Archiv für den Monat September 2011

Rechtsopportunistische „neue Synthese“

Zur RCP,USA und zu Avakians „neuer Synthese“ – IA*RKP zum Leserbrief an die PR vom Mai 2011

In der Proletarischen Revolution 47 (Seite 2) wird auf einen 8-seitigen „Leserbrief“  hingewiesen, der die Stellungnahme des ZK der K(M)P Afghanistans zur neuen Ausrichtung der RCP,USA scharf kritisiert. Gleichzeitig wird der Proletarischen Revolution (und der IA*RKP) vorgeworfen, sich hinter Erklärungen anderer Parteien zu verstecken, statt selbst klar Position zu beziehen. Allerdings sind der Leserbrief-Schreiberin sowohl die Positionen der IA*RKP dazu bekannt, als auch die Gründe, warum sie es bisher nicht für sinnvoll erachtet, damit in die Öffentlichkeit zu gehen.

Die IA* RKP hatte nie ein organisatorisches Naheverhältnis zur RIM oder RCP,USA, was mit der Entstehungsgeschichte unserer Organisation zu tun hat. Deswegen wissen wir auch zu wenig über die internen Diskussionen und Entwicklungen der RIM. Wir haben uns seit Anfang der 1990er Jahre intensiv und positiv mit der Deklaration der RIM 1984 und verschiedenen weiteren Dokumenten der RIM und ihrer Mitgliedsparteien, vor allem der RCP,USA auseinandergesetzt. Aber wir haben es als Hauptaufgabe angesehen, aus unserem Zirkel eine Parteiaufbauorganisation in Österreich zu schaffen, bevor wir uns direkt bzw. öffentlich an internationalen Debatten und Konferenzen beteiligen. Wir halten es allerdings für einen schweren Fehler, wenn sich internationale Zusammenschlüsse wie die ICMLPO oder die ICOR nicht offen mit der RIM und ihren programmatischen Dokumenten auseinandersetzen.

Mit der Veröffentlichung der Grundsatzerklärung und des Manifests der RCP,USA („Constitution“ und „Manifesto“) im Jahr  2008 hat die RCP, USA – wie sie auch selbst erklärt – eine neue politische Ausrichtung vorgenommen. So lautet auch der Titel des Manifests: „Der Kommunismus: Der Beginn einer neuen Etappe“. Parallel dazu erschien eine ganze Reihe von Texten, die Bob Avakians „neue Synthese“ glorifizieren. Die IA*RKP  hat sich damit vor allem im Jahr 2009 intensiver auseinandergesetzt, eine Meinung gebildet und auf Treffen und in nicht-öffentlichen Texten dazu Stellung genommen. Im November 2009 erschien in der Proletarischen Revolution 38 eine Stellungnahme unter dem Titel „Gemeinsames und Differenzen zur RCP,USA“, wo der Schwerpunkt auf die Gemeinsamkeiten gegenüber Neorevisionisten und Reformisten gelegt wurde. Mit solchen Strömungen haben wir es nämlich hier in Österreich im Klassenkampf vor allem zu tun – und nicht mit den Theorien Bob Avakians und der RCP,USA.

Inzwischen haben sich die Differenzen innerhalb der (ehemaligen) RIM so zugespitzt, dass alle interessierten Internet-Leser/innen von der Spaltung in verschiedene Strömungen wissen, und wir haben unsere Position dazu auch im Februar 2010 kurz in der Proletarischen Revolution (Sondernummer 29a) genannt: „Die früher führende RIM-Partei, die RCP,USA, wendet sich mit der ‚neuen Synthese‘ von Bob Avakian einem utopischen Kommunismus zu und bekommt von einem kleinen Teil der RIM kritiklose Unterstützung.“ (S.21)

Ein Jahr darauf hat die PR in der Nummer 44 (März 2011) eine „Kritik der K(M)P Afghanistans an der ‚Neuen Synthese‘ von Bob Avakian (RCP,USA)“ in eigener Übersetzung abgedruckt, weil dort mehrere wichtige Kritikpunkte einzeln aufgeführt werden, die den bisher formulierten Kritiken der IA*RKP ähneln. Sie können den PR-Leser/innen, die sich mit der RCP,USA beschäftigen, Anhaltspunkte für die weitere Diskussion geben.

