkeiten erhöht, dass es jetzt eine einzige revolutionäre Partei gibt. Lange Zeit – seit dem Märtyrertod von Charu Mazumdar, ging Indien eine einzige revolutionäre Plattform ab. Auch in der internationalen Szene gab es viele Spaltungen in der maoistischen Bewegung. Zu diesem Zeitpunkt gibt die Entstehung unserer Partei dem Volk neue Hoffnungen. Ich will sagen, dass die Partei sich keine Illusionen über das so genannte parlamentarische System macht; sie kennt genau die Macht des indischen Staates ebenso wie wir klar unsere Beschränkungen und Mängel kennen, auch nach der Einheit [der Bildung der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch)], und die Schwäche der maoistischen Kräfte in unserem Land und in anderen Ländern.

Die günstigen revolutionären Bedingungen, der weit verbreitete heftige Klassenkampf in der indischen Gesellschaft und die Entwicklung des bewaffneten Kampfes werden vom Feind genau beobachtet und sehr ernst genommen. So wird diesen Kämpfen von den indischen herrschenden Klassen, die auch Kompradoren des Imperialismus sind, keine Chance gegeben. Deshalb ist der Imperialismus im unmittelbaren Zusammenhang der Weltrevolution höchst besorgt über die Entwicklung des heftigen Klassenkampfs, der sich in Indien entwickelt, weil er die Erfahrungen von den Philippinen, Peru, Nepal und Indien zusammenfasst. In der gegenwärtigen Weltlage wird die maoistische Revolution, wenn sie in Indien auf eine neue Stufe voranschreiten kann, zu einer großen Bedrohung für das kapitalistische Weltsystem werden. Das ist der Grund, warum der Imperialismus, insbesondere US-Amerika, diese Entwicklungen ernst nimmt. So gibt es auf der einen Seite günstigere Bedingungen für die Revolution und auf der anderen Seite den vollen Angriff des Feindes, um die Revolution zu unterdrücken. In dieser Situation besteht unser gesamter Plan darin, die günstigen Bedingungen voll zu nützen, während wir dem Feind Widerstand entgegensetzen.

In diesem Zusammenhang ist gegenwärtig der vom Feind entfesselte totale Krieg das Haupthindernis auf dem Weg der indischen Revolution. Dieser Krieg ist grundsätzlich gegen die maoistische Bewegung gerichtet, aber nicht auf diese Bewegung beschränkt, sondern auch ziemlich gegen alle revolutionären, demokratischen, fortschrittlichen und patriotischen Bewegungen und gegen die Bewegung der unterdrückten Gemeinschaften unserer Gesellschaft einschließlich der unterdrückten Nationalitäten. Zu diesem Zeitpunkt müssen sich alle diese Kräfte überlegen, wie wir diesem mächtigen Feind entgegentreten und uns dafür zusammenschließen können, um vorwärts zu kommen.

Wie können wir das Problem des totalen Kriegs lösen? Zur Lösung jedes Problems müssen wir es tiefgehend analysieren, um die grundlegende Ursache des Problems festzustellen. Erstens, warum dieser Krieg? Wer steckt dahinter? Gegen wen ist er gerichtet? Was ist die Natur dieses Krieges? Wie lange geht er weiter? Können wir diesen Krieg annehmen oder nicht? Wer soll ihm entgegentreten? Wie kann man kontern? Was ist das Ziel des Widerstandskriegs? Usw. Dieser Krieg ist dazu gedacht, die Revolution zu zerschlagen, die sich allmählich als alternative politische Macht gegenüber der bestehenden reaktionären politischen Macht in diesem Land entwickelt und gegen die massive Plünderung von Mineralien und anderen Naturreichtümern in den weiten Gebieten der Adivasi-Völker und anderer lokaler Völker von Lalgarh bis Surjagarh. Sie richten den Krieg gegen jene, die gegen diesen Krieg sind, d.h. die maoistischen Revolutionär/innen, die Adivasi und lokalen Völker der rieseigen Forstgebiete, die Arbeiter/innen, Bäuer/innen, städtische Mittelklasse, Klein- und Mittelbourgeoisie, Dalits, Frauen, religiöse Minderheiten und unterdrückte Nationalitäten, demokratische Organisationen, fortschrittliche und patriotische Kräfte, die mehr als 95% der Bevölkerung ausmachen. Es ist ein völlig ungerechter Krieg. Hinter diesem Krieg stecken die bürokratische Kompradoren-Bourgeoisie, feudale Kräfte dieses Landes und Imperialisten, insbesondere US-Amerika. Diese sind echte Plünderer, Davonzahrer, korrupte Elemente, Erpresser, Hamsterer, Strolche, Mörder, Verschwörer, Unterdrücker, Autokraten, Faschisten, äußerste Reaktionäre und Spitzenverräter. Diese Reaktionäre planen, diesen Krieg über lange Zeit hinweg fortzusetzen, bis sie ihr Ziel erreichen. Kein maoistischer, demokratischer, fortschrittlicher, patriotischer Mensch oder jemand aus dem Volk kann diesen ungerechten Krieg akzeptieren, der uns von den Herrschenden aufgezwungen wird. Das Volk wird diesen ungerechten, äußerst grausamen, unmenschlichen und hinterhältigen Krieg völlig ablehnen. Das ganze Volk unseres Landes und die Völker der Welt werden sich dagegen stellen.

Dieser ungerechte Krieg ist völlig gegen die Interessen des Volkes und des Landes gerichtet. Das Volk wird sich vereinen und dem ungerechten Krieg mit einem gerechten Krieg entgegentreten. Das Volk wird nie irgendeinen ungerechten Krieg tolerieren. In der gesamten Geschichte der Klassengesellschaft hat das Volk noch nie irgendwelche ungerechten Kriege hingenommen, sondern gegen jeden ungerechten Krieg gekämpft und mit seinem eigenen Blut bezahlt und schließlich gesiegt. Das unmittelbare Ziel ist der vollständige Sieg in diesem ungerechten Krieg, um dann weiter zu gehen zur Veränderung der gegenwärtigen Gesellschaftsverhältnisse, die diese ungerechten Kriege hervorbringen.  Wenn wir uns die politische Entwicklung des Landes anschauen, schafft dieser unmenschliche totale Krieg gewaltige Möglichkeiten, die breiten Volksmassen zusammenzuschließen und er wird für die herrschenden Klassen kontraproduktiv werden.

Seit dem 15. August 1947 (der indische Unabhängigkeitserklärung,d.Ü.) gab es noch nie eine solche Zusammenarbeit der indischen Wirtschaft, Verteidigung, inneren Sicherheit, Politik, Kultur und des gesamten Staates mit den Imperialisten, insbesondere mit den US-Imperialisten. Der Handel mit Nuklearmaterial und verschiedenen Rüstungsgütern, offene Einmischung nach dem Terroristenangriff in Mumbai am 26. November 2008 und der Besuch des Bundesinnenminsters Chidambaram in den USA sowie entscheidende Abkommen über die innere Sicherheit sich einige herausragende Beispiele. Wegen dieser deutlichen Veränderung spielen die indischen Expansionisten eine entscheidende Rolle in Südasien. Der grundlegende Widerspruch zwischen Imperialismus und indischem Volk ha sich weiter verschärft. Das schafft breiten Raum, um das Volk gegen die Imperialisten zu vereinigen und den Imperialismus zurückzuschlagen.

