Alerta, Alerta Antiimperialista! – Solange es Imperialismus gibt, gibt es Kriege!

Wir befinden uns im Zeitalter des Im­peria­lis­mus, des höchsten Stadium des Ka­pi­ta­lis­mus. Die herrschende Kapi­ta­lis­ten­klasse unterdrückt dabei nicht bloß die ArbeiterIn­nen und Volks­massen im ei­ge­nen Land, son­dern dehnt ihre Aus­beu­tungs- und Un­ter­wer­fungspläne län­der­übergrei­fend im­mer weiter aus. Das We­sen des Kapi­ta­lis­mus ist es, immer mehr und im­mer ren­tab­le­re Rohstoff- und Arbeits­märkte un­ter sei­ne Vor­macht zu brin­gen, wel­che ihm die Pro­fite ga­ran­tieren. Die­ses Rin­gen um Ein­fluss­zo­nen für den ka­pi­ta­lis­tischen Markt ver­stärkt die Kon­kur­renz zwischen den im­pe­rialistischen Groß­mäch­ten. Resultat: Die Kriegsgefahr zwi­schen den Im­peria­lis­ten steigt.

 

Imperialismus heißt Krieg.

Imperialistischer Krieg bedeutet immer die mili­tä­rische Durchsetzung der Kapitalinteressen der herr­schenden Bourgeoisie auf Kosten der Un­ter­drückten und Ausgebeuteten. Dabei werden pro­fitver­sprechen­de Länder (z.B. bei reichhal­tigen Bo­den­schätzen) politisch oder wirtschaft­lich von den je­weiligen im­pe­rialistischen Mäch­ten abhängig ge­macht, um mög­lichst hohe Profite zu erzielen. In Län­dern, in denen diese Unterwer­fungs­politik auf ge­recht­fertigten Wider­stand der Volks­massen trifft, kommt es zu militäri­schen Interven­tionen bis hin zur Errichtung von Mi­litärdiktaturen durch die impe­ria­listischen Mäch­te, um jegliche Befrei­ungskämpfe mi­litärisch zu zer­schla­gen und die dortigen Volks­mas­sen, dem Im­perialismus und sei­nem Streben nach Profit auszu­liefern. Imperialistischer Krieg ist al­so bloß die mili­tä­ri­sche Fortsetzung der Inter­es­sens­politik der Herr­schenden, wenn die Ziele auf nicht-mili­täri­schen Weg nicht mehr erreicht werden kön­nen.

 

 „Die imperialistischen Großmächte sind nach wie vor USA, Britannien (England), Deutschland, Frank­reich, Russland, Japan und neuerdings Chi­na. Sie kontrollieren zusammen den ent­schei­den­den Teil der modernsten Techno­logien und einen Groß­teil des ka­pi­talistischen Welt­markts (sowohl der Wa­ren- als auch der Finanz­transak­tio­­nen) und damit weit­gehend die Volks­­wirtschaf­ten al­ler Län­der der Welt.“ (These 3, aus „Thesen zum impe­ria­­listischen Krieg“ der IA*RKP)

Imperialistischer Krieg und die „Neuaufteilung“ der Welt.

Die Welt ist heute auf­ge­teilt zwischen den Impe­ria­listen. Es gibt nur mehr imperialistische Län­der und neokolo­nial-abhän­gi­ge Länder und beina­he keine ein­fach kapita­listi­schen Län­der mehr. Die Länder, wo man sa­gen würde, sie seien nicht sehr gut ent­wi­ckelt, zählen zu den Neo­kolo­nien des Impe­ria­lis­mus. Das heißt, sie werden vom Im­perialismus auf ihrem Ent­wick­lungs­stand gehalten oder er zerstört jede eigen­ständige In­dus­trialisierung in die­sen Ländern, indem er sie po­li­tisch und ökonomisch un­ter­wirft. In diesen Län­dern passiert nur mehr das, was die im­pe­ria­lis­ti­sche Bour­geoisie will (solange die Ar­beiterInnen und Volks­mas­sen nicht den Kampf auf­neh­men). Jede Chan­ce auf un­abhängige, vom den Volks­massen selbstbe­stimm­te Pro­duktion wird versucht nie­der­zu­schlagen, um sie den In­teressen des Ka­pi­tals der Großmächte zu un­ter­wer­fen.