Mit dem ausdrücklichen Vorbehalt, dass die IA*RKP  noch keine eigene umfassende Erklärung dazu ausgearbeitet und verabschiedet hat, lassen sich unsere Hauptkritikpunkte an den gegenwärtigen politischen Positionen der RCP,USA und insbesondere der „neuen Synthese“ ihres Parteivorsitzenden Bob Avakian folgendermaßen zusammenfassen:

1. Es wird der Beginn einer „neuen Etappe“ behauptet, die mit der Ausarbeitung der „neuen Synthese“ von Bob Avakian zusammenhängt. Das ist ein idealistischer und subjektivistischer Ansatz, der nicht von den objektiven Entwicklungen (in der wirtschaftlichen Basis und dem politischen Überbau) ausgeht. Parallel dazu wird im „Manifest“ der RCP,USA der „historische Durchbruch“ der ersten Etappe mit dem Erscheinungsdatum des „Kommunistischen Manifests“ 1848 angesetzt. Weiters wird eine „erste Etappe der kommunistischen Revolution“ von 1871 bis 1976 der jetzigen, angeblich „neuen Etappe“ gegenübergestellt. Ohne tiefere Begründung geht die RCP,USA von der durch ihren Vorsitzenden Bob Avakian eingeleiteten „neuen Etappe“ aus und spricht im Umkehrschluss vom Scheitern des „Revolutionsmodells des 20. Jahrhunderts“. Darauf baut dann erst die behauptete Notwendigkeit einer „neuen Synthese“ auf. (Eine ähnliche Kritik formuliert die K(M)P Afghanistan in ihrem Punkt 2)

2. Eine „Synthese“ ist ein Begriff aus der Dialektik, wonach jede Entwicklung aus These, Antithese und Synthese besteht. Bei Avakian ist die These offensichtlich das gescheiterte „Revolutionsmodells des 20. Jahrhunderts“. Die Antithese wird nicht behandelt (besteht aber vermutlich in der dunklen Phase von 1976 bis zum Jahr 2008, dem Jahr der Veröffentlichung der „neuen Synthese“ von Avakian). Während bei der (willkürlichen und nicht nachvollziehbaren) Festlegung der ersten „Etappe“ noch politische Ereignisse von großer internationaler Tragweite herangezogen werden, beginnt die „neue Etappe“ mit der Fertigstellung eines wissenschaftlichen Werks (von außerdem zweifelhafter internationaler Bedeutung). Kein ernsthafter historischer Materialist würde die jüngere Weltgeschichte in die Zeit vor und nach dem Erscheinungsjahr des „Kapitals“ von Marx oder „Staat und Revolution“ von Lenin einteilen – außer es handelt sich um eine rein ideengeschichtliche Monografie. Genau so geht aber Avakian an die Geschichte der Arbeiter/innenbewegung heran, das ist sein wissenschaftlicher Ansatz, von dem sich auch die meisten anderen Ergebnisse seiner „Weiterentwicklungen“ ableiten.

3. Im Zentrum der „neuen Synthese“ steht die behauptete Notwendigkeit eines „neuen Revolutionsmodells“, wobei der Begriff „Modell“ dazu verwendet wird, um zu verschleiern, dass eigentlich (die Notwendigkeit für) eine neue Theorie der proletarischen Revolution und des Sozialismus propagiert werden soll. Weder werden die positiven und negativen Erfahrungen der RIM ausgewertet, noch werden die grundlegenden Lehren des Wissenschaftlichen Kommunismus als Basis berücksichtigt. (Vgl. K(M)PA-Kritik Punkt 1 und 3)