Seit mehreren Jahrzehnten stehen Kashmir und der Nordosten unter militärischer und paramilitärischer Herrschaft. Andererseits gab es drastische Veränderungen hinsichtlich der inneren Sicherheit wegen der Rolle des Militärs für die innere Sicherheit. Die indische Armee wurde zur Zeit der historischen bewaffneten Agrarrevolution von Telangana (1946-52) und für kurze Zeit [im Jahr 1971] in einigen kleineren Gebieten von Westbengalen nach dem großen bewaffneten Aufstand der Bäuer/innen von Naxalbari im Jahr 1966 eingesetzt. Aber heute wird die indische Armee mit langfristiger Perspektive reorganisiert. Unter dem Diktat des globalen Kriegs gegen den Terror hat die indische Armee vor drei Jahren eine neue Politik verkündet [Doktrin der nicht-konventionellen Kriegsführung], um den Bedürfnissen der inneren Sicherheit und eines modernen Krieges mit anderen Staaten zu entsprechen. Nach diesem überarbeiteten Plan trainiert die indische Armee eine große Zahl ihrer Streitkräfte entsprechend den Bedürfnissen ausgedehnter Einsätze zur Aufstandsbekämpfung. Ab jetzt wird die indische Armee in den ausgedehnten Gebieten unseres Landes im Namen der inneren Sicherheit gegen das eigene Volk eingesetzt. Wenn sie [die indische Regierung] wirklich eine Regierung des Volkes ist, wie kann sie die eigene Armee gegen das eigene Volk einsetzen? Der indische Staat funktioniert wie ein autokratisches und faschistisches Regime unter dem Deckmantel der Demokratie. Alle Errungenschaften, die im revolutionären und demokratischen Volkskampf erreicht wurden, sind von den Faschisten bedroht. Aber das wird die Volksmassen auch zwingen, sich zusammenzuschließen und mit allen Mitteln Widerstand zu leisten und sich zu verteidigen und schließlich wird das auch für die herrschenden Klassen kontraproduktiv werden.

Wir müssen auch über die derzeitige Weltwirtschaftskrise sprechen, insbesondere die Krise der USA-Imperialisten und anderen imperialistischen Länder. In bestimmter Hinsicht ist diese Krise tiefer als die große Depression der 1930er. Aber der Kapitalismus stirbt nicht von selbst ohne Revolution. Um aus der Krise heraus zu kommen werden nun die Imperialisten versuchen, die Ausbeutung der Arbeiter/innenklasse und Mittelklasse ihres eigenen Landes und die Ausplünderung der Länder der „Dritten Welt“ verstärken. Multinationale Konzerne (MNCs) und die bürokratische Kompradorenbourgeoisie (CBB), die Kollaboratöre der Imperialisten konzentrierten sich auf die großen Landstreifen, die sich von Lalgarh in Bengalen bis nach Surjagarh in Maharashtra ausdehnen. Um diese reiche Region auszubeuten, haben vor allem die Regierungen der Adivasi(Stammes)-Gebiete, der Staaten und die Zentralregierung hunderte von MOUs (Zustimmungserklärungen) unterschrieben.

Die willkürliche Ausplünderung dieser Region wird die Umwelt zerstören und zu langfristigen ökologischen Veränderungen führen. Die am meisten unterdrückte Gemeinschaft der indischen Gesellschaft, die Adivasis und die einheimische Bevölkerung sind äußerst bedroht. Vielleicht zum ersten Mal in der Welt wird eine so riesige Bevölkerung einheimischer indigener Völker bedroht. Damit wird eine neue Situation geschaffen und diese unterdrückten Teile müssen mit einem konkreten Programm vorankommen. Es ist offensichtlich, dass wir ohne die Emanzipation dieser Menschen die indische Revolution weder weiter bringen können, noch siegen können. Unsere Partei arbeitet an diesem Problem und immer mehr Menschen werden sich vereinigen und die Erzfeinde des indischen Volkes zurückschlagen, nämlich die Imperialisten, die bürokratische Kompradorenbourgeoisie, die Feudalherren und den faschistischen Staat.

Die Bevölkerung der im Nordosten unterdrückten Nationalitäten und die Kashmiri kämpfen seit Jahrzehnten für ihre Befreiung. Sie sind in gewissem Maß vorangekommen und haben beispiellose Leiden erlebt. Aber sie haben noch nicht gesiegt und setzen ihren Kampf fort. Da wir einige Erfolge im Guerillakrieg haben, setzen sie (die unterdrückten Nationalitäten) Hoffnungen auf die Maoist/innen. Es besteht die neue Hoffnung, dass wenn die maoistische Revolution voran kommt, das auch die nationalen Befreiungskriege weiterbringen wird. In diesem Zusammenhang hat di Partei in Übereinstimmung mit dem MLM (Marxismus-Leninismus-Maoismus) immer die Position des Rechts auf Selbstbestimmung einschließlich der Lostrennung für alle unterdrückten Nationalitäten vertreten. Sie (die unterdrückten Nationalitäten) verstehen diese Politik und ihr Kampf muss gestärkt werden. Das muss dafür genutzt werden, sich mit ihnen zusammenzuschließen und eine Einheitsfront zu versuchen. Als zum Beispiel die Nagan-Streitkräfte in Chhatisgarh eingesetzt wurden, oder die Mizo-Bataillone hierher verlegt wurden, gab es Proteste von Familienmitgliedern der Soldaten ebenso wie von demokratischen Menschen in Magaland bzw. Mizoram. Sie sagten, dass sie den Krieg gegen das Volk ablehnen; sie wollen nicht, dass ihre Kinder ausgeschickt werden, um ein anderes Volk zu unterdrücken. Strategisch gesehen ist das eine bessere Bedingung, um das Volk aller Nationalitäten zu vereinen, die Arbeiter/innen, Bäuer/innen, Mittelklasse und nationale Kapitalisten, und die Unterdrückung des Volkes, die überall stattfindet, wird langsam für die Herrschenden selbst konterproduktiv.

Insgesamt gesehen, hat der Feind im Namen der inneren Sicherheit einen totalen Krieg gegen das Volk erklärt, im Namen der Gefahr, die von den Maoist/innen ausgeht. In mehreren ländlichen Gebieten des Landes sind wir verhältnismäßig stark. Aber gegenwärtig sind unsere Kräfte schwach, wir sind in den städtischen Gebieten schwach, und wir sind auch unter den Arbeiter/innen und unter dem Kleinbürgertum schwach. Die Volksarmee ist zu schwach und ihre Waffen sind dem Feind unterlegen. Das ist allgemein gesehen unsere Schwäche. Die Volksarmee zu stärken und in städtischen Gebieten zu arbeiten gehört zu unseren wichtigsten Aufgaben. Der Vereinigungskongress unserer Partei hat klar einen strategischen Plan verkündet und bessere Dokumente vorgelegt, damit wir uns auf diesen Gebieten verbessern. Andererseits verschärfen sich die gesellschaftlichen Widersprüche sehr schnell. Zusammen mit den oben genannten Aufgaben konzentriert sich unsere Partei darauf, immer mehr Leute zu vereinigen. Wenn wir dabei Erfolg haben, können wir einen Sprung bei der Revolution machen. In Bezug auf die  Bildung einer Einheitsfront sind wir hoffungsvoll. In dieser neuen Situation ist das eine der dringendsten Aufgaben der indischen Revolution. Wir spüren deutlich, dass das nicht nur unsere Aufgabe ist, sondern die Aufgabe aller revolutionären, demokratischen, fortschrittlichen Kräfte. Gleichzeitig verschärfen sich die Widersprüche innerhalb der feindlichen Klassen. Das ist in Nandigram zu sehen und in gewissem Maß in den Kämpfen in Lalgarh. Wir nützen diese Widersprüche aus und es ist notwendig, sie überall auszunützen, um den Klassenkampf voranzutreiben. Wir arbeiten auch mit anderen demokratischen Organisationen und Leuten und mit einigen Einzelpersonen, die den herrschenden Klassen angehören, zu verschiedenen Fragen der Volksmassen, wobei wir taktische Fronten bilden. Wir und alle kämpfenden Parteien, Organisationen und Menschen müssen die Wichtigkeit der Einheit unter ihnen und der Bildung einer Einheitsfront verstehen. Wir geben den Anstoß für die Einheit des Volkes und für den Aufbau einer strategischen Einheitsfront und taktischer Fronten. Die strategische Einheitsfront wird vom unterdrückten Volk gegen Imperialismus, Feudalismus und bürokratischen Kompradoren-Kapitalismus gebildet. Trotz der Verstärkung der Widersprüche zwischen dem Imperialismus und dem indischen Volk wird unser Land von keinem imperialistischen Land angegriffen und wird auch nicht auf andrem Weg zu einer direkten Kolonie. Deshalb unterscheiden sich unsere derzeitigen Bedingungen von denen Chinas in der Mitte der 1930er Jahre, als die KP Chinas eine antiimperialistische Einheitsfront gegen den japanischen Imperialismus bildete.

