Volksaufstände sind möglich! Revolutionen sind notwendig!

Arbeiter/innen aller Länder, vereinigt euch!                                            

Arbeiter/innen aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!                                      

 1. Mai 2011 (141 npc)

Die Volksaufstände, die sich in den letzten Monaten in einigen arabischen Ländern entwickelt und ausgebreitet haben, halten immer noch an. …

Diese Erhebungen haben auch in Europa, wo es allen doch vermeintlich so gut geht, anschaulich gemacht und wieder einmal ins Bewusstsein gerückt, dass es möglich ist, durch massenhaftes, gemeinsames Handeln bestehende Verhältnisse zum Wackeln, mitunter zum Wanken und zum Stürzen zu bringen.

Diese Aufstände haben wirklich, real stattgefunden, auf wirklichen Straßen und Plätzen, nicht im facebook, nicht im Internet.

Wenn die Herrschenden auch hier gestürzt werden sollen, und dafür kämpfen wir als revolutionäre Kommunist/innen, müssen sie uns auch hier wirklich als unregierbar erleben. Dazu hilft es nicht, fünf Sätze zu posten oder ein Pamphlet im cyberspace zu hinterlassen – genauso wie es nicht reicht, ein wütendes Flugblatt und einen flammenden Zeitungsartikel zu formulieren, oder auch ein empörtes Pickerl und Plakat zu layoutieren. Davon brennt kein Polizeiauto, davon wird kein Regierungssitz besetzt… davon kommt es zu keinen Massenkämpfen und zu keiner sozialen, proletarischen Revolution.

Hier in Österreich erzählen uns die bürgerlichen Medien, dass die Massen in den Aufständen in erster Linie „mehr Demokratie“ erkämpfen wollen, und sich nicht etwa gegen miese materielle Lebensbedingungen empören. Wir hier sollen uns selbst auf die Schulter klopfen und zu „unserer“ Art System, „unserer“ Demokratie gratulieren …: Wenn dort scheinbar so sehr gebraucht wird, was wir hier hier haben, dass die Massen auf die Straße gehen und viele ihr Leben riskieren, muss wohl richtig und vernünftig sein, was hier ist. Ihre Logik: An „unserem“ System darf nicht gerüttelt werden (nicht einmal in Gedanken)…

Sicher ist, dass es die Massen in den abhängigen und neokolonial unterdrückten Ländern nicht nötig haben, sich von uns in den Metropolen gute Ratschläge erteilen zu lassen. Gerade aus den dort viel entwickelteren Klassenkämpfen können und müssen wir lernen. Auch die Volkskriege in einigen Ländern Asiens und Lateinamerikas machen uns Mut, und zeigen, dass überall auf der Welt Ausgebeutete und Unterdrückte für eine sozialistische Welt kämpfen. Die Völker können sich nur selbst befreien und unsere Solidarität und Verbundenheit drückt sich in unserem Kampf gegen den Imperialismus hier aus.

Aber wo bleibt unsere Wut? Wo brennt unser Feuer? Gäbe es nicht genug, wogegen wir aufstehen und kämpfen müssten?

Beliebigkeit, Entsolidarisierung und Zersplitterung sind heute die vordergründigen Erscheinungen der Perspektiv- und Ratlosigkeit vieler fortschrittlicher und revolutionärer Menschen.

Auch nach dem Atomunfall in Japan stand die Frage, wessen Interessen sich wieder durchsetzen werden? Die der profithungrigen Atomindustrie und gesamten Kapitalistenklasse oder die der Arbeiter/innenklasse und Volksmassen. Es ist eine Illusion zu meinen, die Herrschenden wollen „vernünftig“ regieren oder es wäre sinnvoll, an ihre „Vernunft“ appellieren. Gerade angesichts solch offensichtlicher Katastrophen, wird deutlich, dass die „Vernunft“ der Herrschenden jene ist, die ihre Profite wachsen lässt und nicht eine menschenfreundliche Haltung.

Die „Vernunft“ der Bürgerlichen wurde geboren in ihrem Kampf gegen den Adel, der den Feudalismus gegen die kapitalistische Produktionsweise verteidigen musste. Die bürgerlichen Vorstellungen waren „vernünftiger“, denn nun sollten alle scheinbar gleich werden: jeder hatte das gleiche Recht unter der Brücke zu schlafen, und das gleiche Recht eine Fabrik zu besitzen. (Frauen waren von diesen Rechten vernünftigerweise ausgenommen, bei ihnen stellte sich die Oberflächlichkeit formaler Gleichheit erst später heraus).

In den über 150 Jahren bürgerlicher Herrschaft hat die Arbeiter/innenbewegung große Siege errungen und große Niederlagen eingesteckt, sie konnte die bürgerliche Herrschaft nicht dauerhaft brechen. Heute scheint überhaupt ein großer gemeinsamer Rückfall im Bewusstsein passiert zu sein. Vergessen und verdrängt (dieses Phänomen hat augenscheinlich einige Auswirkungen auf das kollektive Gedächtnis), verschütt gegangen sind Klassenbewusstsein und die Zuversicht in die Veränderbarkeit der Zustände.

Aber auch heute noch hat das Proletariat und haben die werktätigen Massen andere Realitäten als die Bourgeoisie. (- Gemeinsam ist dem Proletariat als Klasse, dass seine Angehörigen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können, auf den Verkauf ihrer Arbeitskraft angewiesen sind – ob sie aktuell gerade ausgebeutet werden oder lohn-arbeitslos sind). Die Proletarier/innen haben daher andere Bedürfnisse als die Bourgeoisie und die Verwirklichung „bourgeoiser Vernunft“ ist nicht ihr eigentliches Interesse.