4. Dort, wo Avakian auf die bisherigen Erfahrungen der Diktatur des Proletariats direkt eingeht, konzentriert er sich auf folgende angebliche Fehler: Das Proletariat war zu diktatorisch gegenüber den Bündnisschichten und hat vor allem den Intellektuellen zu wenige Freiräume gelassen. Demgegenüber fordert er mehr Elastizität gegenüber den Interessen der nicht-proletarischen Schichten („fester Kern mit viel Elastizität“). Das wird von Avakian theoretisch auch mit seinen angeblichen „Weiterentwicklungen“ der Erkenntnistheorie (Epistemologie) begründet. Avakian wendet sich – scheinbar ganz hochphilosophisch – gegen den Begriff der „Klassenwahrheit“ und stellt ihm die „objektive Wahrheit“ gegenüber, die er mit einer „absoluten Wahrheit“ vermischt. Während solche Fragen ausführlich und verständlich z.B. in Engels‘ „Anti-Dühring“ und Lenins „Empiriokritizismus“ behandelt werden, geht es Avakian in Wirklichkeit garnicht um Philosophie, sondern um die Wissenschaft – und darum, wie weit das Proletariat im Sozialismus den Wissenschaftler/innen und Intellektuellen freie Hand lassen oder klare Rahmen für Wissenschaft und Forschung setzen soll. Ganz unverhüllt wendet sich Avakian dagegen, dass sowohl die Sowjetunion als auch China in deren sozialistischer Phase ihre beschränkten Mittel nicht großzügiger für die freie Entfaltung der Wissenschaften zur Verfügung stellten. Der Sozialismus ist also nach Avakian (auch oder vor allem) daran gescheitert, dass die Intellektuellen – die sich in der Parteibürokratie ausbreiteten –  zu wenig Freiraum gehabt hätten.

Darüber hinaus werden von Avakian ziemlich undialektisch Diktatur und Demokratie gegeneinander gestellt, so als ob nicht gerade die Diktatur über die ehemaligen und neu aufkommenden Ausbeuter erst die Demokratie für die Massen sicherstellen würde. (Vgl. K(M)PA-Kritik Punkt 4)

 

5. Die RCP,USA wendet sich in ihren Dokumenten zunehmend von der Arbeiter/innenklasse ab und der Menschheit, der Mehrheit der Menschen oder den Volksmassen zu. Gleichzeitig ersetzt sie zunehmend den Klassenkampf durch den Kampf für die Befreiung der gesamten Menschheit. So heißt es etwa im „Manifest: „Die RCP, USA besteht aus Menschen, die zusammengekommen sind, um der Erfüllung des größten Bedürfnis der Menschheit zur Verwirklichung zu verhelfen.“ (S.59) Von der RCP,USA wird in diesem Zusammenhang ausdrücklich betont, dass es in ihrer Revolution nicht in erster Linie um die Befreiung der Arbeiter/innenklasse von Ausbeutung und Unterdrückung geht, sondern um die Befreiung „der Menschheit“. Ein solches Herangehen steht in offenem Widerspruch zu den Lehren von Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao und aller Revolutionären Kommunist/innen. (Vgl. K(M)PA-Kritik Punkt 1 und 3)

Die RCP,USA hat tatsächlich eine „neue Etappe“ begonnen, auf der wir sie nicht begleiten wollen.

IA*RKP, September 2011 

 

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Die vier wichtigsten Punkte der KMPAfghanistan-Kritik (PR44,S.53f.) sind:
1. MLM findet keine Erwähnung;
2. zwei Etappen, beginnend mit: a) Komm. Manifest, b) Avakians Neuer Synthese;
3. Erfahrungen der RIM nur negativ dargestellt;
4. Humanismus und mangelnde Betonung der Diktatur des Proletariats statt revolutionärer Klassenkampf (auch im Sozialismus) bis zum Kommunismus.

>> Leserbrief siehe prolrevol.wordpress.com (18.Mai 2011)

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Kritik an Positionen von „Maoist Road“ (1.Mai-Erklärung 2011)

Warum wir die von Parteien um „Maoist Road“ initiierte 1. Mai-Erklärung 2011 nicht unterschrieben haben
(siehe: „Die Völker wollen Revolution! Die  Proletarier/innen wollen die Partei für die Revolution! Die Kommunist/innen wollen Internationalismus und eine neue internationale Organisation“ – Maoist Road 1, S.4)

Die Erste-Mai-Erklärung 2011, die von 10 maoistisch-kommunistischen Parteien unterzeichnet wurde enthält einerseits einige wichtige und richtige Aussagen zur Einschätzung der aktuellen Situation, mit denen wir in Abgrenzung zu den verschiedenen Spielarten des Reformismus und Revisionismus übereinstimmen.

