Wie wär‘s mit proletarischer Revolution?

Unzufrieden mit der gegenwärtigen kapitalistischen Klassenherrschaft sind wir alle. Zum Sozialismus wollen die, die sich zumindest auf Marx beziehen, angeblich auch alle. Wer hat das richtige Programm? Wer kennt den richtigen Weg zur sozialistischen Revolution?

In unserem Kampf geht es darum, die großen Widersprüche in der Gesellschaft zu erkennen, denn diese sind die Triebkraft jeder klassenkämpferischen Entwicklung. In erster Linie geht es um den Gegensatz zwischen Lohnarbeit=ArbeiterInnen und Kapital=Kapitalistenklasse. Diesen Widerspruch können nur die ArbeiterInnen überwinden, indem sie die heute noch Herrschenden vom Thron reißen und durch die ArbeiterInnenmacht die Demokratie der Volksmassen errichten. Dafür ist jedoch eine revolutionär kommunistische Partei nicht wegzu­denken. Diese muss es im Klassenkampf verstehen, die ArbeiterInnen zur sozialistischen Revolution zu führen und zwar in dem Sinne dass sie den Kampf über sämtlichen Zugeständnissen und Reformen hinausführt. Von den Herrschenden und konter­revolutionären Kräften abgesehen stellen die Arbei­terInnen­aristokratie und revisionistische Kräfte den nächst größten Feind der ArbeiterInnen dar. Diese gilt es auch heute schon zu bekämpfen, denn von allein passiert da gar nichts.

Es geht nicht darum, begriffen zu haben, dass es eine herrschende und eine ausgebeutete Klasse gibt. Es geht darum, diesen unaussöhnlichen Widerspruch als solchen erstens zu erkennen und ihm im Klassenkampf mit einer revolutionären Politik zu begegnen. Die Politik ist der Ausdruck, wie wir an diesen Kampf zwischen Lohnarbeit und Kapital herangehen. In der politischen Linie liegt der revolutionäre Kampf begründet. Obwohl die kapitalistische Produktionsweise die ökonomische Basis sämtlicher Ausbeutungsverhältnisse ist, können wir diese nicht als erstes grundlegend verändern. Wir

PLGA – Indien

fangen mit der Ergreifung der politischen Macht an, die aus dieser Basis entspringt. Dazu brauchen wir die revolutionär kommunistische Partei. Ohne die revolutionäre Eroberung der politischen Macht ist an ein wirkliches Eingreifen in die Produktions­verhältnisse und eine ernsthafte Umgestaltung der Gesellschaft gar nicht zu denken. Der erste Schritt der sozialistischen Revolution, der den Boden für den Aufbau des Sozialismus erst einmal bereit stellt, ist die politische Machtergreifung des Proletariats. Mit ihr fällt die Kapitalistenklasse, und die Arbei­terInnen­klasse kommt an die Macht, alles andere ist keine Revolution.

Eine kämpferische Gewerkschaft anstatt Sozial­partnerschaft bräuchten wir zwar dringend, aber nur mit wirtschaftlichem Kampf alleine hat noch keiner den Boden der kapitalistischen Produktions­weise verlassen. Es geht darum, politische Kämpfe zu initiieren und wirtschaftliche Kämpfe in politische zu verwandeln.

Was bewirken denn folgende „revolutionäre“ Reformen ohne die politische Machtergreifung zu propagieren und ohne die kapitalistische Produktions­weise auch nur anzutasten: gerechte Umverteilung des Reichtums, Vermögenssteuer für Reiche, Enteignung der 15 reichsten Familien Österreichs, Abschaffung

der Börse, öffentlicher Einblick in die Geschäfts­bücher, Bankiers denen der Prozess gemacht wird, Verbot von Kündigungen oder einer Vergesell­schaftung also Verstaatlichung der Banken und Konzerne?

In Wirklichkeit sagen Verfechter dieser Reformen damit, dass der Staat ein besserer Kapitalist wäre. Und treten mit diesen Losungen eigentlich für eine Stärkung des bürgerlichen Staats ein. Denn wären diese Reformen zur Gänze umgesetzt, bestünde immer noch Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterinnen durch Kapitalherrschaft, nur dass der kapitalistische Staatsapparat viel stärker und die Staatsmacht noch zentralisierter geworden ist.

Ähnlich verhält es sich mit der Beteiligung am Parla­mentarismus. Jede Wählerstimme ist eine Stimme für das gegenwärtige System. Beteiligt man sich am Parlamentarismus, bedeutet dies ebenfalls eine Stärkung des bürgerlichen Staats. Nicht zuletzt betreibt man Illusionsmacherei innerhalb der Massen und wirkt der Heranbildung des Klassenbewusstseins tendenziell entgegen.

Das passiert jedoch, wenn man nicht verstanden hat, dass dieser Staat nicht der Staat der Arbeiterinnen ist, eine Versöhnlerhaltung zum Herrschaftssystem einnimmt, wenn man kleinbürgerliches Zurück­weicheln und Kapitulation vor der Revolution betreibt. Und wenn man keine Ahnung hat von der Lage des Proletariats, weil man die Widersprüche nicht erkannt hat, unter denen der Kampf des Proletariats wächst und keine Ahnung von der Gesetz­mäßigkeit eines radikalen Umsturzes des Systems, sondern stattdessen Illusionen verbreitet innerhalb der ArbeiterInnen.

Manche träumen von einem Hinüberwachsen in den „Sozialismus“ oder Hinausschieben der Revolution und sagen, dass wir das System erst mit Verbes­serungsreformen auspolstern müssen, um dann gemütlich in die sozialistische Gesellschaft fallen zu können. Oft bleibt es bei „Sozialismus“ in Worten aber Stärkung des Kapitalismus in Taten!

Es ist heute schwierig zu erkennen, welche politische Linie sich als korrekt, revolutionär, veraltet, revisionistisch oder konterrevolutionär erweisen wird. Das wird sich erst in der Praxis der zugespitzten Klassenkämpfe herausstellen. Darum haben wir heute diesen Salat. Aber es gilt schon heute, die Revolution und die Diktatur des Proletariats zu propagieren.

Unsere revolutionäre Theorie setzt sich aus der Auswertung der Erfahrungen in der Geschichte und der Analyse der gegenwärtigen Realität zusammen.

Der Kommunismus ist seit mehr als 150 Jahren, durch Marx und Engels, eine Wissenschaft und so will er demnach auch behandelt werden. Die Lehren der Pariser Kommune, der Sowjetunion (bis Anfang der 50er) und des Aufbaus des Sozialismus in China und der Kulturrevolution müssen ausgewertet und weiterentwickelt werden. Diese Ereignisse haben bewiesen, dass eine Gesellschaft ohne Ausbeutung möglich ist und haben damit eine grundlegende Wendung der Menschheitsgeschichte eingeleitet. Deshalb propagieren wir diese wertvollen Erfah­rungen, freilich nicht kritiklos, und arbeiten auf dieser Grundlage an der Weiterentwicklung der revolutionär kommunistischen Theorie und Praxis.

Kämpft mit uns beim Aufbau der revolutionär kommunistischen Partei!

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