Zunächst geht es natürlich um die materiellen Grundbedürfnisse – also Essen, Kleidung, Wohnung, Ausbildung usw.

Für sie zu kämpfen ist innerhalb des bürgerlichen, kapitalistischen Systems möglich – und mit Einschränkungen auch durchaus chancenreich. Allerdings bleiben die Erfolge begrenzt und können nicht auf Dauer gesichert werden, denn jeder Konjunktur folgt die nächste Krise auf den Fersen und da müssen dann wieder alle zusammen… wir kennen das.

Der organisierte Kampf um gewerkschaftliche Rechte und soziale Bedürfnisse ist notwendig: ohne Gegenwehr lässt die Kapitalistenklasse ihrem Profithunger freien Lauf. Die wirklichen Eigentumsverhältnisse, das Privateigentum an Produktionsmitteln aber, wird dabei nicht angetastet. Denn innerhalb des Rahmens der bürgerlichen Gesellschaft kann es immer nur um „gerechtere“ Verteilung um ein Hin- und Herschieben der von uns produzierten und von den Kapitalisten angeeigneten Werte gehen.

Uns aber geht es darum, diesen Rahmen zu sprengen, wir wollen nichts hin- und herschieben und umverteilen, wir wollen eine ganz andere als die bürgerliche Gesellschaft. Dazu müssen wir die Grundlage dieses Systems, die kapitalistischen Eigentumsverhältnisse angreifen und brechen. Damit proletarische Interessen tragend und bestimmend werden, brauchen wir eine proletarische Revolution und die Macht der Arbeiter/innenklasse. Angesichts der Klarheit unserer Perspektive liegt es eigentlich auf der Hand, dass wir uns organisieren müssen, dass wir eine revolutionäre Partei brauchen.

Auf unserem Weg dorthin sind wir mit vielen Herausforderungen konfrontiert. International konkurrieren die großen Imperialisten immer stärker und direkter um profitable Einflusssphären. Die Gefahr zwischenimperialistischer Kriege steigt rasch.

Entschlossen und gemeinsam gegen nationalen Chauvinismus und imperialistische Kriege aufstehen!

Gegen Rassismus und rassistische Sondergesetze! Gegen die Aufenthaltsgesetz-Novelle 2011! Gleiches Recht für alle, die hier wohnen! Wir fordern die Abschaffung der Schubhaft und Bleiberecht für alle!

Ein Skandal und ein Hohn ist es, dass so fundamentale „demokratische“ Rechte nicht verwirklicht sind. Der Rassismus ist den Herrschenden nützlich, um uns zu spalten und unsere Kampfkraft zu schwächen. Gemeinsam gegen jeden Art von Rassismus aufzustehen wird eine der Voraussetzungen sein, um über die bestehende Ordnung hinaus Perspektiven entwickeln zu können, denn wir wollen doch die ganze Bourgeoisjustiz, die eine Klassenjustiz ist, mitsamt dem ganzen bürgerlichen Staatsapparat beseitigen. Dieser Kampf ist sicher wieder einmal ganz „unvernünftig“ (im Sinne der Bourgeoisie) denn er wird an ihren Grundfesten rütteln und den ganzen bürgerlichen Staat erschüttern. In der proletarischen Revolution zerschlagen wir den Staat und ersetzen die „vernünftige“ bürgerliche Justiz durch ein proletarisches Volksjustizwesen. Nach der Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln braucht es die bürgerliche Vernunft und die bürgerliche Klassenjustiz nicht mehr. Wir wissen selbst, was für uns gut ist.

An unserer Wut gegen die HERRschenden Verhältnisse werden sich die Feuer auf unseren Barrikaden entzünden. Aber das funktioniert nicht im Internet und nicht vor dem Fernseher, sondern nur auf der wirklichen Straße.

Also: Heraus zum revolutionären 1. Mai!

IA*RKP

Initiative für den Aufbau einer

Revolutionär-Kommunistischen Partei

Stiftgasse 8, A-1070 Wien, ia.rkp2017@yahoo.com,

iarkp.wordpress.com

RKJV

Revolutionär-Kommunistischer Jugendverband

Postfach 472, A-4021 Linz, rkjv@gmx.net

rkjv.wordpress.com

 

Proletarische Revolution

Revolutionär-kommunistische Zeitung

prolrevol.wordpress.com

 

Auch heuer rufen zahlreiche Organisationen mit Aktivist/innen aus Österreich, der Türkei, Kurdistan, Lateinamerika, Asien … zu einer breiten, internationalistischen 1. Mai-Demonstration auf.

Solidarität ist dringender denn je. Das zeigen gerade heute die Aufstände der arabischen Völker gegen die jahrelang von den Großmächten unterstützen Diktaturen, die militärischen Interventionen der imperialistischen Mächte – zuletzt in Libyen – sowie die entschlossenen Befreiungskämpfe in Lateinamerika und Asien. Wir richten uns gegen die kapitalistische, profitorientierte Energiepolitik, die für Katastrophen wie zuletzt in Fukushima/Japan verantwortlich ist. Aber ebenso wichtig sind Solidarität und Widerstand angesichts der brutalen Sparpakete der SPÖ/ÖVP-Bundesregierung und jetzt auch in der Steiermark.

Deswegen demonstrieren wir für Solidarität, Internationalismus und Widerstand! Kommt alle zur 1. Mai-Demonstration in Wien! Treffpunkt: 1. Mai, 10 Uhr bei der Oper (U4 Karlsplatz)

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