Auch wir begrüßen die „unerwarteten Proteste und Aufstände“ insbesondere „in der arabischen Welt und am Persischen Golf“, wo „die Jugend, das Proletariat und die breiten Massen auf die Straße gingen, um die dem Imperialismus dienenden diktatorischen Regimes zu stürzen oder zu stürzen versuchen.
Im Herzen der imperialistischen Länder richten sich Kämpfe der Arbeiter/innenklasse, Generalstreiks, Rebellionen der Student/innen und Jugend gegen die Politik der reaktionären Regierungen …, die auf eine Abwälzung der Krisenlasten auf den Rücken der Massen abzielen und zu Entlassungen, Arbeitsplatzunsicherheit, Intensivierung der Ausbeutung und Angriffen auf Bildung, Gesundheitsversorgung und soziale Grundversorgung führen.
Die Kämpfe und Rebellionen reichen von China bis in die USA, von Russland bis Lateinamerika.
Besonders in Afghanistan und Irak erleidet der Imperialismus, hauptsächlich der USA-Imperialismus, Schläge, die ihn davonabhalten, seine Pläne zur Besetzung, Invasion und geo-strategischen Kontrolle über wichtige Gebiete der Welt umzusetzen. Seinen Plänen, die zionistische Besetzung Palästinas durch gekaufte Führer abzusichern, wurde Einhalt geboten.“

Vor allem betonen auch wir die „Notwendigkeit des Aufbaus revolutionärer (wir möchten ergänzen: revolutionär-kommunistischer) Parteien im Feuer des Klassenkampfs, die sich auf dem Marxismus-Leninismus-Maoismus (wir würden sagen: „revolutionären Kommunismus“) gründen, um den Klassenkampf in allen Bereichen führen zu können mit dem Ziel, die politische Macht zu ergreifen, ohne die es für das Proletariat nicht möglich ist, das kapitalistische und imperialistische System zu stürzen“.
Ebenso wie die unterzeichnenden 10 Parteien „bemühen wir uns um eine wissenschaftliche und entschlossene Führung für den proletarischen Klassenkampf, indem wir alle Arten von revisionistischen, reformistischen und dogmatischen Abweichungen bekämpfen“.
Genauso betonen wir „die Erfahrung von 140 Jahren von Kämpfen und Revolutionen, von der Geburt der Pariser Commune über die Höhepunkte der Oktoberrevolution, der chinesischen Revolution und der Großen Proletarischen Kulturrevolution, aus deren Siegen und Niederlagen wir ebenso lernen müssen, wie aus unseren eigenen Fehlern“.
Wir wollen ebenso wie die 10 Parteien „den proletarischen Internationalismus in den Kämpfen, Aufständen und Volkskriegen in die Praxis umsetzen, um den Kampf des Proletariats und der unterdrückten Völker gegen den Imperialismus zu vereinigen und fest vereint mit den Massen, die die Geschichte machen, vereint sind“.
Und schließlich stimmen wir mit den 10 unterzeichnenden Parteien überein, dass „die Kommunist/innen eine neue Einheit der internationalen kommunistischen Bewegung erreichen müssen, die auf dem Marxismus-Leninismus-Maoismus (wir würden sagen: „revolutionären Kommunismus“) basiert und die internationale Organisation aufbauen, die wir heute brachen“. Denn: „Der Imperialismus hat keine Zukunft! Die Zukunft gehört dem Kommunismus!“  

Aber derselbe Aufruf  zum 1.Mai 2011 beruht auf wichtigen politischen Fehleinschätzungen und Fehlern, von denen wir uns ausdrücklich distanzieren:

1. Der Aufruf geht aus von der „Entwicklung eines modernen Faschismus“ in den „imperialistischen Ländern“.
2. Der „Volkskrieg“ wird als „strategische Ausrichtung für das Proletariat und die Völker der Welt“ bezeichnet und ausdrücklich die Notwendigkeit des „langandauernden Volkskrieg“ auch für „die imperialistischen Länder selbst“ betont. Dieser wird als „neue und verschärfte Phase des Klassenkampfs“ bezeichnet, was „die revolutionären Bestrebungen des Proletariats und der Völker ausdrückt“.
3. Unmittelbar daraus (!?) wird geschlossen: „All das zeigt, dass der Hauptwiderspruch auf Weltebene de zwischen Imperialismus und unterdrückten Völkern ist…“
4. Was die aktuelle Situation der „Volkskriege“ in verschiedenen Ländern betrifft, wird im Aufruf hervorgehoben, dass „der Volkskrieg in Peru unbeirrt fortdauert und sich erholt“,“ in den Philippinen Fortschritte macht“ und „in der Türkei von den Maoist/innen angeführte revolutionäre Kämpfe entlang der Volkskriegsstrategie voranschreiten“.
5. Als „unmittelbare Ursache der Krise“ wird überdies „die ‚Finanzialisierung‘ der Wirtschaft“ (also vermutlich die Aufblähung des spekulativen Kapitals) hervorgehoben.

