Archive for August 2013

Hungerstreik politischer Gefangener in Wien – Kundgebung Sa 17.8.

13. August 2013

Aufruf der Anatolische Föderation Österreich

Wussten Sie, dass sich in der Justizantalt Wien-Josefstadt zwei politische Migranten  im unbefristeten Hungerstreik befinden?

Yusuf Tas seit 1. August

Özgür Aslan seit 3. August

Seit 2. August hält die Anatolische Föderation täglich von 10:00-22:00 Uhr eine Mahnwache mit abwechselndem Hungerstreik vor dem Österreichischen Justizministerium, Museumstraße 7 (Weghuberpark) 1070 Wien ab, um Unterschriften gegen die Auslieferung von Yusuf und Özgür an Deutschland und für deren sofortige Freilassung zu sammeln und die Öffentlichkeit über die dreiste Vorgehensweise zu informieren.

Wir rufen alle fortschrittlichen, für Gerechtigkeit und Demokratie eintretenden Vereine und Menschen auf, Yusuf & Özgür zu unterstützen. Denn sie sind Menschen wie wir, sie haben sich gegen Rassismus und Faschismus engagiert wie viele von uns, und sie wurden infolge einer politischen Hetzjagd ausländischer Geheimdienste inhaftiert.

Wer sind Yusuf und Özgür? Warum wurden sie verhaftet? Warum führt Deutschland in Österreich Razzien durch?
Die Infobroschüre (Boschüre runterladen) wird auf viele eurer Fragen Antworten geben, auch wenn euch einiges davon bereits bekannt ist.

Bitte dieses E-mail möglichst breit verteilen und auch die Broschüre nach Möglichkeit drucken, um sie auch persönlich weitergeben zu können.

Wir wollen dieses E-mail gleich dafür nutzen, um für die nächste Solidaritätsaktion aufzurufen,
die am Samstag, den 17. August 2013, um 17:00 Uhr am Stephansplatz /Stock im Eisen-Platz
stattfinden wird.
(Veranstalter: Komitee für die Verteidigung politischer Grundrechte – https://www.facebook.com/pages/Komitee-f%C3%BCr-die-Verteidigung-politischer-Grundrechte/539156852800823)
Wir zählen auf eure Teilnahme an der Kundgebung am 17. August sowie auf eure Unterstützung in dieser Kampagne, die auch für
zukünftiges politisches und menschenrechtliches Engagement von Bedeutung ist.

Mit solidarischen Grüßen

Anatolische Föderation Österreich

Goldschlagstr. 103/2-G 1150 Wien

Tel: 01 293 19 28

anadolufed@gmail.com

Wirst du auf der Straße deppert angeredet, weil du „anders“ ausschaust?

8. August 2013

download-Flugblatt

Wirst du auf der Straße deppert angeredet, weil du „anders“ ausschaust? Bist du arbeitslos? Bleiben dir am Ende des Lohns noch zu viele Tage bis zum nächsten Ers­ten? Schlägt dich dein Ehemann? Wirst du gemobbt? Hältst du DAS GANZE nimmer aus?

Warum, aus welchen Gründen würdest du Österreich verlassen?

Wenn die Wirtschaftskrise nicht seit 5, son­dern seit 50 Jahren andauern würde? Wenn alle deine Bekann­ten seit Jahren immer we­niger zum Leben hätten, immer ärmer wür­den? Wenn deine Eltern, Kinder, Verwand­ten nicht wüssten, wie sie morgen über­le­ben sollen? Wenn in Österreich seit 25 Jah­ren Krieg wäre? Wenn in Österreich alle An­dersdenkenden terrorisiert, eingesperrt und ermordet würden? Wenn alle Anders­gläubigen ständig verfolgt würden?

Siehst du! Mindestens einmal hast du schon still genickt!

Ungefähr 80% aller Menschen auf der Welt leben unter Umständen, vor denen du flüchten würdest. Aber nur sehr wenige, oft besonders mutige, wagen wirklich eine längere Fluchtreise. Fast immer fehlt das Geld und fehlen die Kenntnisse, die für eine län­gere Flucht notwendig sind.

Drum flüchten die meisten Menschen vor Krieg, Mas­senmord, Terror und damit verbundenen Hun­gersnöten nur in die nächste Provinz oder ins be­nachbarte Ausland. 90% aller Flüchtlinge bleiben in der Heimat-Region, höchstens ein paar hundert Kilometer von ihrem (ehemaligen) Heimatort – oft ihr ganzes Leben lang in einem Lager.

Die Länder mit den meisten Flüchtlingen weltweit sind derzeit Pakistan und Iran (zusammen etwa 2 Millionen Flüchtlinge). Warum? Weil in dieser Re­gion die europäischen und us-amerika­ni­schen Streit­­kräfte seit über 25 Jahren Kriegs­züge durch­­führen, mit Kampf­jets, Hub­schraubern, Droh­nen und Raketen ganze Regionen samt Städten und Dörfern zusam­men­­bomben (Afgha­nistan, Pakistan, Irak …)

Die Länder Mittelasiens (und Westasiens) sind für die imperialistischen Länder wichtig, weil in der Ge­gend viel Öl gefunden wird. Deshalb versucht jede Großmacht, ihre Ölfirmen an die Quellen zu bringen. Dazu dient auch manchmal die militäri­sche Besetzung und politische Kontrolle von „stra­tegisch wichtigen“ Ländern, die kein Öl haben.