 

Frage: Wie möchte die Partei die Schwierigkeiten bei der Bildung der Einheitsfront behandeln und was denkt die Partei in Zusammenhang mit den objektiven Bedingungen, über die subjektiven Bedingungen in der heutigen Situation?

Genossen, zuerst, als ersten Aspekt, möchte die Maoistische Partei ein Zentrum für das Volk des Landes und seine Entwicklung werden, seine Bestrebungen repräsentieren. Wir repräsentieren mehr als 95% der Bevölkerung. Es gibt günstige objektive Bedingungen für den Zusammenschluss des Volkes und auch das Volk will eine Partei, die seinen Interessen dient. Wir arbeiten nicht für Teilreformen innerhalb des bürgerlichen Ausbeutersystems. Wir kämpfen für sozialökonomische Forderungen des Volkes ebenso wie für die qualitative Veränderung der ganz grundlegenden Struktur der Gesellschaft. Wenn es uns gelingt, das dem Volk klar zu machen, werden wir bei seiner Mobilisierung und Organisierung für den Krieg Erfolg haben und siegen.

Die Erfahrungen zeigen immer, wenn der langandauernde Volkskrieg ebenso wie ein nationaler Befreiungskrieg ohne Massenbasis, ohne befreite Gebiete, geführt wurde, gelang es dem Volk nicht, eine starke Einheitsfront zu bilden. Im Verlauf des revolutionären Kampfes, bei der Bildung der Armee und der Einrichtung von Basisgebieten, können wir mehrere taktische Einheitsfronten und sogar zerbrechliche strategische Einheitsfronten bilden. Wir müssen uns sehr darum bemühen, die Massen im Krieg gegen ihre Feinde zu mobilisieren und eine eigene Armee zu bilden und stabile Basisgebiete zu errichten und vorwärts zu marschieren, um eine starke Einheitsfront aufzubauen.

 

Frage: Was sind die Wege und Methoden, Freunde zu gewinnen?

 

Antwort: Für die möglichst breite Einheit dürfen wir nicht sektiererisch an die Freunde der Neudemokratischen Revolution herangehen. Gegenwärtig treten mehrere Kräfte gegen den Feind auf. Wir müssen auch zulassen, dass sie sich entwickeln. In der Einheitsfront mag es auch zu einigen Fragen Vertreter/innen der unterdrückenden Klassen geben. Wir können nicht erwarten, dass sie sich unseren Reihen anschließen, was erst nach langer Zeit geschehen wird. Jetzt einmal müssen wir fest an unserem strategischen Ziel festhalten und dafür müssen wir taktisch flexibel bleiben. Genauer gesagt gibt es zwei unterschiedliche Arten von Einheitsfront. Eine innerhalb des Volkes und eine andere zwischen dem Volk und dem Feind (ein Teil / eine Gruppe / einige Personen aus den feindlichen Klassen), wobei wir die Widersprüche beim Feind ausnützen. Die Partei muss das machen. Diesen Spielraum gibt es in manchen Fragen bis zu einem gewissen Ausmaß. Wir nennen das die indirekten Reserven der Revolution, die sorgfältig ausgenützt werden können. Wenn wir klar verstehen, dass sie nicht unsere Klassenverbündeten sind, dann sollten wir keine rechtsopportunistischen Abweichungen haben. Wir brauchen derartige Einheitsfronten für den Erfolg der Revolution. Ein Großteil der indischen Linken, wie die CPI und CPM, trabte weitgehend hinter der Bourgeoisie her und degenerierte [„Kommunistische Partei Indiens“, „Kommunistische Partei Indiens – Marxistisch“, d.Ü.].

Der letzte Aspekt ist, dass jede Klasse ein anderes Klasseninteresse und eine andere Weltanschauung hat. In diesem Sinn ist die Einheitsfront auch eine Kampffront. Aber insgesamt ist es so, dass wenn der Kampf gegen den Hauptfeind gerichtet wird, dann wird jener Kampf sekundär, während die Einheit primär wird. Die wirkliche Frage ist, wie dieser Kampf und diese Einheit gewichtet und wirksam genützt werden kann. Der Klassenfeind wird sich nie auf die Seite des Volkes stellen. Sogar nach der Machtergreifung wird der Kampf innerhalb der Gesellschaft eine lange Zeit weiter gehen. Daher sollten die Einheitsfront und der Klassenkampf gleichzeitig weiter gehen. Dafür ist es eine äußerst wichtige Aufgabe sich auf die ideologische und politisch Erziehung der Massen zu konzentrieren. Wenn wir dabei erfolgreich sind, können wir auch jene Teile gewinnen und ihnen erlauben, sich unseren Reihen anzuschließen. Diese Parteien haben auch Teile des Volkes unter einer korrupten Führung. Wenn wir diese Teile des Volkes durch politischen und ideologischen Kampf für uns gewinnen, können wir eine große Zahl ihrer Basismitglieder gewinnen. Der revolutionäre Durchbruch ist mit diesem Prozess verbunden. Die chinesische und die nepalesische Partei haben genau das gemacht und sich durch Sprünge und Windungen entwickelt. Sowohl die Kaderkräfte als auch die Armee können sich dadurch auch politisch und ideologisch entwickeln. Wenn dieses dialektische Verhältnis zwischen Einheitsfront und dem politischen und ideologischen Kampf sorgfältig behandelt wird, werden wir bei der Bildung einer starken Einheitsfront Erfolg haben und den Hauptfeind isolieren. Der Einfluss der bürgerlichen Klassen kann auf Basis der historischen Lehren des Marxismus als wissenschaftlicher Theorie beseitigt werden. Wenn wir das machen, können wir das Volk gewinnen und sogar ihre Weltsicht verändern und sie in eine marxistische Weltsicht umwandeln.

Wir haben über unser grundlegendes Verständnis einer Einheitsfront gesprochen. Was die subjektiven Bedingungen der Revolution betrifft, sind die revolutionären Intellektuellen und die demokratische Bevölkerung positiv für das Volk eingestellt. Aber dass muss praktisch nutzbar gemacht werden. Die zweite Frage ist die scharfe Unterdrückung, wie kann das alles erreicht werden?

Wir wissen, dass wir noch immer eine kleine Partei sind. Aber unsere wirkliche Stärke liegt in der marxistischen Ideologie, in den Klassen, die sie repräsentiert, in ihrer Linie und Politik. Und was sind die Methoden, um die Einheitsfront zu erreichen? Die bürokratische Kompradorenbourgeoisie, die Großgrundbesitzer und Imperialisten sind die Feinde, gegen die gewaltige Massen auf Basis der Massenlinie und Klassenlinie geeint werden müssen. Wenn wir weiter an den Interessen der Massen festhalten und sowohl die Massenlinie als auch die Klassenlinie korrekt verfolgen, werden wir sicher Erfolg haben und uns von einer kleinen Kraft in eine große nationale Kraft verwandeln.

Frage: Aber wie macht ihr das praktisch?

