Neu: Gewerkschaftsrichtlinien der IA*RKP

1. Die ArbeiterInnen in Österreich brauchen eine Gewerkschaft die kämpft anstatt zu verhandeln. Kämpferisches gewerkschaftliches Bewusstsein entsteht durch das Erkennen der gemeinsamen Interessen der ArbeiterInnen und der sich daraus ergebenden Notwendigkeit der Organisation. Erst dann kann auch die Konkurrenz zwischen den ArbeiterInnen, die von den Kapitalisten geschürt wird, kollektiv und konsequent bekämpft werden.

2. Erst durch den Bruch mit dem Stellvertreterdenken und dem Bewusstsein über die Notwendigkeit der Selbstorganisation zur eigenständigen Verteidigung und Durchsetzung der ArbeiterInnenInteressen gegen die Kapitalinteressen können Ansätze für eine klassenkämpferische Gewerkschaftsorganisation aufgebaut werden. Der gewerkschaftliche Kampf alleine stößt jedoch an seine Grenzen, da er nicht über das kapitalistische System hinausgeht. Dazu ist eine revolutionäre Partei nötig, die das revolutionäre Bewusstsein in die gewerkschaftlichen Kämpfe hineintragen kann.

3. Der ÖGB und seine Teilgewerkschaften sind keine gewerkschaftlichen Kampforganisationen der ArbeiterInnen und können auch nicht in solche umgewandelt werden. Der ÖGB wurde 1945 durch Parteiabspachen errichtet und war von Anfang an ein bürokratisch-zentralistischer Funktionärsapparat, der von oben nach unten aufgebaut ist. Die ÖGB-Spitze ist durch die institutionalisierte Sozialpartnerschaft in den Staatsapparat eingebunden bzw. Teil davon. Sie sitzt in Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften und ist daher politisch und ökonomisch direkt mit dem Monopolkapital verbunden.

4. Der ÖGB ist fraktionsdominiert. Die SPÖ sitzt in 6 von 7 Teilgewerkschaften an der Spitze und übt somit den größten Einfluss auf die ÖGB-Basis aus. Die SP ist, heute wie schon 1945, eine Partei des Monopolkapitals, die versucht, der ArbeiterInnenklasse die Interessen der Monopolkonzerne als ArbeiterInneninteressen zu verkaufen. Mit der ÖGB-Führung ist die einzige gewerkschaftliche Dachorganisation in Österreich in den Händen der Bourgeoisie. Vor uns steht also die Aufgabe den Einfluss der SPÖ bzw. der Arbeiteraristokratie und Arbeiterbürokratie zu brechen. Erfahrungen zeigen, dass ohne politischen Rückhalt durch eine stabile revolutionäre Partei, auch kämpferische und klassenbewusste GenossInnen immer wieder vom ÖGB-Apparat korrumpiert und von der Arbeiteraristokratie aufgefressen werden.

5. Aus diesem Grund ist die ArbeiterInnenklasse in Ö vor die Aufgabe gestellt, ihre eigenen klassenkämpferischen gewerkschaftlichen Strukturen aufzubauen, die gegen die Sozialpartnerschaft ausgerichtet sind. Grundlage solcher kämpferischen gewerkschaftlichen Organisationen müssen Betriebsgruppen und regionale Kampfkomitees sein, die sich von vornherein auf die am meisten unterdrückten und ausgebeuteten KollegInnen konzentrieren. Sie müssen sich besonders für die Interessen der weiblichen Werktätigen, ArbeitsmigrantInnen, Erwerbslosen, Lehrlinge, TeilzeitarbeiterInnen, LeiharbeiterInnen, und ungelernten ArbeiterInnen einsetzen und außerdem betriebs- und branchenübergreifend, auf gesellschaftspolitische Auseinandersetzungen ausgerichtet sein.

6. Keine Gelegenheit darf ausgelassen werden, innerhalb und außerhalb der ÖGB-Basis die Notwendigkeit des gewerkschaftlichen Kampfes darzulegen. Fortschrittlichen Kolleginnen, die noch Illusionen in den ÖGB-Apparat haben, müssen wir besonders anhand konkreter Beispiele den Charakter der ÖGB-Führung klar machen. Denn unterscheiden müssen wir zwischen ÖGB-Spitze und den Leuten an der Basis!

7. Wichtige gewerkschaftliche Kampfformen die die Herrschenden verstehen, sind militante Demonstrationen, Betriebsbesetzungen, Blockaden und Streiks. Davor haben sie Angst, weil Aufmärsche, die noch passiven Volksmassen aufrütteln können und Streiks die Produktion lahmlegen und die Profite schmälern. Jede ernsthafte ArbeiterInnenorganisation, die was durchsetzten will, muss diese wichtigsten Druckmittel einzusetzen versuchen. Wir als revolutionäre KommunistInnen sind heute noch zu schwach, um eigenständig was loszutreten, aber wir bemühen uns dort, wo wir arbeiten, die KollegInnen anderer Organisationen und Unorganisierte für die Beteiligung an Bewegungen und Kämpfen zu gewinnen und sie von unsere revolutionären Linie zu überzeugen.

8. Um Ansätze einer revolutionären Gewerkschaftsorganisation zu erreichen muss der ökonomische Kampf mit dem politischen verbunden werden. Gleichzeitig muss auch der Kampf um Tagesinteressen mit längerfristigen Zielen verbunden werden.

9.  Nur duch den Aufbau klassenkämpferischer Betriebs- und Regionalgruppen innerhalb und außerhalb des ÖGB, sowie ihren Zusammenschluss auf Branchenebene und branchenübergreibender, bundesweiter Ebene, konnen Fortschritte beim Aufbau wircklicher gewerkschaftlicher Kampforganisationen gemacht werden. Doch wie Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, sind auch militante, klassenkämpferische Gewerschaftsorganisationen nicht in der Lage den Kapitalismus und Imperialismus direkt anzugreifen. Dazu muss eine revolutionär-kommunistische Kampfparttei aufgbaut werden auch in Österreich.

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