Archive for Mai 2011

China ist eine imperialistische Großmacht

25. Mai 2011

(Erklärung der IA*RKP, Mai 2011)

Wir stellen nach ausführlicher Analyse der wirtschaftlichen, politischen, militärischen und weiterer Fakten fest, dass die so genannte „Volksrepublik China“ sich in den Jahren seit 2000 zu einer imperialistischen Großmacht entwickelt hat. (vgl. dazu Proletarische Revolution 45)

Alle klassischen leninschen Kriterien für ein imperialistisches Land treffen 2011 auf China zu, darüber hinaus hat sich China in den letzten Jahren unzweifelhaft immer offensiver an der weltweite Auseinandersetzung der imperialistischen Großmächte um Einflusszonen beteiligt.

Seit der Restauration des Kapitalismus im Jahr 1976 hat die neue bürokratische Bourgeoisie gezielte Schritte gesetzt, eine „gemischte Wirtschaft“ aus staatskapitalistischen und privatkapitalistischen Bereichen zu schaffen. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist es den neuen Ausbeuterklassen gelungen, einen Entwicklungsstand zu erreichen, der nicht nur eine immer schärfere Ausbeutung der einheimischen Arbeiter/innenklasse und Kleinbauernschaft ermöglicht, sondern auch die Ausbeutung und Ausplünderung der Arbeiter/innen und Volksmassen in verschiedenen Regionen der Welt.

Der chinesische Imperialismus ist damit – nicht zuletzt aufgrund seiner Größe – zu einem ernsten  Konkurrenten der bisherigen imperialistischen Großmächte in ihrem Ringen um die Vorherrschaft auf der Welt geworden. Aufgrund der beschleunigten ungleichmäßigen Entwicklung in den verschiedenen Ländern steigt die Gefahr großer zwischenimperialistischer Kriege: Die USA fürchten um ihre Stellung als wichtigste imperialistische Macht, die EU formiert sich an allen Fronten, der russische Imperialismus hat sich wieder gefestigt und zugleich tritt China immer aggressiver auf.

 

Wir halten die Bezeichnung Chinas als „sozialimperialistisches“ Land – wie es von manchen Organisationen der revolutionär-kommunistischen (maoistischen) Bewegung bezeichnet wird – für nicht richtig, da im Gegensatz zur sozialimperialistischen Sowjetunion der Jahre 1968 – 1991 zwei Merkmale nicht in den Vordergrund treten: 1. Tritt  China bei seinen weltweiten imperialistischen Machenschaften nicht vorrangig unter dem Deckmantel des „Marxismus-Leninismus“ oder „Sozialismus“ auf (z.B. im Unterschied zur Doktrin Breschnews von der „begrenzten Souveränität sozialistischer Staaten“); und 2. hat die chinesische bürokratische Bourgeoisie im vergangenen Jahrzehnt den (formalen) Staatsbesitz an Produktionsmitteln und das Außenhandelsmonopol teilweise aufgegeben, starke privatkapitalistische Bereiche der Wirtschaft ermöglicht, sowie die  zentrale Planung auf bestimmte Bereiche eingeschränkt (wodurch sich China deutlich vom System der sozialimperialistischen Sowjetunion unterscheidet).

 

Gleichzeitig mit der Korrektur unserer bisherigen Einschätzung Chinas und der Weltlage stellen wir selbstkritisch fest, dass wir allzu lange und ohne ernsthafte Überprüfung und Weiterentwicklung unserer Position an unserer Einschätzung aus den Jahren 2000 bis 2003 festgehalten haben (wonach China kein imperialistisches Land sei). Einerseits haben wir die tatsächliche Entwicklung unterschätzt und sind zu schematisch an die Herausforderungen zur Weiterentwicklung der revolutionär-kommunistischen Theorie herangegangen. Andererseits haben wir uns auch zu wenig intensiv mit den bereits vorliegenden Einschätzungen und den wenigen Untersuchungen anderer kommunistischer und revolutionärer Organisationen beschäftigt und damit einen entscheidenden Faktor für die Weltlageeinschätzung vernachlässigt. Insbesondere haben wir uns nach einer intensiveren theoretischen Auseinandersetzung über China mit einer befreundeten Organisation mit unserer damaligen, statischen Einschätzung zufrieden gegeben und die weitere Entwicklung Chinas mehrere Jahre lang nicht mehr weiter verfolgt.