Ich habe über unsere Stärke gesprochen, obwohl wir materiell schwach und klein sind. Ich habe beschrieben, wo unsere hauptsächliche Stärke liegt. Aber wir brauchen auch materielle Stärke um zu kämpfen. Wir brauchen eine schlagkräftige Armee und eine starke Massenbasis ebenso wie eine starke Partei. Das ist ein praktisches Muss. Wenn das nicht vorhanden ist, wird das in eine Niederlage führen, ganz egal wie stark wir ideologisch sind. Deshalb müssen wir wachsen. Dafür müssen wir angesichts der feindlichen Unterdrückung eine korrekte Taktik verwenden. Unserer Einschätzung nach will der Feind einen totalen Krieg führen. Aber er gräbt sich damit seine eigene Falle. Wenn wir das richtig verstehen und den Guerillakrieg effektiv führen, werden wir siegreich sein. In praktischer Hinsicht gibt es zwei Fragen. Die erste betrifft die Widersprüche innerhalb der herrschenden Klassen: Es gibt alte Widersprüche in der Gesellschaft und neue Widersprüche, die sich innerhalb der herrschenden Klassen herausbilden werden, die zugunsten des Volkes genutzt werden müssen und können. Das ist notwendig, nicht nur um den Feind zu besiegen und unmittelbaren Nutzen daraus zu ziehen, sondern auch für einen längerfristigen revolutionären Zweck. Wir sollten unsere Massenbasis und die Fronten stärken, die die wichtigsten Schutzschilder unserer Macht sind. Genosse Mao sagte, dass für die Entwicklung der Armee und des Krieges das Volk das Entscheidende ist. Wir müssen die breiten Massen gegen den Feind mobilisieren und die Widersprüche beim Feind nutzen, um ihn nach und nach zu vernichten.

Zweitens. Als wir den Guerillakrieg in Andhra [Pradesh] führten, erlitten wir Rückschläge; aber wir haben nicht völlig aufgegeben; trotzdem war es ein Rückschlag. Vom Godavari Tal (in Andhra Pradesh) bis Maharashtra, Orissa, Bihar, Jharkhand bis zur Grenze von Westbengalen müssen wir den Guerillakrieg intensivieren und ausdehnen. Unsere Kräfte müssen dem Feind Widerstand leisten, aber das muss entsprechend der konkreten Situation zu unserem Vorteil genutzt werden. Gegenwärtig müssen wir grundsätzlich die Taktik des Zuschlagens und sich-Zurückziehens (Hit-and-run) klug anwenden. Wir müssen den Guerillakrieg in einen beweglichen Krieg weiterentwickeln und die Guerillaarmee in eine reguläre Armee. Wir brauchen die aktive Beteiligung des Volkes. Unsere Stärke liegt im Volk. Der Feind wird sich bemühen, dass wir uns nur auf bewaffnete Konfrontationen beschränken. Und sie wollen erreichen, dass wir uns auf abgegrenzte Gebiete beschränken. Sie teilen unsere Gebiete in verschiedene Abschnitte und kreisen uns ein. Aber auch wir können sie wie Honigbienen in ihren Basislagern angreifen, wenn wir das Volk mobilisieren. In Gebieten, wo sich feindliche Lager befinden, sogar in solchen Dörfern, haben wir Revolutionäre Volkskomitees, wo die Arbeit weiter geht. Hunderte Menschen haben mit vollem Wissen des Geheimdienstes in den Lagern Teiche angelegt. Während der Feind die Massen spaltet, versuchen wir so, unsere Basis zu erweitern und die Lager und Basen des Feindes einzukreisen. Wir müssen die strategische Wichtigkeit des Guerillakriegs im Auge behalten. Sie kommen mit 100.000 Soldaten. Sie haben beschlossen, die Rashtriya Rifles (eine Spezialeinheit der Aufstandsbekämpfungskräfte der indischen Armee) von Jammu und Kashmir herzubringen und einzusetzen. Aber Lalgarh und Surjagarh bedeuten immer noch mehrere zehn Millionen Menschen. Wenn es uns gelingt, die Massen für den aktiven Widerstandskampf zu gewinnen, um den Feind zurückzuschlagen, dann können wir genau diesen Krieg zu einer Basis für eine revolutionäre Veränderung machen. Wir haben eine wirkliche Herausforderung vor uns, aber wir sind zuversichtlich, dass darin ein langfristiger Vorteil liegt, den wir nicht innerhalb kurzer Zeit erreichen können. Aber ganz anders als es der Feind möchte, nämlich das ganze in kurzer Zeit zu beenden, wollen wir diesen Krieg ausdehnen und die Situation zu unseren Gunsten, zum Vorteil für die Revolution verändern.

Sie versuchen unser Gebiet einzuengen, während wir versuchen, es auszudehnen. Sie bauen Gram Surakshas Samithis auf, um die sogenannten asozialen Kräfte zu bekämpfen und unternehmen alles, um uns einzuschränken. Aber die Menschen laden uns ein. Sogar neue, weniger erfahrene, schlecht bewaffnete Kader werden von den Menschen eingeladen diese Gebiete  zu besuchen. Zum Beispiel Sonebhadra in Orissa, die Dörfer haben uns selbst eingeladen. Oder es wurde auch unser Plan, uns von Raigad nach Nayagad auszudehnen dadurch ermöglicht, wie der Überfall auf Nayagad im Rahmen der Operation Ropeway durchgeführt wurde, was es uns erlaubt hat, uns in nur 8 bis 10 Monaten in dieses Gebiet auszudehnen. So hatte der Nayagad-Überfall nicht nur militärische Bedeutung, sondern auch politische Bedeutung, weil ein strategischer Grund hinter dem Überfall stand. Weiters wurde auch die Operation Vikas durchgeführt, um in das Manpur-Gebiet (Chattisgarh) in der Ebene vorzustoßen. Und die Leute laden uns ein und sie zeigen große Zuversicht. Wenn wir uns auf diese Weise ausdehnen, werden wir sicher wachsen und den Guerillakrieg ausdehnen. Wenn wir so vorgehen und erfolgreich den Krieg in die Länge ziehen, dann muss sich die politische und wirtschaftliche Lage auf längere Sicht jedenfalls ändern und unter dem Druck wird der Staat zerbröseln.. Derzeit steckt der Staat bewusst viel ins Militär, aber wenn sich der Krieg in die Länge zieht und in immer neue Gebiete vordringt, wird es zum Misserfolg führen, wenn dafür auf längere Sicht umso mehr ausgegeben wird. Wir führen unseren Krieg mit diesem strategischen Plan. Den zweiten Aspekt dieser Frage habe ich schon bei meiner Antwort auf Ihre erste Frage erläutert.

 

Frage: Ist es in der heutigen Situation für die Partei möglich, im Zentrum einer Einheitsfront zu stehen? Zum Beispiel bei der Arbeit in Delhi, wo die Partei schwach ist, wie stellt sie sich da die Einheitsfront vor?

Antwort: Es ist eine äußerst wichtige Aufgabe die Partei im Zentrum der Einheitsfront zu halten.

Ich hab schon den ersten Aspekt Ihrer Frage in meiner Antwort auf die erste Frage beantwortet.

Zum zweiten Aspekt Ihrer Frage, wenn man das in Delhi machen könnte, wäre es einfacher zu arbeiten. Aber das ist heute nicht der Fall. Daher hat die Partei nachdem sie die Situation analysiert hat, entschieden, die Partei durch verschiedene andere Mittel im Zentrum zu halten. Es gibt andere Mittel – durch andere maoistische Kräfte, demokratische und andere progressive Kräfte. Und daher müssen wir an Orten wie Delhi, wo es für die Partei direkt nur begrenzten Raum gibt, auf andere Art arbeiten. Unsere Kräfte müssen die Gelegenheiten nutzen, fähige Kräfte für die Einheitsfront einsetzen, die verlässlichsten Kräfte feststellen und an jedem wichtigen Ort eine gemeinsame Vereinbarung organisieren. Es müssen unterschiedliche Vereinbarungen getroffen werden. Andere demokratische, fortschrittliche und maoistische Kräfte müssen zusammengebracht werden und übergangsweise sollen sie auch veranlasst werden zu führen.