Wir gehen weder von einer allgemeinen Bedrohung durch einen „modernen Faschismus“ in den imperialistischen Ländern aus, noch können wir einen solchen in Österreich oder anderen imperialistischen EU-Ländern erkennen.
Wir halten eine strategische Ausrichtung der revolutionär-kommunistischen Bewegung auf einen „langandauern­den Volkskrieg in imperialistischen Ländern“ für falsch und bezweifeln auch die Richtigkeit dieser Orientierung für abhängige Länder mit mehrheitlich städtischer Bevölkerung.
Einerseits halten wir die Verkündung eines weltweiten „Hauptwiderspruchs“ für falsch, weil es die Hauptaufgabe revolutionärer Kommunist/innen in jedem einzelnen Land ist, ihren Hauptfeind zu stürzen  (bei uns: die österreichische imperialistische Bourgeoisie). Andererseits bezweifeln wir, dass bei einer Bewertung der drei großen Widersprüche des imperialistischen Weltsystems, genau der eine zwischen Imperialismus und unterdrückten Völkern heute als entscheidend für die proletarische Revolution, die Diktatur des Proletariats und den Sozialismus weltweit, d.h. in allen Ländern – mit unterschiedlich nächsten strategischen Zielen – so hervorgehoben werden soll. Schon gar nicht sind wir der Meinung, dass aus der weltweiten Verallgemeinerung der Lehre Maos vom „langandauernden Volkskrieg“ durch einige Parteien abgeleitet werden kann, dass deshalb (?) der eine Widerspruch im Imperialismus entscheidend sei für das Vorankommen der Weltrevolution.
Wir können in den letzten Jahren keine bedeutenden Fortschritte im Volkskrieg in irgendeinem der oben genannten Länder erkennen.
Und schließlich leiten wir die aktuelle Krise vom tendenziellen Fall der Profitrate und dem „fehlerhaften Kreislauf“ des kapitalistischen Ausbeutersystems ab, und sehen die Spekulationsblasen usw. als notwendige Erscheinungen einer periodischen Überakkumulation und Verwertungsschwierigkeit des Kapitals im Imperialismus.

Aus diesen und weiteren Gründen haben wir die gemeinsame Erklärung von KP Indien (Maoistisch), MKP Italien, MKP Frankreich, MKP Türkei und Nordkurdistan, RKP Kanada, KP Indien (ML) Naxalbari, VKP Nepal (Maoistisch), KP Bhutan (MLM), Komitee des Volkskampfs „Manolo Bello“ Galizien/Spanien,  Maoistische Kommunistische Bewegung in Tunesien zum 1. Mai 2011 nicht unterzeichnet.

IA*RKP 24.9.2011

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vgl. 1.Mai-Erklärung auf Englisch >>  http://theredflag.ca/node/86

Commentaires critiques de positions évoquées dans la « Déclaration internationale du 1er mai » (2011)

Par la présente, nous tenons à développer les arguments pourquoi nous n’avons pas signé la «Déclaration du 1er mai» (2011) telle qu’initiée par les partis et organisations autour de l’initiative « Maoist Road » (voir ‘Maoist Road No 1’, page 4 : ‘Les peuples veulent la révolution ! Les prolétaires veulent le parti de la révolution ! Les communistes veulent l’internationalisme et une nouvelle organisation internationale !’)

En fait, ladite « Déclaration du 1er mai » signée par 10 partis et organisations communistes maoïstes contient plusieurs constats très utiles à l’analyse de la situation actuelle avec lesquels nous sommes bien d’accord et cela en contestation et en nous délimitant expressément de positions concrètes telles que répandues par maintes variétés du réformisme et du révisionnisme.

Nous aussi, nous saluons les « multiples protestations et soulèvements sans précédent », surtout « dans le monde arabe et le golfe persique » , ou « la jeunesse, le prolétariat et les larges masses sont descendus dans les rues et ont renversés ou tenté de renverser, les uns après les autres, les régimes dictatoriaux valets de l’impérialisme.