Insgesamt haben wir uns – trotz unserer ausdrücklichen Aufgabenstellung der Weiterentwicklung der revolutionär-kommunistischen Theorie – viel zu stark auf jahrzehntealten „bewährten“ Einschätzungen „ausgeruht“ und die neuesten Entwicklungen im imperialistischen Weltsystem zu wenig beachtet.

 

Mit der neuen Einschätzung der Weltlage und Entwicklung haben wir eine bessere Grundlage für unseren Kampf  als Teil der weltweiten Bewegung für proletarische Revolution und Sozialismus.

 

Initiative für den Aufbau einer  Revolutionär-Kommunistischen Partei (Österreich)

Mai 2011

Völker wollen Revolution – ProletarierInnen wollen eine Partei der Revolution – KommunistInnen wollen Internationalismus und eine neue internationale Organisation!

13. Mai 2011

(Dokument) Dieses Jahr kommt der Erste Mai in einer beispiellosen Zeit der weltweiten Proteste und Aufstände . In der arabischen Welt am persischen Golf, nehmen sich die Jugend, die ProletarierInnen und die breiten Massen die Straßen und stürzen, oder versuchen dies zumindest, eines nach dem anderen, die diktatorischen und dem Imperialismus untergeordneten Regimes.

In den Herzen der imperialistischen Länder richten sich Kämpfe der ArbeiterInnenklasse, Generalstreiks, Rebellionen der StudentInnen und Jugendlichen, gegen die Politik der reaktionären Regierungen und die Entwicklung eines modernen Faschismus, welche darauf abzielen die Lasten der Krise auf den Rücken der Massen abzuladen und Kündigungen, schlechtere Arbeitssicherheit, Intensivierung der Ausbeutung und Angriffe auf Bildung, Gesundheitsversorgung und grundlegende soziale Leistungen mit sich bringen. Die Kämpfe und Rebellionen reichen von China in die Vereinigten Staaten, von Russland nach Lateinamerika.

Speziell in Afghanistan und im Irak, leidet der Imperialismus, vor allem der US-Imperialismus, unter Gegenwind der ihn von der Realisierung seiner Okkupations- und Invasionspläne, sowie von geostrategischen Kontrollvorhaben gegenüber wichtigen Weltgegenden, abhält. Auch seine Pläne die zionistische Okkupation Palästinas durch die Führer des Ausverkaufs voranzutreiben, scheiterten.

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Wir gedenken Ernst Kirchweger und aller Opfer im Kampf gegen den Imperialismus in Österreich

5. Mai 2011

Vor 46 Jahren, am 31. März 1965 wurde Genosse Ernst Kirchweger in Wien ermordet. Damals fand eine antifaschistische Demonstration statt, die sich gegen die Nazi-Umtriebe an den österreichischen Universitäten richtete. Konkreter Anlass der Demo in Wien war die extrem antisemitische und den Nazi-Faschismus verherrlichende Hetze, die auf der damaligen Hochschule für Welthandel – heute Wirtschaftsuniversität – von Professor Borodajkewycz im Hörsaal betrieben wurde. Und das 1965, also zwanzig Jahre nach dem Sieg über den Faschismus und der Gründung der Zeiten Republik in Österreich! Dieser Herr Borodajkewycz war kein Einzelfall. Nach dem Ende des NS-Staates fand bekanntlich ein würdeloses Buhlen der bürgerlichen Parteien, einschließlich der SPÖ, um ehemalige nationalsozialistische Kader  statt. Vor allem der bedingungslose Antikommunismus dieses Personenkreises hatte die nach wie vor 1945 in Österreich herrschende Bourgeoisie begeistert.