 

Frage: Die Situation in den frühen Tagen der Lalgarh-Bewegung war so, dass Intellektuelle in großer Zahl dorthin kamen, um die Lalgarh-Bewegung zu unterstützen. Aber in letzter Zeit haben die Intellektuellen Differenzen hinsichtlich der späteren Entwicklungsstufen der Bewegung, und der Schwerpunkt hat sich auf solche Fragen wie Opposition gegen das Gesetz zur Verhinderung gesetzloser Aktivitäten (Unlawful Activities Prevention Act, UAPA) verlagert. Wie sehen Sie die Situation?

 

Antwort: Wenn ich den neuesten Bericht des Staatskomitees hätte, wäre es für mich leichter, diese Frage zu beantworten. Aber trotzdem möchte ich sagen, dass es anfangs viel Unterstützung unter der städtischen Intelligenz gegeben hat. Jetzt wird das im Zusammenhang mit dem Angriff des Feindes und dem Charakter der Kämpfe auch zu einer Veränderung in der Reaktion der Unterstützerbasis kommen. Einige Leute werden auch auf die andere Seite der Lalgarh-Bewegung gehen. In Bengalen ist unser Einfluss in den Bürgerrechtsgruppen und in den städtischen Gebieten nicht sehr stark. Wir müssen mehr tun, um diesen zu entwickeln. Wir müssen unsere Arbeit in den städtischen Gebieten verstärken. Viel wird von unserer Arbeit dort und von der Entwicklung der Lalgarh-Bewegung auf eine höhere Stufe abhängen. Es gibt viele Unterschiede zwischen der Arbeit unter den Massen und der Arbeit unter Intellektuellen. Letzteres beinhaltet verschiedene komplexe Faktoren. In diesem Zusammenhang ist es positiv für uns, wenn sich Intellektuelle zu einem Problem zusammenschließen, und sei es das UAP-Gesetz, wenn wir berücksichtigen, dass es nicht in Widerspruch zu unserem größeren Kampf steht. Diejenigen, die die gewaltsame Phase der Bewegung nicht direkt unterstützen können, können sich zu anderen Problemen, wie jenen zusammenschließen. Daher können sich die Forderungen ändern, aber es müssen Parolen des Volkes sein. Und sowohl Lalgarh als auch die neuen Parolen müssen ausgewogen sein. Ich würde sagen, dass die Partei ausdrücklich positive Kritik von jedem Teil des Volkes annimmt, sogar von solchen, die vielleicht nicht mit unserer grundlegenden Linie übereinstimmten, aber für das Volk eingetreten sind. Wir begrüßen die Kritik aus dem Volk, die unsere Fehler berichtigen und unsere Partei stärken. Die Bewegung gegen das UAP-Gesetz wird sicher über kurz oder lang dem Interesse des Volkes nützen. Und allgemein gesehen, gibt es in längerfristiger Hinsicht bei dieser und jeder anderen Bewegung auf diesem Gebiet keine Widersprüche zu den Interessen der Partei.

Frage: Welchen Platz nimmt die Demokratie in der Arbeit der Partei ein? Ich meine das Streikrecht, das Recht auf abweichende Meinung und das Recht auf freie Meinungsäußerung?

 

Antwort: Das ist eine sehr wichtige Frage; und darüber gibt es keine Unklarheiten in unserer Partei. Wir brauchen einen neudemokratischen Staat, in dem alle anderen als die bürokratische Kompradoren-bourgeoisie, die Großgrundbesitzer und die Imperialisten wirkliche und echte Freiheit haben werden. Außer für Volksfeinde wird es für jede/n wirkliche und echte Demokratie geben. Zusätzlich möchte ich sagen, dass wir bei der Erstellung des Politischen Programms der Revolutionären Volkskomitees (RPCs) / Jantana Sarkars die Erfahrung der Graam Raajyas der historischen bewaffneten Agrarrevolution von Telangana studiert haben, das Programm der chinesischen Räteorgane, der Barrio-Volkskomitees der Philippinen, der Revolutionären Volks-komitees von Peru, der Vereinigten Revolutionären Volksräte von Nepal und auch die Große Proletarische Kulturrevolution studiert haben. In Übereinstimmung mit dem oben genannten haben wir alle grundlegenden Rechte, einschließlich des Rechts, dass jede/r Wähler/in das Recht hat, jede gewählte Person wieder abzuwählen. Ebenso hat jede/r das Recht, jede Person mit einer öffentlichen Funktion vor Gericht zu bringen um sie anzuklagen, wenn sie gegen das Interesse des Volkes arbeitet. In Bezug auf die vier großen Freiheiten, die vom Vorsitzenden Mao während der Kulturrevolution verkündet wurden, sind alle außer den Wandzeitungen im Politischen Programm der RPC/Janathan Sarkar verankert. Mit steigender Entwicklung der Janatana Sarkar werden wir auch die Freiheit von Wandzeitungen einführen. Nach der Verfassung wird keine körperliche Strafe für politische Gefangene erlaubt, jeder Mensch hat das Recht auf unterschiedliche politische Meinung und auch  sich zusammenzuschließen. Der indische Staat versucht, die Kontrolle über abweichende Meinungen zu haben, und deshalb wollen die Leute die Revolution. Wir wollen denselben Fehler nicht wiederholen. Außerdem hat jede Person das Recht auf Berufung gegen Fehler in der Anklage und kann sich an das Revolutionäre Volkskomitee im Dorf oder an höhere Ebenen oder auch an die Partei wenden. Zum Beispiel hat es in einem neu gewonnen Gebiet einen Vorfall gegeben, wo in Zusammenarbeit mit einem Generalinspektor der Polizei 33 Mitglieder aus zwei Dörfern zu Agenten des Feindes wurden. So gingen unsere Genoss/innen hin und behandelten das Problem. Obwohl die Dorfbewohner für den Hauptagenten der Polizei die Todesstrafe verlangten, schritt die Partei ein, um dieser Person die Möglichkeit zu geben, ihren Fehler zu erkennen.

 

Frage: Nicht unbedingt jeder will sich an der Einheitsfront beteiligen. Einige maoistische Vereine und demokratische Organisationen werden vielleicht draußen bleiben. Wie werden Sie damit umgehen?

Die sich dagegen stellen, sind Volksfeinde und mehr als 95% des unterdrückten Volkes würden gegen sie sein. Aber auch 5% ist im indischen Zusammenhang eine große Zahl. Unsere Partei glaubt, dass im Verlauf des langandauernden Volkskriegs der Rahmen für die Vernichtung der politischen Macht des Feindes geschaffen wird, sowohl direkt als auch kulturell, weil vielen Anhänger/innen geholfen wird, sich zu verändern. In China war Frau Sun Yat Sen bis zu ihrem letzten Tag an der Macht, obwohl sie nie ein Parteimitglied war. Sie können so lange bleiben, solange sie dem Volk dienen und die Unterstützung des Volkes haben. Wenn sie gesellschaftlich und politisch unbedeutend werden, werden sie automatisch verschwinden. Wenn solche Parteien Unterstützung im Volk haben, ist es möglich für sie, Wahlen zu gewinnen. Es gibt auch die Bestimmung in unserem Politischen Programm der RPC, dass auch andere Personen, die anderen Parteien/Organisationen angehören, im RPC mitmachen können, wenn sie Wähler/innen sind und sie das Recht haben, in die RPCs gewählt zu werden. Da das unsere Vorstellung ist, muss es auch praktisch vor Ort umgesetzt werden. Wir müssen diesen Bereich entwickeln. Nepal hat in dieser Hinsicht einige Fortschritte gemacht.