Au cœur même des pays impérialistes, les luttes de la classe ouvrière, les grèves générales, les révoltes des étudiants et de la jeunesse, se sont dressés contre la politique des gouvernements réactionnaires et le développement d’un fascisme moderne qui a pour but de faire porter par les masses le fardeau de la crise, avec ses cortèges de licenciements, de précarité, d’intensification de l’exploitation, ses attaques contre les systèmes d’éducation, de santé et les services sociaux en général. Les luttes et révoltes vont de la Chine aux USA, de la Russie à l’Amérique latine. En Afghanistan et en Irak particulièrement, l’impérialisme, principalement l’impérialisme américain, essuie des coups qui l’empêche de parvenir à ses objectifs d’occupation, d’invasion et de contrôle géo-stratégique de régions importantes du monde. Ses plans de sacralisation de l’occupation sioniste de la Palestine grâce à des leaders félons ont échoué. »

En particulier, nous partageons l’analyse que ces luttes « exigent  que soient construits  des partis révolutionnaires (nous préférerions « des partis communistes révolutionnaires ») à la hauteur de l’antagonisme des classes. (…) Il nous faut des partis communistes basés sur le marxisme-léninisme-maoïsme (nous dirions « sur le communisme révolutionnaire ») capables de diriger la lutte des classes dans tous les domaines dans le but de prendre le pouvoir politique, sans quoi le renversement du système capitaliste et impérialiste par le prolétariat est impossible. »

De même que les 10 partis signataires de la déclaration, nous aussi, nous voulons « répondre à ce besoin d’une direction scientifique et résolue pour le combat de classe du prolétariat , en luttant contre toutes les variétés de déviations, révisionnistes, réformistes et dogmatiques. »

Comme eux, nous comptons sur « la prodigieuse expérience accumulée au cours des 140 années de luttes et de révolutions depuis la Glorieuse Commune de Paris, jusqu’aux sommets de la Révolution d’Octobre, de la Révolution chinoise et de la  Grande Révolution Culturelle Prolétarienne. Nous devons apprendre à la fois de nos défaites et de nos victoires, ainsi que de nos erreurs. »

Comme les autres partis signataires de la déclaration, nous tenons à « mettre l’internationalisme prolétarien en pratique pour unir les luttes du prolétariat et celles des peuples opprimés contre l’impérialisme en crise ». Et que nous, communistes, devons « rester solidement unis aux masses car ce sont elles qui font l’histoire ».

Et, finalement, comme les autres signataires nous consentons que « les communistes doivent parvenir à une nouvelle unité du mouvement communiste international basé sur le marxisme-léninisme-maoïsme (nous dirions « sur le communisme révolutionnaire ») et construire la nouvelle organisation internationale qui nous est nécessaire aujourd’hui. » Car : « L’impérialisme n’a pas d’avenir ! L’avenir, c’est le communisme ! »

Ceci dit, la déclaration se fonde sur d’importants points d’analyse politique erronés et sur des erreurs auxquels nous sommes opposés, notamment :

1.) La déclaration prend comme point de départ « le développement d’un fascisme moderne » dans « les pays impérialistes ».

2.) Ce sont « les guerres populaires «  qui constituent « la référence stratégique pour le prolétariat et les peuples du monde ».et c’est explicitement la  « guerre populaire prolongée » qui est censée comme étant nécessaire, aussi dans « les pays impérialistes  eux-mêmes. » Elle est considérée comme constituant « une phase nouvelle et plus aiguë de la lutte de classe exprimant les aspirations du prolétariat et des peuples du monde ».

3.) Et immédiatement après, la déclaration en ( !) déduit que « tout ceci montre que la contradiction principale au niveau mondial est entre l’impérialisme et les peuples opprimés… »

4.) Quant à l’évaluation de la situation actuelle par rapport à la guerre populaire dans différents pays, la déclaration résume que « la guerre populaire au Pérou se poursuit et se remet d’aplomb », « aux Philippines (elle) avance », et « en Turquie, le combat révolutionnaire dirigé par les maoïstes avance conformément à la stratégie de la guerre populaire ».

5.) Comme « cause principale immédiate de la crise », d’ailleurs, la déclaration évoque la « ‘financiarisation’ de l’économie » (c’est-à dire, on suppose, l’élargissement et la flambée du capital spéculatif).

En ce qui concerne nos positions à nous, nous ne voyons pas cette menace généralisée par le « fascisme moderne » dans les pays impérialistes, ni pouvons-nous en constater une telle menace en Autriche ni dans les autres pays membres de l’UE.

Nous jugeons erronée l’orientation du mouvement communiste révolutionnaire vers « la guerre populaire prolongée dans les pays impérialistes » et nous doutons cette orientation même pour certains pays opprimés avec une population majoritairement urbaine.

Nous tenons comme inapproprié de propager « une contradiction principale au niveau mondial », et cela dû au fait qu’il est le devoir principal des communistes révolutionnaires dans chaque pays de se débarrasser de l’ennemi principal particulier (chez nous, de la bourgeoisie impérialiste autrichienne).

De l’autre côté, nous avons bien des doutes par rapport à une évaluation concrète des 3 contradictions constituantes du système impérialiste mondial, qu’aujourd’hui,  ce soit la contradiction entre l’impérialisme et les peuples opprimés, elle seule, qui soit primordiale pour la révolution prolétarienne, la dictature du prolétariat et le socialisme et cela dans le monde entier, c’est-à-dire, dans tous les pays, n’importe leurs prochains buts stratégiques différents.

D’autant moins, nous ne partageons l’avis qu’il soit justifié, en appliquant au niveau mondial et de façon généralisée, la théorie de Mao sur « la guerre populaire prolongée » telle que propagée par plusieurs partis, d’en dériver, de cette généralisation même, le fait que soit universelle partout dans le monde et primordiale pour l’avancement de la révolution mondiale, la contradiction principale entre l’impérialisme  et  les peuples opprimés.

Enfin, pendant les dernières années, nous n’avons pas l’impression qu’on n’ait assisté à des avancements si importants qu’évoqués par rapport aux guerres populaires au Pérou, aux Philippines et en Turquie.

Finalement, pour nous, c’est la tendance à la chute du taux de profit et le « cercle vicieux » du système d’exploitation capitaliste qui engendrent la crise actuelle,  et nous regardons les bulles de spéculation etc. comme étant des apparitions immanentes de la suraccumulation périodique et des difficultés de valorisation du capital en période d’impérialisme.

Voilà les arguments principaux pourquoi nous n’avons pas signé la « Déclaration du 1er mai » (2011) , déclaration commune du PC de l’Inde (ML) Naxalbari, du PC du Bhoutan (MLM), du PC de l’Inde (maoïste), du PCmF, du PCmI, du PC Maoïste-Turquie/Nord Kurdistan, du PC Révolutionnaire – Canada, du PC Unifié du Népal (maoïste), du Comité de Lutte populaire « Manolo Bello »  – Galice, Espagne, et du Mouvement Communiste Maoïste de Tunisie.

(ia*rkp), le 24 sept 2011

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Déclaration du 1er mai >>   http://ledrapeaurouge.ca/node/344

Comments by IARKP to the “1 May 2011 Declaration” as issued by ‘Maoist Road’

 

Why we did not sign up to the “1 May 2011 Declaration” as initiated by “Maoist Road” (for reference see  “People want revolution – Proletarians want the Party of the Revolution – Communists want internationalism and a new international organization” – Maoist Road 1, p.4)

 

The “1 May 2011 Declaration” which was signed by 10 Maoist communist parties contained a number of important and valid statements useful for the analysis of the present situation, statements to which we agree in contrast to those portrayed by various reformist and revisionist variants.

 

We agree to salute the “unprecedented protests and uprisings”, especially “in the Arab world and Persian Gulf”, where “the youth, the proletarians and the broad masses took to the streets and toppled or tried to topple, one after the other, the dictatorial regimes subservient to imperialism.

In the heart of the imperialist countries, working class struggles, general strikes, rebellions of students and youth are opposing the policy of reactionary governments (….) aimed at shifting the burden of the crisis on to the backs of the masses, bringing lay-offs, job insecurity, intensification of exploitation and attacks on education, health care and basic social services.

Struggles and rebellions are ranging from China to the US, from Russia to Latin America. Particularly in Afghanistan and Iraq, imperialism, mainly US imperialism, is suffering blows that prevent it from realizing its plans of occupation, invasion and geo-strategic control on important areas of the world. Its plans to sanctify Zionist occupation in Palestine through sell-out leaders have been checked.”

 

In particular, we also emphasize and “demand the building of revolutionary parties (we would rather specify “revolutionary communist parties”) at the height of the current clash of classes (…) based on Marxism-Leninism-Maoism (we would rather speak of “revolutionary communism”) able to lead the class struggle in all fields and aimed at seizing the political power without which it is not possible for the proletarians to overthrow the capitalist and imperialist system”.