Der kommunistische Aktivist Ernst Kirchweger, sah trotz seines Alters von 67 Jahren weit und breit keinen Grund, sich als Pensionist zurückzuziehen. Darum beteiligte er sich am 31. März 1965 ganz selbstverständlich an der von fortschrittlichen Student/innen organisierten Demonstration. Ein von der Polizei unbehelligter Haufen von überwiegend jungen Nazi-Schlägern hat die Demonstration angegriffen. Im Zuge dieses Vorfalls wurde Ernst Kirchweger von einem Jungnazi tödlich verletzt. Es ist typisch für die Feigheit und Brutalität der Nazis, dass sie hinterhältig auf körperlich unterlegene Menschen losgehen.

In vielen Nachrufen wurde seinerzeit geschrieben, dass Ernst Kirchweger das erste Naziopfer in der zweiten Republik Österreich gewesen sei. Das ist jedoch ungenau. Schon 1947 wurde in Südkärnten, in Zelesna Kapla / Eisenkappel eine Aktivistin der Osvobodilna Fronta / Slowenischen Befreiungsfront bei einer Demonstration ermordet. 

Kirchweger war aber auch keineswegs das letzte Todesopfer des Nazi-Terrors in Österreich. Nur ein paar Beispiele: Zu Silvester 1993/94 wurde Goran, ein jugendlicher Rom in Wien-Favoriten von einem Faschisten mit einem Bajonett tödlich verletzt. 1994 wurde der obdachlose Wolfgang Tschermutter von Jungnazis ermordet. 1995 wurden die vier Roma, Erwin und Karl Horvath, Josef Simon und Peter Sarközi in Oberwart (Burgenland) von einer von Faschisten gelegten Rohrbombe getötet. Auch außerhalb der österreichischen Landesgrenzen haben österreichische Nazis immer wieder gemordet. Das bekannteste Beispiel ist der faschistische Südtirol-Terror der 1950er und 1960er Jahre, der mindestens 30 Todesopfer gefordert hat. Die Täter, die ihr Unwesen in verschiedenen Teilen Italiens trieben, rekrutierten sich überwiegend aus Burschenschafter-Kreisen.

Ein Skandal für sich war und ist der wohlwollende Umgang der österreichischen Klassenjustiz mit den Nazimördern. Schon das Verhalten gegenüber den österreichischen Verbrechern des Nazi-Staates war eine Farce nach dem Motto: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Entsprechend glimpflich ist auch der Mörder von Ernst Kirchweger, der damals 24jährige Günther Kümel, davon gekommen. Er hat lediglich zehn Monate (!) wegen „Notwehrüberschreitung“ ausgefasst.