Wir schaffen für die kleine und mittlere Bourgeoisie den Rahmen, innerhalb bestimmter Einschränkungen zu wachsen, sodass sie sich nicht gegen das Volks stellen, und damit der Schwarzmarkt, das Horten von Waren und die Spekulation kontrolliert werden kann. Wir beschränken nur das Großkapital der bürokratischen Kompradorenbourgeoisie und das ausländische; zum Beispiel hat die Regierung 1998-99 kleine Händler/innen daran gehindert, Produkte des Waldes zu verkaufen, deshalb haben wir, als die Khirjas (lokale Händler/innen) protestiert haben, für sie in einer Bewegung gekämpft; obwohl wir den Wucher beendet haben und die willkürliche Ausbeutung eingeschränkt haben, behindern wir nicht die Einfuhr von Produkten von außen. Das ist eine Art von kapitalistischer Entwicklung, aber wir kontrollieren sie. Es ist notwendig, die Volkswirtschaft zu entwickeln. Wenn die Händler/innen nicht zusammenarbeiten würden, wie hätten wir da überlebt? Unter der Janatana Cirkar beschäftigt sich die Abteilung für Handel und Industrie mit den Kleinhändler/innen sodass die Bourgeoisie draußen keinen Vorteil daraus ziehen kann. So geht die volle Freiheit weiter, auch wenn es Kollaboratöre gibt, die versuchen sie auf ihre Seite zu ziehen. Nur im Zusammenhang mit Leben und Tod ist die Todesstrafe erlaubt. Aber gerade jetzt, wo wir mit Unterdrückung und Krieg konfrontiert sind, befinden wir uns in einer vielschichtigen Situation, das muss gesehen werden.

Frage: Was ist die Haltung der Partei zu Gesprächen?

Im Allgemeinen wollen das Volk und die maoistischen Revolutionär/innen keine Gewalt oder bewaffnete Konflikte mit irgendwem. Nur unter unvermeidlichen Bedingungen greifen sie zu den Waffen, um dem Feind Widerstand zu leisten, und sie lernen aus der Geschichte und führen einen Befreiungskrieg. Wir sehen das also als einen Krieg zur Selbstverteidigung. Im Zusammenhang des totalen Krieges müssen wir sehen, dass der Staat  Andhra Pradesh 130.000 bewaffnete Kräfte hat, in Chattisgarh gibt es 45.000 Streitkräfte (die bald um mehr als 20.000 vergrößert werden), 160.000 in Maharashtra. So hat jeder Staat Polizeikräfte die zahlenmäßig größer sind als die Streitkräfte auf nationaler Ebene vieler europäischer Länder. Die grausamsten und gefährlichsten Spezialeinheiten wurden von den Streitkräften auf nationaler Ebene ausgebildet zusammen mit verschiedenen drakonischen Gesetzen, die gegen das Volk gerichtet sind. Bengalen, Bihar, Orissa, Jharkhand, Chattisgarh, Maharashtra, Andhra Pradesh haben zusammen mit Uttar Pradesh Madhya Pradesh mehr als 700.000 bis 800.000 Polizeikräfte. Von diesen stehen 250.000 bis 300.000 Polizeikräfte direkt im Kampf gegen das Volk. Weiters werden 100.000 zentrale paramilitärische Kräfte in diesen Gebieten eingesetzt. Hier kämpft das Volk gegen Kräfte, die stärker sind als die im Nordosten oder in Jammu-Kashmir. Das ist ein brutaler und gewaltsamer Feldzug, der auf die Unterdrückung der politischen Bewegung des Volkes und auf die Ausbeutung der Bodenschätze abzielt.

In diesem Zusammenhang können wir vielleicht auf eine kleine Unterbrechung hoffen. Je länger die Pause, desto besser für das Volk. Die demokratische Arbeit braucht diesen Zusammenhang. Aber während die Regierung in der einen Hand die automatische Waffe hält, können wir nicht darüber sprechen. Das Volk wird weiterkämpfen. Solang die Kugeln fliegen wird das Volk die Waffen niemals niederlegen und das Volk wird sich nicht ergeben. Alle demokratischen, fortschrittlichen, patriotischen Kräfte müssen sich vereinigen und gegen den totalen Krieg der zentralen Regierung und der Regierungen der Staaten kämpfen. Kurz gesagt sind  die Hauptforderungen, die die Partei der Regierung in Bezug auf irgendwelche Verhandlungen stellt: 1. Der totale Krieg muss beendet werden. 2. Für jede Art von demokratischer Arbeit muss das Verbot gegenüber der Partei und den Massenorganisationen aufgehoben werden. 3. Illegale Einkerkerungen und Folterungen von Genoss/innen müssen sofort gestoppt und sie sofort frei gelassen werden. Wenn diese Forderungen erfüllt werden, dann werden genau die Führer/innen, die aus den Gefängnissen entlassen werden, die Gespräche führen und die Partei in den Gesprächen vertreten.

Eine Einführung in die Entwicklung unserer Partei

Seit Jan Myrdal in den 1980er Jahren sein Buch „India Waits“ (Indien wartet) schrieb, in dem er über die Bewegung berichtet, gab es mehrere Entwicklungen bei verschiedenen Aspekten, sowohl politisch als auch militärisch. Seither haben wir die Entwicklung einer Perspektive erlebt, wobei die konkreten indischen Besonderheiten berücksichtigt wurden. Es gab nur wenige erfahrene Führer/innen, die aus den Tagen des Genossen Charu Mazumdar übrig geblieben sind. Viele sind rechten Abweichungen gefolgt, einige linken Abweichungen und nur wenige sind hierher gekommen. So war es im Großen und Ganzen eine neue Generation, eine neue Jugend, und es musste viel Zeit investiert werden, um sie in erfahrene Kader zu verwandeln. Als Sie, Jan Myrdal, im Jahr 1980 hierher gekommen sind, hatte die Partei noch dieses Problem. Es dauerte noch 6 – 7 Jahre, dass sich eine richtige Führung im Zusammenhang mit dem Volkskrieg herausgebildet hat. Als Jan Myrdal im Jahr 1980 Andhra Pradesh besuchte, gab es nur ein Staatskomitee der CPI(ML) dort und eines in Tamil Nadu. Es gab auch ein Zentralkomitee, aber natürlich nur begrenzt auf diese zwei Staaten, seine Reichweite war beschränkt. Das MCC (Maoistisches Kommunistisches Zentrum) arbeitete in Bengalen und Bihar in dieser Zeit; aber in Bengalen war es sehr schwach. Ebenso arbeitete PW (Volkskrieg) in Andhra Pradesh und Tamil Nadu, aber in Tamil Nadu war es sehr schwach. Das ist ein Rückblick auf die Arbeit in diesen beiden Zentren, in diesen zwei Regionen. Gen. Kobal Gandhi und einige andere Genoss/innen von Maharashtra schlossen sich später PW an. Beim MCC begann Gen. Kanhai Chatterji die Arbeit in einigen Gebieten einschließlich Assam, aber in sehr beschränktem Umfang. Jetzt sind wir in 20 Staaten vertreten, aber die Partei ist immer noch in vielen dieser Gebiete sehr schwach. So gibt es eine ungleichmäßige Entwicklung im Verlauf des langandauernden Volkskriegs, wo je nach unserer Stärke die Bewegung in verschiedenen Regionen auf verschiedenen Ebenen arbeitet. In diesem Zusammenhang müssen wir die Entwicklung und die Rolle einer revolutionären Partei beachten, was wichtig ist und was ich erklären werde.

Genossen, im Jahr 1980 versuchte sich die Partei von einem Rückschlag zu erholen. Sie versuchte sich zu reorganisieren und zu festigen. Einerseits hatten wir das Problem des Sektierertums und andererseits hatten wir die Massenbasis Großteils verloren. So mussten wir alles wiederbeleben, sowohl hinsichtlich des Massenkampfes als auch militärisch. Entsprechend änderte sich auch unsere Taktik. Zu jener Zeit waren es vor allem die antifeudalen Kämpfe und die antiimperialistische Agit-Prop, die begonnen wurden, um eine staatsfeindliche Stimmung und offene Bewegungen in den städtischen Gebieten zu schaffen.