Die Menschen, die aus diesen Kriegsländern flüch­ten, sind auf der Flucht vor unerträglichen Zustän­den, die von „unseren“ Regierungen (denen der EU, USA und Russlands) geschaffen wurden. Es ist falsch – und eine Lüge! – dass „wir damit nichts tun haben“. Natürlich ist Österreich ein klei­nes imperialistisches Land und die Außen- und Mili­tärpolitik konzentriert sich auf die österreichi­schen Neokolonien am Balkan. Aber Österreich ist Teil des imperialistischen Militärblocks „NATO-Part­ner­schaft“, der auch die Kriege in Mittelasien seit Jahrzehnten vorantreibt.

Weniger als 10% aller Flüchtlinge schaffen es auf abenteuerliche Weise bis nach Europa – und die meisten von ihnen werden dann früher oder später abgeschoben (Amtsdeutsch: „rückgeführt“, also dort­hin, wo sie es nicht mehr ausgehalten haben, wo sie verfolgt wurden, oder einfach keine Zukunft mehr sahen – wie die Auswanderer nach Ame­rika aus Europa.)

Dass EU-ropa, und da­bei insbesondere Ös­ter­reich, die schärfsten Ausländergesetze der Welt hat, ist be­kannt. Ebenso ist bekannt, dass diese rassisti­schen Gesetze auch in der täglichen Praxis äußerst scharf gehandhabt werden (Schleierfahndung im Grenzbereich, Ausweiskontrolle überall, sofortige Schubhaft – auch für Kinder und Jugendliche, ra­sche Abschiebung trotz Einspruch/Beru­fung usw.)

Die ständige Verschärfung der rassistischen Aus­ländergesetze seit den 1980er Jahren – schon lange vor dem EU-Beitritt unter SP-Regierungen – konn­te von den kleinen demokratischen und revolutio­nä­ren Gruppen nicht wirksam bekämpft werden, es konnten keine bedeutenden Teile der Volksmassen dagegen mobilisiert werden. Der ideologische Druck der Herrschenden war zu stark. In Öster­reich gehört der Rassismus quasi zur „Staatsideolo­gie“ bzw. zu den „christlich-abendländischen Wer­ten“ – wer nicht wie ein „waschechter Österrei­cher“ ausschaut, hat von vornherein einmal keine Rech­te: „Ausweis her! Gemma!“, „Na dann kummst glei mit, dann wer ma scho sehn!“ Dann Gummiknüppel, Handschellen, 3 Ordnungshüter reißen dich zu Boden, zerquetschen dir den Brust­korb, rauben dir die Luft … Drogendealer, Schlep­per­mafia – wird schon was dran sein …!

Besonders in Zeiten der Krise ist es für die Herr­schenden wichtig, die Unterdrückten – uns! – zu spalten. Wenn nur 5% aller Österreicher/innen un­gefähr 100% der Fabriken und fast 50% des Ge­samtvermögens besitzen, ist klar, dass diese Kapi­talisten Angst kriegen, wenn immer nur auf dem Rü­cken der Arbeiter/innen – unserem Rücken – ge­spart und zugleich auf unserem Rücken die Ar­beits­hetze gesteigert wird (Was? du kannst nicht schneller? Draußen warten 320.000 auf deinen Pos­ten!).

„Der draußen“ – Flücht­ling oder Arbeitssuchende – wird den Arbeiter/innen als Feind dargestellt, und viele fallen auf den Schwachsinn immer wieder rein, weil er Tag für Tag in allen Medien wieder­holt wird (in fast allen …  es gibt auch antirassisti­sche).

Trotzdem werden es immer mehr, die zumindest bei bestimmten Anlässen öffentlich kundtun, dass sie mit dem System des Staatsrassismus unzu­frie­den sind, dass sie dagegen sind, wie der Staats­appa­rat mit Flüchtlingen umspringt. Dass sie ei­gent­lich ganz andere Verhältnisse wollen, dass sie erkannt haben, dass die bestehenden kapitalisti­schen Verhältnisse den Rassismus und Staatsterro­rismus gegen „andere“ hervorbringen. Und dass das ganze kapitalistische System (in dem wir so leben müssen wie es die Besitzer der Banken und Fabriken wollen) in einer proletarischen Revolu­tion gestürzt werden muss, damit wir endlich so leben können, wie wir uns das vorstellen.  Dann musst du dich aufraffen und auch was riskieren!

 

 

Arbeiter/innen aller Länder, vereinigt euch! 

Arbeiter/innen aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!   

8. August 2013 (143 npc)