Die Biographie Ernst Kirchwegers ist typisch für die vieler revolutionärer Kommunist/innen in Österreich. Bereits in jungen Jahren nahm Kirchweger, der das Kind einer Wiener Arbeiter/innen-Familie war, an den revolutionären Kämpfen seiner Zeit teil. Herausragend und prägend war gewiss seine Beteiligung am revolutionären Aufstand der Matrosen in Cattaro / Kotor im Jahr 1918 gegen den Krieg und den  imperialistischen Völkerkerker der Habsburger Monarchie. In den revolutionären Kämpfen nach dem Ersten Weltkrieg gelang es Kirchweger, wie vielen seiner Altersgenoss/innen noch nicht, die verhängnisvolle Rolle des Austromarxismus zu erkennen. Diese spezielle österreichische sozialdemokratische Strömung in der Arbeiter/innen-Bewegung verband radikale Phrasen (z.B. von der Diktatur des Proletariats) mit einer völlig reformistischen Praxis.  Durch teilweise wirklich deutliche Verbesserung der Lage der Arbeiter/innenklasse vor allem in Wien verstanden es die Führer des Austromarxismus bis 1934 weite Teile auch der fortgeschrittensten Arbeiter/innen an sich zu binden. Erst als die austromarxistischen Illusionen in den Februarkämpfen 1934 wie Seifenblasen zerbarsten – und die Heimwehr-Faschisten in Österreich ein Terrorregime errichteten – erkannten viele das verhängnisvolle Wesen des Reformismus in der Arbeiter/innen-Bewegung. Als Folge der blutigen Niederlage von 1934 brachen Tausende klassenkämpferische Arbeiter/innen mit dem Austromarxismus und der Sozialdemokratie und schlossen sich der damals noch marxistisch-leninistisch ausgerichteten KPÖ an. Ernst Kirchweger war einer von ihnen, die in der Illegalität, vorwärtsgetrieben von der konterrevolutionären Gewalt, zum revolutionären Kommunismus stießen. In den Jahren 1934 bis 1945 war Kirchweger ein unermüdlicher Kämpfer gegen den Austrofaschismus und den Nazifaschismus.

Ale erfahrener Kommunist geriet Ernst Kirchweger nach 1945 zunehmend in Widerspruch zu der bereits damals auf der schiefen Bahn des Revisionismus befindlichen KPÖ. Genosse Ernst Kirchweger nahm Kontakt mit den Marxisten-Leninisten der „Roten Fahne“, dem späteren Zentralorgan der Marxistisch-Leninistischen Partei Österreichs, auf.

Das Beispiel Ernst Kirchwegers steht für eine ganze Reihe von weniger bekannten Opfern des österreichischen Imperialismus, für  Menschen, die wegen ihrer offen vertretenen Überzeugung oder ihres spontanen Widerstands gegen Rassismus, Faschismus, Klassenjustiz, Unterdrückung und Ausbeutung von den offiziellen oder inoffiziellen bewaffneten Einheiten der Kapitalistenklasse niedergemacht wurden.

Dabei soll daran erinnert werden, dass im Kampf gegen den Hitler-Faschismus 1938-45 nicht weniger als 35.000 aktive antifaschistische Widerstandskämpfer/innen ihr Leben geopfert haben. Was dabei in bürgerlichen Quellen immer wieder verschwiegen wird ist, dass etwa 80% dieser Todesopfer Mitglieder und Anhänger/innen der KPÖ waren, darunter 13 ZK-Mitglieder.

Weiters soll daran erinnert werden, dass der weitaus größte Beitrag im bewaffneten Kampf  gegen den Nazi-Faschismus in Österreich von den  slowenischen Partisan/innen in Kärnten geleistet wurde, die von 1941 bis zum Sieg im Mai 1945 immer massiver die Nazi im eigenen Land in Schwierigkeiten brachten und teilweise befreite Gebiete erkämpfen konnten. Aber es gab auch Partisaneneinheit deutschsprachiger Österreicher/innen vor allem in Steiermark, Kärnten und Oberösterreich. Alle diese Held/innen und Opfer möchten wir ehren und in Erinnerung bewahren.

Weiters wollen wir ausdrücklich daran erinnern, dass auch im heutigen Österreich immer wieder Menschen Opfer von Polizeiterror werden, weil sie in irgend einer Form Widerstand leisten – wie z.B. Omofuma, der im Flugzeug von der Polizei erstickt wurde, weil er sich nicht willenlos abschieben lassen wollte; oder der 14-jährige Florian aus Krems, der nach einem Diebstahl auf der Flucht erschossen wurde.  

