Weg mit religiösen Symbolen aus der Öffentlichkeit!

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Arbeiter/innen aller Länder, vereinigt euch!
Arbeiter/innen aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!
2.Auflage, April  2017

Religion ist Privatsache und hat in der Öffentlichkeit nichts verloren. Jeder und jede kann glauben, an wen oder was auch immer, aber die Nachbarn und Mitmenschen auf der Straße, im Park, Bus oder sonstwo sollen damit nicht belästigt werden! Bete zu Haus und lass die anderen damit in Ruh!

Jedes offensive öffentliche Bekenntnis zu einer Religion und noch mehr jede Religionspropaganda stört empfindlich das friedliche und solidarische Zusammenleben und die Solidarität der Unterdrückten und Ausgebeuteten gegen die Herrschenden. Wer eine wirkliche Veränderung unserer Gesellschaft¸ eine Überwindung der kapitalistischen Ausbeutung und ein Ende der imperialistischen Ausplünderung und profitgesteuerten Zerstörung unseres Planeten möchte, sollte sich gegen Religion im öffentlichen Bereich einsetzen.

Offensive religiöse Bekenntnisse beleidigen sowohl Menschen mit einer wissenschaftlichen Weltanschauung als auch jene mit anderen Religionsbekenntnissen und gehören deshalb unterbunden. Es kommt nicht drauf an, ob du daran glaubst, dass Jesus dein persönlicher Erlöser sei, oder Mohammed dein Erretter, oder das Nirvana dein persönliches Ziel usw. Jede Betonung dieser unterschiedlichen Auffassungen über das Jenseits richtet sich aggressiv gegen andere religiöse Lebenseinstellungen und vor allem gegen die wissenschaftliche Auffassung, dass es kein Jenseits gibt.

In Österreich hat das römisch-katholische Christentum eine Stellung wie eine Staatsreligion. Das ist im Staatsvertrag mit dem Papst (Konkordat) so festgeschrieben, und deshalb hat die römisch-katholische Kirche auch eine ganze Reihe von Privilegien, die sonst keine andere Religionsgemeinschaft in Österreich hat. Zum Beispiel kann die katholische Kirchenbeitragsstelle über Bezirksgerichte und Pfändung den Mitgliedsbeitrag zwangsweise eintreiben (Das ist einzigartig für Mitgliedsbeiträge von Vereinen in Österreich; der ÖGB hat dieses Recht – natürlich – nicht). Auch fast 100 Jahre nach dem Sturz der katholischen Habsburger-Monarchie und des „Kaisers von Gottes Gnaden“ besitzt die katholische Kirche immer noch tausende Quadratkilometer Ländereien und Wälder und ist der weitaus größte private Grundbesitzer in Österreich (ca. eine Viertelmillion Hektar und erhält so jährlich über 4 Mill. € EU-Agrarsubventionen…).

Seit einigen Jahren wird der Hass gegen die islamische Religion vor allem von der FPÖ und ÖVP aufgestachelt und dabei mit Verweis auf frühere Zeiten (z.B. Kaiserzeit oder Austrofaschismus) frech so getan, als ob die heutige österreichische Bevölkerung mehrheitlich katholisch wäre… Nicht einmal 600.000 der angeblich „katholischen Mehrheit“ (7,5% der Bevölkerung) gehen regelmäßig in ihren „Gottesdienst“. Das sind gerade so viel wie die statistisch erfassten angeblichen „Moslems“ (7%), von denen auch weniger als die Hälfte an den „Freitagsgebeten“ teilnehmen.

Wenn von Reaktionären wie Kurz & Co. ein Verschleierungsverbot gefordert wird, stellen wir zuerst einmal fest, dass die aufdringlichen christlichen Symbole überall in der Öffentlichkeit (von den Kreuzen in Schulen, auf Gebäuden und Berggipfeln bis zu den Mönchen und Nonnen in ihren mittelalterlichen Kostümen usw.) viel unerträglicher sind, und dazu die flächendeckende nahezu Dauerbeschallung ganz Österreichs mit Glockengebimmel…

Es ist prinzipiell richtig, wenn fortschrittliche Menschen, dagegen auftreten, dass Frauen gezwungen werden, sich zu verhüllen, damit nur der „Ehemann“ seinen Besitz betrachten und genießen kann. Religiöse Kopftücher sind sowohl bei christlich-fundamentalistischen Nonnen als auch bei muslimischen rückständigen, halbfeudalen Frauen ein aggressives Zeichen gegen die Aufklärung, gegen ein wissenschaftliches Weltbild und gegen die Gleichberechtigung aller Menschen. Aber offensichtlich schießen die Reaktionäre samt ihrer Medien nicht gegen Nonnen (und alte Bäuerinnen aus dem Waldviertel) ihre Hassbotschaften ab, sondern gegen die untersten Schichten des Proletariats in Österreich, um zu spalten und die Unterdrückten in Zeiten der Krise gegeneinander zu hetzen.