Vorher, unter Gen. Charu Mazumdar, war eine Linie verfolgt worden, die die Massenorganisationen missachtete. Später überdachten wir das und nach einer intensiven, selbstkritischen Überprüfung anerkannten wir, dass es in den früheren Jahren einige Fehler gegeben hatte, und auf dieser Grundlage bauten wir die Bewegung wieder auf, um weiter zu kommen. Die selbstkritische Überprüfung fand 1974 statt und es dauerte bis August 1977, dass die Kräfte innerhalb der Partei überzeugt waren. Und praktisch wurde das bei der Parteikonferenz im Staat Andhra Pradesh im September 1980 bekräftigt, was den Beginn einer neuen Praxis bedeutete.

Erst einmal braucht eine revolutionäre Partei eine Führung, um die nationalen und internationalen Bedingungen ebenso wie die wirtschaftlichen und politischen Bedingungen zu verstehen und eine entsprechende Taktik zu entwickeln. Einige dieser Perspektiven, von denen ich gesprochen habe, haben wir in der Zeit nach 1980 gesammelt, und wir können das in späteren Jahren sehen, dass wir in Bezug auf ein besseres Verständnis eine Entwicklung durchgemacht haben.

Zweitens muss eine revolutionäre Partei Leute organisieren und den Klassenkampf führen. Ausgehend von der strategischen Perspektive wurden Pläne entwickelt und Stellen ausgesucht, und seit 1980 gab es einige Fortschritte in Fragen der Volkskämpfe unter Führung der Partei, die sich konkret entwickelten.

Drittens ist es für eine revolutionäre Partei wichtig, den bewaffneten Kampf zu entwickeln. Die Kommunistische Partei – Reddy Gruppe hatte den Namen CPI(ML) – Kommunistische Partei Indiens (Marxistisch-Leninistisch) – und war Teil der PCP – Plattform Kommunistischer Parteien – unter Führung der SNS (Satya Narain Singh-Gruppe). Nur sie hatten zu jener Zeit einige Einheiten im Godvari-Gebiet, die Sie damals besucht hatten. Die Organisation People‘s War hatte nur mit einigen bewaffneten Einheiten in Form von Bauerneinheiten begonnen, während sie schon 60 bis 70 bewaffnete Kader zu dieser Zeit hatten.

Später, als wir den Klassenkampf nach der Vorstellung der gebietsorientierten Machtergreifung entwickelten, um die Volksarmee aufzubauen, begannen PW hier und MCC dort Guerillaeinheiten auf der Ebene von 5, 7, 9 und 11 zu bilden. So entstanden einige Kampfgruppen in Zugsstärke und Guerillazonen. In einigen Gebieten entstanden kurz vor der Vereinigung von 2004 sogar Kompanien. Die frühere PW-Organisation hatte die People‘s Guerilla Army (Volksguerilla-Armee) während die MCC-Organisation die People‘s Liberation Guerilla Army (Volksbefreiungs-Guerillaarmee) hatte. Beim Zusammenschluss-Prozess bildeten wir die PLGA unter Führung der CPI(Maoist). Die nächste Stufe sind Bataillone, die sich weiterentwickeln zur Bildung einer Volksbefreiungsarmee (PLA). Gestützt auf die wesentlichen Grundsätze haben wir die höheren Stufen der politischen und militärischen Macht und der politischen Volksmacht entwickelt. Die Vorstellung davon hatten wir schon vor den 1980er Jahren. Aber praktisch wurde es erst aufgrund der konkreten Entwicklung nach der Vereinigung erreicht.

Es gibt noch zwei Entwicklungen, auf die ich hinweisen möchte. Eine Partei, die in der Praxis eine Taktik und Politik entwickelt, in die eine große Zahl von Mitgliedermassen einbezogen werden, muss es schaffen, Tausende und Hunderttausende Menschen einzubeziehen. Praktisch gab es bei uns, während wir mit den Problemen konfrontiert waren und die Fehler korrigierten, heftige innere und äußere Kämpfe. Nur auf dem Weg des heftigen ideologischen und politischen Kampfes haben wir unsere heutige Position erreicht. Nach der Korrektur und der Überprüfung in den 1970ern war die PW-Organisation entstanden und sie sah sich einer großen inneren Krise gegenüber, und zwar 1. in Form von Sektierertum und Dogmatismus Mitte der 1980er und 2. die Hürde, die die Führung unter Gen. Kondapalli Seetharamiah Anfang der 1990er darstellte. Dann waren noch einmal die Zusammenstöße zwischen MCC und PW eine bittere und unvergessliche Erfahrung, ein schwarzes Kapitel in unserer Geschichte. Um die ideologischen und politischen Herausforderungen zu bewältigen entwickelte die Partei zwei Zugänge: Diskussion und Überprüfung und Kampf. Alle drei Mal kam die Partei erfolgreich aus der Krise heraus. Auch die MCC-Organisation überwand auf diese Weise ihre eigenen inneren Krisen. Ein Teil von ihnen wollte den Kampf fortsetzen, es gab auch Differenzen, die den Maoismus und Dogmatismus betrafen, die sie erfolgreich überwunden haben. Auch die Party Unity-Organisation kämpfte gegen Kräfte, die sich gegen den langandauernden Volkskrieg und die Agrarrevolution stellten, und entwickelte sich erfolgreich. PW und MCC wurden auf dieser Stufe sogar kleiner, während die Gruppen von Vinod Mishra und Satya Narain Singh stärker und einflussreicher wurden. Während Vinod Mishra sich dem Linksopportunismus zuwendete, bewegte sich Satya Narain Singh in Richtung Rechtsopportunismus. Und in der Praxis spalteten sie sich und gingen in Wirklichkeit der Auflösung entgegen – heute bestehen sie eigentlich nur noch dem Namen nach. Früher, im Zusammenhang mit dem Kampf gegen den Revisionismus, hatten wir das Problem, dass wir eine Linie hatten, die nur die Eroberung der Staatsmacht behandelte und andere politische Fragen, wie Nationalitätenfrage, Frauenfrage, die Frage der Dalits (der sogenannten „Unberührbaren“ oder Kastenlosen) und Fragen der religiösen Minderheiten mechanisch behandelt wurden. Später jedoch korrigierten wir diese Haltung und verbanden Tagesforderungen und Maximalforderungen miteinander. Das war eine unbedingte Notwendigkeit für die Neudemokratische Revolution und die Entwicklung in diese Richtung. Während verschieden andere marxistisch-leninistische Gruppen nur Tagesforderungen aufstellten und damit in den Revisionismus abglitten, stellten wir lange Zeit nur Maximalforderungen auf. Aber jetzt stellen wir Tagesforderungen und Maximalforderungen zusammen auf und bewegen uns hin zu einer besseren Entwicklung.

Für die Schulung der Partei gibt es mehrere Parteizeitungen auf zentraler, staatlicher und auf Bezirksebene. Ungefähr 25 Parteiorgane haben wir. Mehrere andere sind Zeitungen der Massenorganisationen. Auf zentraler Ebene geben wir z.B. den „People‘s War/Laal Pathaaka“, eine ideologische und politische Zeitschrift gleichzeitig in Englisch und Hindi und in anderen Sprachen heraus; „Awami Jung“, eine Militärzeitschrift kommt in verschiedenen Sprachen heraus; das „Maoist Information Bulletin“ auf Englisch.