Der Imperialismus ist ein mörderisches System, das durch Hunger, Elend und armutsbedingte Krankheiten weltweit täglich an Zehntausenden Todesopfern vor allem in den Neokolonien Schuld ist. Die Imperialisten führen Aggressionskriege durch, die zu Zehntausenden weiteren Opfern führen. Und die Imperialisten – darunter auch das imperialistische Österreich –  betreiben eine gut gerüstete Unterdrückungsmaschinerie auch nach innen, mit der wir in unserem Kampf für eine bessere Gesellschaft, im Kampf für eine proletarische Revolution tagtäglich konfrontiert sind.

Nieder mit dem Imperialismus! Ehre den gefallenen Kämpfer/innen und Opfern!

 

IA*RKP

Volksaufstände sind möglich! Revolutionen sind notwendig!

1. Mai 2011
Arbeiter/innen aller Länder, vereinigt euch!                                            

Arbeiter/innen aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!                                      

 1. Mai 2011 (141 npc)

Die Volksaufstände, die sich in den letzten Monaten in einigen arabischen Ländern entwickelt und ausgebreitet haben, halten immer noch an. …

Diese Erhebungen haben auch in Europa, wo es allen doch vermeintlich so gut geht, anschaulich gemacht und wieder einmal ins Bewusstsein gerückt, dass es möglich ist, durch massenhaftes, gemeinsames Handeln bestehende Verhältnisse zum Wackeln, mitunter zum Wanken und zum Stürzen zu bringen.

Diese Aufstände haben wirklich, real stattgefunden, auf wirklichen Straßen und Plätzen, nicht im facebook, nicht im Internet.

Wenn die Herrschenden auch hier gestürzt werden sollen, und dafür kämpfen wir als revolutionäre Kommunist/innen, müssen sie uns auch hier wirklich als unregierbar erleben. Dazu hilft es nicht, fünf Sätze zu posten oder ein Pamphlet im cyberspace zu hinterlassen – genauso wie es nicht reicht, ein wütendes Flugblatt und einen flammenden Zeitungsartikel zu formulieren, oder auch ein empörtes Pickerl und Plakat zu layoutieren. Davon brennt kein Polizeiauto, davon wird kein Regierungssitz besetzt… davon kommt es zu keinen Massenkämpfen und zu keiner sozialen, proletarischen Revolution.

Hier in Österreich erzählen uns die bürgerlichen Medien, dass die Massen in den Aufständen in erster Linie „mehr Demokratie“ erkämpfen wollen, und sich nicht etwa gegen miese materielle Lebensbedingungen empören. Wir hier sollen uns selbst auf die Schulter klopfen und zu „unserer“ Art System, „unserer“ Demokratie gratulieren …: Wenn dort scheinbar so sehr gebraucht wird, was wir hier hier haben, dass die Massen auf die Straße gehen und viele ihr Leben riskieren, muss wohl richtig und vernünftig sein, was hier ist. Ihre Logik: An „unserem“ System darf nicht gerüttelt werden (nicht einmal in Gedanken)…

Sicher ist, dass es die Massen in den abhängigen und neokolonial unterdrückten Ländern nicht nötig haben, sich von uns in den Metropolen gute Ratschläge erteilen zu lassen. Gerade aus den dort viel entwickelteren Klassenkämpfen können und müssen wir lernen. Auch die Volkskriege in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas machen uns Mut, und zeigen, dass überall auf der Welt Ausgebeutete und Unterdrückte für eine sozialistische Welt kämpfen. Die Völker können sich nur selbst befreien und unsere Solidarität und Verbundenheit drückt sich in unserem Kampf gegen den Imperialismus hier aus.

Aber wo bleibt unsere Wut? Wo brennt unser Feuer? Gäbe es nicht genug, wogegen wir aufstehen und kämpfen müssten?

Beliebigkeit, Entsolidarisierung und Zersplitterung sind heute die vordergründigen Erscheinungen der Perspektiv- und Ratlosigkeit vieler fortschrittlicher und revolutionärer Menschen.

