Solidarität mit den Kolleg/innen bei Wozabal (Textilservice und MPZ Oberösterreich)!

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Stell dir vor, du stehst jeden Tag um 4 Uhr (oder noch früher) auf, damit du um ½ 6 in der Firma am nördlichen Stadtrand von Enns bist, wo um diese Zeit kein Bus hinfährt (Fußweg 40 Min. vom Bahnhof). Wenn Doppelschicht angeordnet („angeboten“) wurde, arbeitest du bis ½ 11 in der Nacht und es gibt wieder keinen Bus zurück zum Bahnhof. Dafür kriegst du € 7,24 plus weitere € 0,36 Schichtzulage – brutto natürlich!

„Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung“ ist bei MPZ Wozabal(Miettextilien) eine Grundanforderung, damit du überhaupt die Stelle kriegst – also auch Wochenende und Feiertag.

Wenn dir das zu stressig ist, kannst du auch als Reinigungskraft in Teilzeit hackeln, 5 oder 6 Stunden am Vormittag, und „im Bedarfsfall werden Sie auch unsere ProduktionsmitarbeiterInnen unterstützen“, „die tatsächliche Entlohnung beträgt € 7,33 brutto/Stunde“. Hast du „gute Deutschkenntnisse“? weil die sind bei der Reinigung ebenso gefordert wie die bekannte „Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung“ (www.wozabal.com).

Du bist trotzdem interessiert, weil du schon zu lange arbeitslos bist? Vorsicht! Die Unternehmensgruppe Wozabal veröffentlicht zwar noch immer Stellenangebote, hat aber seit Juli keine Löhne mehr ausgezahlt, weil ihr die Banken die Konten gesperrt haben – „Liquiditätsprobleme“ haben jetzt der Firmenchef Christian Wozaba … und 792 Beschäftigte, fast alles Frauen im Niedriglohnbereich ohne Ersparnisse.

 

Es ist nicht die erste Großpleite in den letzten Jahren – erinnern wir uns an Zielpunkt (2700 Kündigungen), Schlecker/dayli (3500), HypoAlpeAdria (8000 Kündigungen, €12 Mrd. Steuergelder) usw.

Nicht erst seit der kapitalistischen Weltwirtschaftskrise 2008 geht es bergab, aber jetzt immer schneller: Maximalprofite statt „Konsolidierung“, mehr produzieren bzw. umsetzen mit immer weniger ArbeiterInnen. Immer schneller, schneller, schneller (und „Flexibilität bei den MitarbeiterInnen“).

In den letzten Jahren wurde v.a. die Wozabal-Wäscherei in Enns hoch automatisiert, insgesamt wurden 10% Beschäftige „abgebaut“ – Christian Wozabal spricht von „200 Personen zu viel“ für die schnelleren Maschinen.

So kann ein tüchtiger Kapitalist nicht effektiv Maximalprofite „erwirtschaften“, denn die Konkurrenz schläft nicht – konkret interessiert sich Miettex/Salesianer(mit 2000 Beschäftigten in 7 Ländern) für den insolventen Wozabal.

 

Wie es weitergehen wird, ist den Beschäftigten völlig unklar. Der Chef beruhigt, dass die oö. Landesbetriebe zugesagt haben, weiter mit Wozabal zusammenzuarbeiten, solange die Dienstleistungen (v.a. Mietkleidung für Spitäler) garantiert sind – d.h. solange die ArbeiterInnen ohne Lohn weiterhackeln. Aus der Landesregierung kommen ähnliche Töne: Keine akute Gefahr für den Betrieb, solange die Beschäftigten kuschen und ohne Lohn weiter arbeiten –dafür gibt’s zinsenlosen Kredit für alle Beschäftigten bis Ende des Jahres. Und dann wohl aus der staatlichen Insolvenzkassa eine „Überbrückungshilfe“ (bis du beim AMS und Sozialamt anspruchsberechtigt bist…)

 

Am wichtigsten– das sind die Erfahrungen aus vielen Konkursen in den letzten Jahren – ist, dass Vollversammlungen aller Beschäftigten organisiert werden, wo die konkrete Situation für die wirklich Betroffenen besprochen werden – und nicht die Zukunft des Christian Wozabal und seiner Investitionen.

Wenn es dem Chef und seinen Helfern im ÖGB gelingt, das „Betriebswohl“ in den Mittelpunkt zu stellen, kann nichts rauskommen! Bestenfalls noch mehr Arbeitshetze mit noch weniger KollegInnen oder „großzügige“ Abfertigung und jahrelanges Anstellen am AMS.

 

Aufgabe vonBetriebsversammlungen an allen Standorten(Enns, Linz, Len­zing, Hofgastein, Rankweil, CeskeBudejovice und Gasser Flaurling/Tirol) ist es, Aktions- und Kampfkomitees aus engagierten KollegInnen zu wählen, die wirklich die Interessen der Belegschaft, vor allem der Masse der Arbeiterinnen mit Niedriglöhnen, ins Zentrum  rücken und sich koordinieren.

In den letzten Jahren ist es immer wieder passiert, dass sich die Kapitaleigentümer mit der Landesregierung und ÖGB-Funktionären zusammensetzen, und über die Köpfe der Betroffenen hinweg „Lösungen“ erarbeiten, die zu „abgefederten“ Massenkündigungen und „AMS-Maßnahmen“ führen. Deren Ziel ist es, die Interessen der Gläubiger (Banken, Unternehmer,…) zu vertreten.

 

Aber es gibt keine gemeinsamen Interessen von Kapital und ArbeiterInnen – die sogenannte Sozialpartnerschaft ist der Interessensausgleich von Ungleichen – und wenn sich die Kapitalisten sanieren geht das immer auf Kosten der LohnarbeiterInnen. Profite können nur durch noch größere Ausbeutung gesichert werden und die Konkurrenz zwischen den Betriebsstandorten und mit anderen Branchenführern (konkret: Salesianer/Miettex, die vielleicht Teile von Wozabal übernehmen werden).

 

Alle gemeinsam! Keine Spaltung der Belegschaft!

Verteidigung aller Arbeitsplätze!

Solidarität mit den kämpferischen ArbeiterInnen bei Wozabal!

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IA«RKP Initiative für den Aufbau einer Revolutionär-Kommunistischen Partei

ia.rkp2017@yahoo.com, iarkp.wordpress.com, Stiftgasse 8, A-1070 Wien, Österreich, 31.8.2017

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2 Kommentare zu „Solidarität mit den Kolleg/innen bei Wozabal (Textilservice und MPZ Oberösterreich)!

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