 

Like the 10 parties and organizations who signed the declaration, we, too, “strive to answer this need for a scientific and decided leadership for the proletarian class struggle by fighting all kinds of revisionist, reformist and dogmatist deviations.”

 

We equally emphasize “ the huge amount of experience through 140 years of struggles and revolutions, from the birth of the Glorious Paris Commune, through the peaks of the October Revolution, the Chinese revolution and the Great Proletarian Cultural Revolution. We must learn from both our victories and defeats, as well as from our mistakes.”

 

Like the 10 parties and organizations signatories to the Declaration, we want to “put proletarian internationalism into practice in order to unite proletarian struggles and those of the oppressed peoples against imperialism in crisis and remain firmly united with the masses as they make history.”

 

And finally, we agree that “Communists must achieve a new unity of the international communist movement based on Marxism-Leninism-Maoism (we would prefer to speak of  “revolutionary communism”) and build the international organization that we need today.” Because:

“Imperialism has no future!

The future belongs to communism!”

 

 

 

On the other side, this very “1 May 2011 Declaration” gives evidence of some important errors and mistakes in respect of the analysis of the present situation which we do not share and are explicitly opposed to, in particular the following:

 

1.)    The Declaration departs from “the development of a modern fascism” in the “imperialist countries”.

2.)    It says that “people’s wars are the strategic reference for the proletarians and the peoples of the world” and clearly states the necessity of “protracted people’s war” also “in imperialist countries themselves”. It regards people’s wars as ”a new and sharpening phase of the class struggle that expresses the revolutionary aspirations of the proletariat and the world peoples.”

3.)    From here, it directly (!) concludes “All this indicates that the main contradiction at the world level is that between imperialism and the oppressed peoples…”

4.)    Referring to the actual situation in a number of countries where “people’s wars” are being waged the Declaration states in respect of  Peru that  people’s war  “persists and recuperates”, “in the Philippines (it) advances”,  and “in Turkey revolutionary struggles led by the Maoists advance along the people’s war strategy”.

5.)    Furthermore, in respect of the actual crisis, it is the “financialization” of the economy which the Declaration holds to be the “main immediate cause” of it, (presumably meaning by this the enormous expansion of speculative capital).

 

As regards our position, neither do we share the view of a generalized threat by “modern fascism” in the imperialist countries, nor do we find definite signs of it in Austrianor other imperialist EU member states. We disagree with the generalized strategic orientation of the revolutionary communist movement towards “protracted people’s war in the imperialist countries” and in fact, we even question the correctness of this orientation in oppressed countries where the majority of the population is living in urban areas.

 

On the one hand, we think it is not correct to proclaim a worldwide “main contradiction” whilst it is the main task of revolutionary communists in any country to topple their respective main enemy (in our case this is the Austrian imperialist bourgeoisie). On the other hand, we doubt whether it may be justified at all to evaluate the 3 crucial contradictions of the imperialist world system by focusing merely on the one between imperialism and oppressed peoples as being decisive for proletarian revolution, proletarian dictatorship, and socialism worldwide, and to apply this on to each and every country, irrespective of their next strategic aims which may very well differ. And even less we hold justified the erroneous view held by a number of Maoist parties who deduct from such a universal validity of Mao’s “protracted people’s war” strategy the fact that, hence (!), there was only this contradiction which was decisive for the progress of world revolution.

As regards marked progress in people’s wars in the countries as mentioned above (see 4.) we are afraid that this has not been the case in most recent years.

And finally, we hold the tendency of the falling profit rate to be at the root of the actual crisis giving evidence of the “vicious circle” of the capitalist system of exploitation whilst we regard the speculative “bubbles” etc as inevitable appearances of the periodic over accumulation and of the difficulties of valuation of capital in its imperialist stage.

 

For aforementioned reasons we decided not to sign the “1 May 2011 Declaration” as signed by:

Communist Party of Bhutan(MLM);

Communist Party of India (maoist);

Communist Party of India(ML) Naxalbari;

maoist Communist Party, France;

maoist CommunistParty, Italy;

Maoist CommunistParty, Turkey and North Kurdistan;

Revolutionary Party of Canada;

Unified Communist Party ofNepal(Maoist);

Committee of People’s Struggle “Manolo Bello”,Galicia,Spain;

Maoist Communist Movement inTunisia