Auch nach dem Atomunfall in Japan stand die Frage, wessen Interessen sich wieder durchsetzen werden? Die der profithungrigen Atomindustrie und gesamten Kapitalistenklasse oder die der Arbeiter/innenklasse und Volksmassen. Es ist eine Illusion zu meinen, die Herrschenden wollen „vernünftig“ regieren oder es wäre sinnvoll, an ihre „Vernunft“ appellieren. Gerade angesichts solch offensichtlicher Katastrophen, wird deutlich, dass die „Vernunft“ der Herrschenden jene ist, die ihre Profite wachsen lässt und nicht eine menschenfreundliche Haltung.

Die „Vernunft“ der Bürgerlichen wurde geboren in ihrem Kampf gegen den Adel, der den Feudalismus gegen die kapitalistische Produktionsweise verteidigen musste. Die bürgerlichen Vorstellungen waren „vernünftiger“, denn nun sollten alle scheinbar gleich werden: jeder hatte das gleiche Recht unter der Brücke zu schlafen, und das gleiche Recht eine Fabrik zu besitzen. (Frauen waren von diesen Rechten vernünftigerweise ausgenommen, bei ihnen stellte sich die Oberflächlichkeit formaler Gleichheit erst später heraus).

In den über 150 Jahren bürgerlicher Herrschaft hat die Arbeiter/innenbewegung große Siege errungen und große Niederlagen eingesteckt, sie konnte die bürgerliche Herrschaft nicht dauerhaft brechen. Heute scheint überhaupt ein großer gemeinsamer Rückfall im Bewusstsein passiert zu sein. Vergessen und verdrängt (dieses Phänomen hat augenscheinlich einige Auswirkungen auf das kollektive Gedächtnis), verschütt gegangen sind Klassenbewusstsein und die Zuversicht in die Veränderbarkeit der Zustände.

Aber auch heute noch hat das Proletariat und haben die werktätigen Massen andere Realitäten als die Bourgeoisie. (- Gemeinsam ist dem Proletariat als Klasse, dass seine Angehörigen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen sind – ob sie aktuell gerade ausgebeutet werden oder lohn-arbeitslos sind). Die Proletarier/innen haben daher andere Bedürfnisse als die Bourgeoisie und die Verwirklichung „bourgeoiser Vernunft“ ist nicht ihr eigentliches Interesse.

Zunächst geht es natürlich um die materiellen Grundbedürfnisse – also Essen, Kleidung, Wohnung, Ausbildung usw.

Für sie zu kämpfen ist innerhalb des bürgerlichen, kapitalistischen Systems möglich – und mit Einschränkungen auch durchaus chancenreich. Allerdings bleiben die Erfolge begrenzt und können nicht auf Dauer gesichert werden, denn jeder Konjunktur folgt die nächste Krise auf den Fersen und da müssen dann wieder alle zusammen… wir kennen das.

Der organisierte Kampf um gewerkschaftliche Rechte und soziale Bedürfnisse ist notwendig: ohne Gegenwehr lässt die Kapitalistenklasse ihrem Profithunger freien Lauf. Die wirklichen Eigentumsverhältnisse, das Privateigentum an Produktionsmitteln aber, wird dabei nicht angetastet. Denn innerhalb des Rahmens der bürgerlichen Gesellschaft kann es immer nur um „gerechtere“ Verteilung um ein Hin- und Herschieben der von uns produzierten und von den Kapitalisten angeeigneten Werte gehen.

Uns aber geht es darum, diesen Rahmen zu sprengen, wir wollen nichts hin- und herschieben und umverteilen, wir wollen eine ganz andere als die bürgerliche Gesellschaft. Dazu müssen wir die Grundlage dieses Systems, die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse angreifen und brechen. Damit proletarische Interessen tragend und bestimmend werden, brauchen wir eine proletarische Revolution und die Macht der Arbeiter/innenklasse. Angesichts der Klarheit unserer Perspektive liegt es eigentlich auf der Hand, dass wir uns organisieren müssen, dass wir eine revolutionäre Partei brauchen.