 

Durch die unterschiedliche wirtschaftliche Entwick­lung der imperialistischen Länder kommt es zu im­mer stär­ker werdenden Widersprüchen zwischen den Groß­mäch­ten. Durch Krisen, beispielsweise, kommt es zur Schwächung einiger Imperialisten, aber zu umso größe­rer Stärke eines anderen Impe­ri­alisten. Diese Entwick­lun­gen verlagern oder spitzen die Konkurrenz zwischen den Mächten zu.

 

Nach dem Ende der sozialimperialistischen Sowjet­uni­on 1991 hat ein Ringen um die Neuaufteilung der Welt begonnen. Der US-Imperialismus ist langfristig im Nie­dergang, während der imperialistische EU-Block un­ter Führung Deutschlands und Frankreichs auf größere An­teile bei der Ausplünderung der Völker drängt.  Das Er­starken des chinesi­schen Impe­rialismus spielt heute eine wichtige Rolle beim Ringen um die Weltherrschaft. Insgesamt treibt diese verschärfte Konkurrenz auf einen großen zwischenimperialistischen Krieg zu.

Die Imperia­lis­ten sind heute oft gezwungen, tak­tische Bündnisse mit anderen Imperialisten einzugehen um ihre imperialistischen Gegner zu schwä­­chen. „Derzeit ist ein US-amerikanisch-bri­tischer Block und ein deutsch-französischer Block erkenn­bar. Während die USA (im Bündnis mit Britan­nien) ihre Hegemonie in Ame­rika, Südost-Asien, dem pazifischen Raum und Südafrika festigt und ver­teidigt, stabilisiert der deutsch-französische Block seinen Einfluss in Europa, Nord- und West­afrika …“ (These 5, eben­da) Brennpunkt der Aus­einandersetzung ist heute allerdings Mittel- und West­asien (Afghanistan, Pakistan, Iran, Irak, Kurdistan, Syrien, Palästina).

Krieg gegen ArbeiterInnen und Volksmassen

Diese Kriege rich­ten sich immer gegen die Ar­beiterIn­nen und Volks­massen im be­trof­fenen Land und müs­­sen daher an allen Fronten be­kämpft werden, von den Arbei­terInnen in den Imperia­lis­tischen Zen­tren und gleich­zeitig  von den Volks­massen in den abhängigen Län­dern. Wir treten ein für das Selbst­bestimmungs­recht der Volksmassen in ab­hän­gigen Ländern. Ein impe­rialistischer Krieg wird nicht fort­schrittlicher, wenn er gegen ein Ga­daffi- oder Tali­ban-Regi­me gerichtet wird. Imperia­listische Kriege sind In­ter­essenskriege des Kapitals, mit welch hu­ma­ni­tären Kleidchen sie auch bemäntelt sind. Die Im­pe­rialisten wol­len sich dort ein willigeres Mario­net­ten­regime errichten, solche Vorhaben zielen im­mer auf die optimale, profita­bels­te Ausbeutung der Volks­massen ab.