In DK (Dandkaranya) geben wir folgende Zeitschriften heraus:

1. Prabhath (politische Parteizeitschrift, auf Hindi)

2. Viyyukka (ideologische und politische Zeitschrift, auf Gondi/Koyam)

3. Padiyora Pollo (Militärzeitschrift; auf Gondi/Koyam)

4. Sangharsharath Mahila (KAMS-Zeitschrift, auf Hindi)

5. Jhankar (mehrsprachige Literatur- und Kulturzeitschrift)

Auf Divisions- bzw. Bezirksebene erscheinen auf Gondi/Koyam:

South Bastar Division: Pituri (Rebellion); West Bastar Division: Midangur (Feuerstelle); Darbha Division: Moyil Gudrum (Donner); Nord- und Süddivision von Gadichiroli: Puddhu (Sonne); Vereinigte Maad- und Nord-Bastar-Division: Bhoomkal (Erdbeben); East Bastar Division: Bhoomkal Sandesh (Rebellionsbericht); im Unterschied zu den anderen hat das Janatana Sarkar (das Revolutionäre Volkskomitee) auch eine eigene Zeitschrift mit dem Namen Janatana Raj (Volksstaat).

Es gibt auch organisierte Studiengruppen mit Unterlagen und Lehrplan. Politische Lehrgänge werden auf verschiedenen staatlichen Ebenen organisiert, manchmal werden Korrekturkampagnen für 4-6 Monate oder ein Jahr organisiert, wo zur politischen und ideologischen Schulung die Geschichte der chinesischen, philippinischen und peruanischen Revolution diskutiert werden. Es gibt militärische Ausbildungsteams für Militärschulungen und das Awami Jung als Militärzeitschrift des Zentralkomitees.

Die Partei ist im Gebiet von DK mit dem Problem von Analphabetismus und mangelnder Grundschul-Bildung konfrontiert und daher haben wir auch die MEs (Mobile Erziehung, Wanderschulen, d.Ü.) zum Zweck der grundlegenden akademischen Ausbildung für Parteikader organisiert. Hunderte Kader wurden seither ausgebildet. Die Massenorganisationen führen akademische Programme mit eigenen Lehrplänen durch, die in Beratungen mit der Führung und den Komitee-Mitgliedern erstellt werden.

 

 

Einführung in die Entwicklung der Volksarmee (gegenwärtig Volksbefreiungs-Guerillaarmee genannt)

Ich ersuche Sie, unsere zentralen Dokumente heranzuziehen, um ein vollständiges Bild der Entwicklung unserer Armee unter den besonderen Bedingungen unseres Landes und der internationalen Lage zu erhalten. Ich ersuche Sie, sich damit zu beschäftigen, weil das für jede Revolution lebenswichtig ist.

Einführung in die Entwicklung der Einheitsfront

Was die Massenorganisationen betrifft, haben wir sie die Jahre hindurch an mehreren Fronten entwickelt, einschließlich (Klein)Bäuer/innen, Frauen, Student/innen, Jugendliche, Menschenrechtsgruppen, Literatur- und Kulturgruppen, Kinder, Nationalitäten, Arbeiter/innen, Angestellte und so weiter. Je stärker die Partei in einem Staat ist, desto größer sind die Organisationen und Fronten. In den schwächeren Gebieten gibt es in Übereinstimmung mit der Stärke der Partei weniger Massenorganisationen auf Staatsebene. Jetzt hat die Partei Massenorganisationen sowohl auf Staatsebene als auch auf gesamtindischer Ebene, und wir vertreten die Auffassung, die vier Klassenorganisationen in Übereinstimmung mit dem Vier-Klassen-Bündnis und auch anderen Teilen herzustellen. Wir legen das Schwergewicht auf die Massenorganisationen, und derzeit arbeiten 30 bis 40 von ihnen an verschiedenen Fronten. Während den 1980ern hatte das MCC wenige Massenorganisationen, die geheim mit begrenzter Reichweite in Andhra Pradesh unter den Bäuer/innen, Student/innen, im literarisch-kulturellen Bereich und unter der Jugend arbeiteten und einigen Einfluss hatten, aber jetzt, mit unserem entwickelten Verständnis, gibt es verschiedene Massenorganisationen von Dorfebene, zur Staatsebene bis zur gesamtindischen Ebene. Auf dem 9. Kongress von PW wurde entschieden, Massenorganisationen und Einheitsfronten zu entwickeln, die taktisch bestimmt und problemorientiert sind. Zu manchen Fragen können sogar feindliche Klassen und lokale Führer kurzfristig und mittelfristig zusammenkommen. Das wurde nach dem Zusammenschluss weiter entwickelt. So muss der Klassenkampf in Teilbereichen, sowohl im Untergrund als auch öffentlich geführt werden. Legale Gelegenheiten müssen genutzt werden, und es gibt einige Massenorganisationen, die auf Grundlage der marxistisch-leninistisch-maoistischen (MLM) Generallinie arbeiten, während einige völlig verdeckt auch mit anderen zusammenarbeiten.

Über internationale Beziehungen

In den 1980ern hatten MCC und PW anfangs nur eine regionale Reichweite, weshalb es uns nicht gelang, uns in größerem Ausmaß mit den größeren internationalen Bewegungen zu verbinden. Aber seit Mitte der 1990er Jahre spielten beide Parteien bzw. spielt besonders seit ihrer Gründung die CPI(Maoist) auch eine internationale Rolle. Wir nehmen an internationalen Debatten teil und entsenden Delegationen zu internationalen Foren, obwohl noch einige Fortschritte an dieser Front gemacht werden müssen. Trotzdem ist es besser als in den 1980er und 1990er Jahren. Was die RIM (Revolutionäre Internationalistische Bewegung) betrifft, ist das MCC 2002 beigetreten. Der PW jedoch hat sich gegen einen Beitritt zur RIM gestellt, weil er glaubte, dass erst nach gründlichen Überlegungen , Diskussionen und unter bestimmten Voraussetzungen so eine internationale Plattform entwickelt werden könnte, um einen sektiererischen Zugang zu vermeiden. Deshalb trat PW nicht der RIM bei, während MCC das tat. Nach dem Zusammenschluss jedoch wurde beschlossen, dass egal was die neue Partei beschließen würde, dies auch praktisch umgesetzt würde. Und seither blieb die Partei aufgrund eines Beschlusses der gesamten Partei außerhalb der RIM. Wir hielten uns außerhalb der RIM, die inzwischen praktisch nicht mehr funktioniert. Für den Erfolg der indischen Revolution als untrennbaren Bestandteil der großen sozialistischen Weltrevolution ist es wichtig, den Marxismus-Leninismus-Maoismus aktiv zu verteidigen, den Imperialismus zu bekämpfen, den Klassenkampf auf der ganzen Welt zu unterstützen und auch  die Unterstützung der internationalen maoistischen Parteien, Organisationen, Kräfte, dem Proletariat und dem Volk anzunehmen. Zu diesem Zweck unterhalten wir geschwisterliche Beziehungen mit maoistischen und antiimperialistischen Kräften. Wir glauben, dass es notwendig ist, sowohl die Hilfe auszuweiten als auch wegen der andauernden Repression  internationale Hilfe für den Erfolg einer Revolution anzunehmen. Insgesamt halten wir, ich sage es noch einmal, an den Grundlagen des MLM fest. Wir begrüßen kritische Vorschläge von allen maoistischen Parteien, Organisationen.

Wir glauben, dass die CPI(Maoist) eine Abteilung der proletarischen Weltrevolution ist. Wenn sie siegt, würden wir sagen, dass ein Teil der Welt gesiegt hat – sie ist nicht unabhängig. Sie würde als Teil der sozialistischen Weltrevolution arbeiten und sie ist eng verbunden mit dem Erfolg oder Misserfolg der sozialistischen Weltrevolution. Eine Zunahme der Klassenkämpfe der Arbeiter/innen in den imperialistischen, kapitalistischen Ländern wird einen günstigen Einfluss auf die indische Revolution haben.                               http://sanhati.com/articles/2138/

Advertisements

%d Bloggern gefällt das: