Kampf den Femiziden!

Es sind bereits neun Frauen, die in diesem Jahr von einem (Ex)-Partner getötet worden.400 in den letzten 10 Jahren.  Im Jahr 2020 waren in Österreich 31 Frauen unter insgesamt 43 Mordopfern. Fast ausschließlich handelt es sich dabei um Frauen, die zuvor Opfer häuslicher Gewalt und gewaltauffälliger Partner waren oder Morde im Zuge von Vergewaltigungen. Österreich ist das einzige EU-Land, in dem mehr Frauen als Männer Gewaltverbrechen zum Opfer fallen. Gegen die „Alltäglichkeit“ von Femiziden, also der Tötung von Frauen durch Männer mit frauenfeindlichem Bezug, entwickelte sich in vielen Ländern bereits eine kräftige Protestbewegung. In der Türkei/Nordkurdistan, Indien sowie Mittel- und Südamerika gibt es heute eine starke und kämpferische feministische Bewegung gegen sexuelle Gewalt und Mord an Frauen und Mädchen. Die jüngsten Morde an Frauen in Österreich zeigen, dass es kein Problem der neokolonialen und abhängigen Länder ist, sondern sich auch in den imperialistischen Metropolländern auf der Tagesordnung steht. Und der Kampf gegen Patriachat und Männerchauvinismus auch weiterhin eine politische Aufgabe der fortschrittlichen Kräfte bildet.

Der jüngste Mord vom 30. April 2021 an einer 35-jährigen zweifachen Mutter wurde durch eine gewisse „Prominenz“ des Täters in den Vordergrund gerückt. Der als Bierwirt bekannte rechtsextreme Albert Lastufka, der auch eine Verbindung zum ultrareaktionären FPÖ-Magazin „unzensuriert“ hat, postete bereits  im Mai 2018 sexistische und frauenverachtende Postings auf Facebook gegen die Grüne Abgeordnete Sigrid Maurer. Es folgte Gerichtsprozess gegen Lastufka, außerdem folgte in anderem Zusammenhang gegen ihn wohl auch eine Auseinandersetzung mit einem Elektroschocker und ein Verfahren um Nötigung. Die Mordwaffe besaß er vermutlich illegal. Sowohl in Worten und Taten war der Mann somit lange vor der Tat gewaltauffällig. Ähnliches gilt für die angezündete Wiener Trafikantin Nadine, die über eine lange Zeit Opfer der sadistischen Gewaltfantasien ihres Partners war. In den heuer bereits neun Morden kommt klar die frauenverachtenden, männerchauvinistische Grundhaltung im patriarchalen System zu tragen.

Besonders in den Boulevardmedien werden Femizide durch männliche Partner oder Ex-Partner noch immer mit verharmlosenden Umschreibungen wie der eines „Familiendramas“ versehen. Teilweise recht deutlich wird auch die rassistische Konnotation der Taten in dem Vordergrund gestellt. Obwohl der Fall Maurer und auch die jüngste Mordtat breiterer Öffentlichkeit bekannt wurden, liegt der Grund dafür eher an voyeuristischen Medien und deren Interesse an höheren Verkaufs- und Werbeeinnahmen als an einer wie auch immer gelagerten Aufarbeitung dieser Verbrechen. Dahinter steht ein System der weitreichenden Frauenunterdrückung. Ein System geprägt von Hass, Gewalt und ökonomischer Doppelausbeutung, welches hinter Männern wie Lastufka steht, bleibt durch die bürgerlichen Medien klarerweise unbeachtet.

Gerade in Folge der durch Lockdown und ökonomisch-sozialen Druck gestiegenen psychologischen Belastung werden bestehende soziale Probleme wie etwa Gewalt gegen Kinder und Frauen jetzt noch mal potenziert. Auch die Möglichkeit des Zugriffs auf Ausweichquartiere wurde erschwert. Jahrzehntelanger Sparzwang bei Frauenschutzeinrichtungen führte nur zum schleppenden Ausbau von Betreuungseinrichtungen. Wenn Mückstein, Nehammer, Zadić und Maurer als RegierungsvertreterInnen jetzt ein Programm präsentieren so wird dies keinesfalls die Problematik, deren Wurzeln tief im bestehenden Gesellschafts- und Wirtschaftssystem liegen, lösen können. Auch weiterhin werden beispielsweise Delikte gegen Eigentum oder Vermögen oftmals heftiger bestraft als jene gegen die Integrität und körperliche Unversehrtheit von Frauen. Etwa 60% aller Anzeigen werden überhaupt eingestellt. Die von der Regierung vorgestellte „Verrechtlichung“ des Problems in Form des Ausbaus von Polizeibefugnissen und der juristischen Komponente ist problematisch. Weder die Klassenjustiz noch die verhasste Kiwarei bieten hier eine hilfreiche Option. Gerade in prekären und migrantischen Umfeldern ist die Polizei zu recht kein Ansprechpartner. Es muss darum gehen, sich der unterdrückten Rolle der Frau im kapitalistischen System bewusst zu werden und den Kampf entschieden dagegen zu führen.

Kampf dem Patriachat!

Für Frauenbefreiung und Sozialismus!

Keine Revolution ohne Frauenbefreiung – Keine Frauenbefreiung ohne Revolution

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