 

Solange es Imperialismus gibt, wird es auch Neo­­kolonien, Hunger, Massenverelendung, Ar­mut, Völ­kermord und Folter an antiimperialisti­schen Käm­pfe­rInnen geben. Imperialismus und Kapitalis­mus ist es, was das Leben der Arbeite­rIn­nen und Volks­massen aller Länder jeden Tag zerstört. Durch die Ausbeu­tung der Neokolonien scheffeln die Herr­schen­den gigantische Extra­profite. Einen Teil die­ser Extra­profite setzt die Bourgeoisie in den im­pe­ria­listischen Zentren zur Ruhigstellung der eigenen ArbeiterIn­nen­klasse ein. Siehe z.B. Finanzierung arbeiter­feindlicher (gelber) Gewerk­schaften (hier­zu­­lan­de ÖGB-Apparat), sowie Sozial­de­mo­kratie, fi­nan­­zi­elle Besserstellung eines Teils der Ar­bei­terIn­nen­klasse zur Niederhaltung von Klas­sen­­käm­pfe, aber auch Finan­zierung und Ausbau des Militärs sowie sämtlicher Verteidi­gungs­­organe des Ka­pi­tals,…)

Es gibt zwei Arten des imperia­listischen Kriegs. Die­­se sind 1. ständige Unter­werfungskriege gegen Neokolonien und 2. zwi­schen-imperialistische Krie­ge. In beiden die­ser Interessenskriege des Kapitals müssen wir Ant­worten mit dem revolu­tionären Kampf der unter­drück­ten Arbeite­rInnen und Volks­massen. Es gibt aber auch gerechte und berechtig­te Kriege: „Krie­ge, die sich dem Hauptinhalt nach gegen soziale Un­ter­drückung, gegen imperia­listische Herrschaft und gegen nationale Unter­drückung … richten, sind fort­schrittliche Kriege, die wir unter­stützen.“ (These 21, eben­­da)

 

Einheitsfront gegen imperialistischen Krieg und Orientierung auf proletarische Revolution

In Anbetracht der aggressiven Ausplün­de­rungs­kriege und der steigenden Kriegsgefahr zwi­schen den Im­perialisten, müssen wir heute daran gehen eine anti­imperialistische, antimili­taristische Ein­heits­front zu bilden, die eine star­ke Opposition ge­gen den Impe­ria­­lismus im eigenen Land bildet. Da­für können breite Teile sowohl der Arbei­terIn­nen­klas­­se als auch der kleinbürgerlichen und intellek­tu­­el­len Schichten gewonnen werden, wenn der Auf­­bau einer revolutionär-kommu­nis­ti­schen Partei Fort­­schritte macht.

Schon heute ist insbesondere eine anti­impe­ria­lis­ti­sche-antimilitaristische Einheitsfront notwendig, die sich mit den Volksmassen im Balkan ver­bündet und ge­gen den gemeinsamen Hauptfeind, das öster­rei­chische Kapital, kämpft.

 

Eine Schwä­chung des eigenen Impe­rialismus ist Vor­aus­setzung für die Zer­schla­gung des imperialistischen Welt­sys­tems. Im „Mani­fest der Kommunistischen Par­tei“ heißt es: „Obgleich nicht dem Inhalt, ist der Form nach der Kampf des Prole­tariats gegen die Bour­geoi­sie zunächst ein nationaler. Das Proletariat ei­nes jeden Lan­des muss natürlich zuerst mit seiner eigenen Bour­geoisie fertig werden“. Und wie Amilcar Cabral (PAIGC 1970) betont hat, besteht der größte Beitrag der Volks­massen in den imperia­listischen Ländern zur Unter­stü­tzung der Befreiungs­kämpfe der Kolonien darin, den ‚ei­genen‘ Imperialismus anzugreifen. Das ist wirk­liche So­li­darität mit den Unterdrückten und Ausgebeu­te­ten der Neokolonien, wenn in den imperialistischen Zen­tren der gemein­sa­me Hauptfeind, der Imperia­lismus, an­ge­grif­fen wird.

Wir Arbeiterinnen und Arbeiter in im­peria­listischen Län­der, leben direkt im Herzstück der imperia­listischen Bes­tie. Hier im eigenen Land müssen wir für die Zer­schla­gung des Imperialismus in einer proletarischen Re­volution kämpfen, um nicht nur Kriege zu verhindern, sondern um eine Gesellschaft ohne Unterdrückung und Ausbeutung zu erreichen.

20. Juni 2011 (141 npc)


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