Die Moslem-Versteher haben jedenfalls unrecht, wenn sie wütend und einseitig das Recht der (unbestritten patriarchal geprägten) Islam-Anhänger/innen auf Religionsausübung propagieren. Natürlich ist es blanker Unsinn zu behaupten, ein Kopftuchverbot im Betrieb (nach dem EUGH-Urteil vom März 2017) sei ein „Berufsverbot für moslemische Frauen“. Nur rückständige, patriarchal fremdbestimmte (oder fanatisch islamische) Frauen sind überhaupt davon betroffen – genauso wie ein Sikh, der mit seinem Turban Berufssoldat werden will oder eine Nonne im FKK-Bad.

Für uns ist die ganze Kopftuch-Debatte eine von Rassisten losgetretene Nebensächlichkeit, zu der fortschrittliche Menschen auch Stellung nehmen sollen. Aber wir müssen dabei deutlich machen, dass „wir andere Probleme haben“ als ob wer mit Kopftuch herumrennt, mit bunten Haaren oder Vollbart (abgesehen davon, dass die Hipster-Bärte sich kaum von den Mullah-Bärten unterscheiden…).

Wir sagen nein zu offensiven religiösen Symbolen, z.B. wenn sich Pfarrer im Pfaffengewand aus der Kirche herauswagen. Und die Mönche und Nonnen sollen in ihren Klöstern bleiben oder gefälligst zivile Dienstkleidung tragen, wenn sie in Schulen unterrichten oder Kranke pflegen (wenn sie wirklich „den Menschen Gutes tun“ wollen, brauchen sie dafür ihre religiöse Uniform nicht!) … und natürlich kritisieren wir auch Scheichs aus Arabien beim Hilton-Hotel und am Ring, die „ihre“ Frauen in religiöser Kleidung ausführen. Aber vor allem wenden wir uns dagegen, dass der bürgerliche Staat eine Religion privilegiert und andere diskriminiert und mit Strafen verfolgt.

Wenn alle Kreuze verschwinden und alle Kirchen-glocken verstummen, dann sollten wir auch den letzten Frauen mit religiösem Kopftuch klarmachen, dass sie ziemlich rückständig sind und anscheinend die neue Zeit verschlafen haben.

Der Hass zwischen Religionsgemeinschaften wird von den Herrschenden geschürt, um Arbeiter/innen und Volksmassen zu spalten. Aber z.B. die grundlegenden Veränderungen in Albanien zwischen 1944 und 1978 zeigten praktisch, wie die Religion als persönliche Angelegenheit in den Hintergrund gedrängt werden kann. Vor der Befreiung war die Bevölkerung gespalten in Moslems und Christen, letztere noch dazu in Orthodoxe und Katholiken. Aber die Kommunistische Partei (später Partei der Arbeit) hat den Kampf gegen die faschistische Besatzung, gegen Feudalismus und Kapitalismus – also den gemeinsamen Kampf aller unterdrückten Teile des Volkes für eine gesellschaftliche Veränderung – in den Mittelpunkt gerückt. Diese Ausrichtung wurde im volksdemokratischen und sozialistischen Aufbau fortgesetzt, sodass Albanien der erste atheistische Staat Europas wurde. Solange die Sozialistische Volksrepublik Albanien bestand durfte jeder und jede zu Hause beten so viel sie wollten, aber öffentliche religiöse Bekundungen waren verboten.

Dass wir in Österreich so weit kommen, müssen wir noch viel verändern! Fangen wir an mit der Vorbereitung der proletarischen Revolution auch im Kampf gegen Religion und Aberglauben!

„Die Glocke stört, es stört der Muezzin –
man bringe sie zum Schweigen,
die wie ihn!“
(Peter Hacks)

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