Amerlinghaus bleibt! DEMO Wien Di 29.11., 17 Uhr Omofuma-Denkmal (MQ)

Amerlinghaus muss bleiben!

Presseaussendung 5. Nov 2011

Wien: Rot-Grün will Amerlinghaus zusperren

Kulturzentrum Amerlinghaus soll ruiniert werden – Widerstand angekündigt.

Wien. Die rot-grüne Stadtregierung will offenbar das traditionelle alternative Kultur- und Kommunkationszentrum Amerlinghaus ruinieren. Die Gehälter der Angestellten werden nicht mehr bezahlt, in Teilen des Hauses gibt es bereits keinen Strom mehr. Bereits Anfang Sommer konnte eine Räumungsklage nur knapp abgewehrt werden.

Für eine Vielfalt emanzipatorischer, selbstorganisierter Projekte, kritischer Basiskulturarbeit, antirassistischer, interkultureller und sozialer Arbeit ist der drohende Wegfall des Kulturzentrums im Amerlinghaus existenzgefährdend.

Das Amerlinghaus, das seit Jahren vergeblich um die dringend notwendige Wertanpassung der Subvention an die Inflation verhandelt, ist vom jüngsten Vorschlag der Gemeinde Wien existentiell bedroht. Die Stadtregierung schlägt aktuell vor, das Haus in dieser Form aufzulösen und große Teile des Hauses der GESIBA zur gewinnbringenden Verwertung zu übergeben. Um Druck dafür zu erzeugen, werden nun notwendige Gelder zurückgehalten.

Renate Nahar: „Angestellte sitzen nun ohne Gehalt teils in Räumen ohne Licht und ohne Telefon. Ist das rot-grüne Sozialpolitik? Wir fordern sofortige und ernsthafte Verhandlungen von der Gemeinde!“

Über 50 Gruppen, Initiativen und Projekte, die das Haus regelmäßig für vielfältige Aktivitäten nutzen, sowie ein weiter Kreis an punktuellen NutzerInnen, die auf das Kultur- und Kommunkationszentrum als wichtige, oft einzige Ressource angewiesen sind, kündigen entschiedenen Widerstand an. Das Spektrum umfasst dabei politische Organisationen, Kindergruppen, MigrantInnen-Initiativen, einen Roma-Kultur-Verein, Deutschkurse, PensionistInnengruppen, Erwerbsarbeitslosen-Gruppen, Selbsthilfevereine, Kunst- und Kulturprojekte sowie einen Verlag.

Michi Bonvalot kündigt einen heißen Winter an: „Das Amerlinghaus ist ein zentraler Bezugspunkt für sehr viele Menschen in Wien. Der Preis für eine etwaige Räumung des Hauses wird für Rot-Grün sehr hoch werden.“ Michi Bonvalot weiter: „Wir fordern den Erhalt des Hauses, die ausstehenden Zahlungen sowie die Zuschüsse für dringende Sanierungen. Wenn die rot-grüne Stadtregierung denkt, dass sie am teuren Spittelberg ein Stück widerständiges Wien gewinnbringend verkaufen kann, hat sie sich geschnitten.“

Claudia Totschnig: Wir fordern, dass das Zentrum im Amerlinghaus, das über 30 Jahre der Zuführung einer kapitalistischen Verwertung und Kommerzialisierung, von der es umgeben ist, widerstanden hat, nicht nur wegen seiner Geschichte, sondern auch wegen seiner gegenwärtigen Position als interkulturelles, offenes und kritisches Zentrum als Teil der emanzipatorischen Kultur in Wien erhalten wird!

Die Gemeinde-eigene GESIBA musste jüngst auf politischen Wunsch der Stadt Wien Millionenverluste im Shopping-Center Gasometer schlucken. Offenbar sollen nun Teile der Verluste durch eine Verwertung des Amerlinghauses am Wiener Spittelberg aufgefangen werden.

Seit 33 Jahren ist das Kultur- und Kommunikationszentrum im Amerlinghaus eine offene, niederschwellige Einrichtung, in der kritische, nicht kommerzielle Kulturarbeit stattfindet, in der soziale und politische Initiativen, oft auch gemeinsam, arbeiten. In einer Zeit, da immer mehr emanzipatorische Projekte ums Überleben kämpfen und Freiräume durchkapitalisiert werden, ist das Zentrum im Amerlinghaus eine der wenigen Infrastrukturen, in welcher Initiativen und Menschen, die über keine oder kaum eigene Ressourcen verfügen, unbürokratisch Zugang, Unterstützung, Arbeitsraum, Vernetzungsmöglichkeiten sowie Öffentlichkeit für vielfältige Aktivitäten finden.

KRISE BRAUCHT KULTUR! KULTURZENTRUM IM AMERLINGHAUS BLEIBT!

DAS IST EINE PRESSEAUSSENDUNG DES AMERLINGHAUSPLENUMS.

Rückfragehinweis:

Büroöffnungszeiten: werktags Montag 16:00 – 22:00 werktags Di – Fr 14:00 – 22:00 01 523 64 75

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