Auf unserem Weg dorthin sind wir mit vielen Herausforderungen konfrontiert. International konkurrieren die großen Imperialisten immer stärker und direkter um profitable Einflusssphären. Die Gefahr zwischenimperialistischer Kriege steigt rasch.

Entschlossen und gemeinsam gegen nationalen Chauvinismus und imperialistische Kriege aufstehen!

Gegen Rassismus und rassistische Sondergesetze! Gegen die Aufenthaltsgesetz-Novelle 2011! Gleiches Recht für alle, die hier wohnen! Wir fordern die Abschaffung der Schubhaft und Bleiberecht für alle!

Ein Skandal und ein Hohn ist es, dass so fundamentale „demokratische“ Rechte nicht verwirklicht sind. Der Rassismus ist den Herrschenden nützlich, um uns zu spalten und unsere Kampfkraft zu schwächen. Gemeinsam gegen jeden Art von Rassismus aufzustehen wird eine der Voraussetzungen sein, um über die bestehende Ordnung hinaus Perspektiven entwickeln zu können, denn wir wollen doch die ganze Bourgeoisjustiz, die eine Klassenjustiz ist, mitsamt dem ganzen bürgerlichen Staatsapparat beseitigen. Dieser Kampf ist sicher wieder einmal ganz „unvernünftig“ (im Sinne der Bourgeoisie) denn er wird an ihren Grundfesten rütteln und den ganzen bürgerlichen Staat erschüttern. In der proletarischen Revolution zerschlagen wir den Staat und ersetzen die „vernünftige“ bürgerliche Justiz durch ein proletarisches Volksjustizwesen. Nach der Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln braucht es die bürgerliche Vernunft und die bürgerliche Klassenjustiz nicht mehr. Wir wissen selbst, was für uns gut ist.

An unserer Wut gegen die HERRschenden Verhältnisse werden sich die Feuer auf unseren Barrikaden entzünden. Aber das funktioniert nicht im Internet und nicht vor dem Fernseher, sondern nur auf der wirklichen Straße.

Also: Heraus zum revolutionären 1. Mai!

IA*RKP

Initiative für den Aufbau einer

Revolutionär-Kommunistischen Partei

Stiftgasse 8, A-1070 Wien, ia.rkp2017@yahoo.com,

iarkp.wordpress.com

RKJV

Revolutionär-Kommunistischer Jugendverband

Postfach 472, A-4021 Linz, rkjv@gmx.net

rkjv.wordpress.com

 

Proletarische Revolution

Revolutionär-kommunistische Zeitung

prolrevol.wordpress.com

 

Auch heuer rufen zahlreiche Organisationen mit Aktivist/innen aus Österreich, der Türkei, Kurdistan, Lateinamerika, Asien … zu einer breiten, internationalistischen 1. Mai-Demonstration auf.

Solidarität ist dringender denn je. Das zeigen gerade heute die Aufstände der arabischen Völker gegen die jahrelang von den Großmächten unterstützen Diktaturen, die militärischen Interventionen der imperialistischen Mächte – zuletzt in Libyen – sowie die entschlossenen Befreiungskämpfe in Lateinamerika und Asien. Wir richten uns gegen die kapitalistische, profitorientierte Energiepolitik, die für Katastrophen wie zuletzt in Fukushima/Japan verantwortlich ist. Aber ebenso wichtig sind Solidarität und Widerstand angesichts der brutalen Sparpakete der SPÖ/ÖVP-Bundesregierung und jetzt auch in der Steiermark.

Deswegen demonstrieren wir für Solidarität, Internationalismus und Widerstand! Kommt alle zur 1. Mai-Demonstration in Wien! Treffpunkt: 1. Mai, 10 Uhr bei der Oper (U4 Karlsplatz)