Archiv der Kategorie: Frauenbefreiung

Kampf den Femiziden!

Es sind bereits neun Frauen, die in diesem Jahr von einem (Ex)-Partner getötet worden.400 in den letzten 10 Jahren.  Im Jahr 2020 waren in Österreich 31 Frauen unter insgesamt 43 Mordopfern. Fast ausschließlich handelt es sich dabei um Frauen, die zuvor Opfer häuslicher Gewalt und gewaltauffälliger Partner waren oder Morde im Zuge von Vergewaltigungen. Österreich ist das einzige EU-Land, in dem mehr Frauen als Männer Gewaltverbrechen zum Opfer fallen. Gegen die „Alltäglichkeit“ von Femiziden, also der Tötung von Frauen durch Männer mit frauenfeindlichem Bezug, entwickelte sich in vielen Ländern bereits eine kräftige Protestbewegung. In der Türkei/Nordkurdistan, Indien sowie Mittel- und Südamerika gibt es heute eine starke und kämpferische feministische Bewegung gegen sexuelle Gewalt und Mord an Frauen und Mädchen. Die jüngsten Morde an Frauen in Österreich zeigen, dass es kein Problem der neokolonialen und abhängigen Länder ist, sondern sich auch in den imperialistischen Metropolländern auf der Tagesordnung steht. Und der Kampf gegen Patriachat und Männerchauvinismus auch weiterhin eine politische Aufgabe der fortschrittlichen Kräfte bildet.

Kampf den Femiziden! weiterlesen

8. März 2021 – Internationaler Frauen(Kampf)tag

Wir werktätigen Frauen sind von den Covid19-Maßnahmen der Regierung unbestritten am meisten betroffen. Restaurants, Kantinen, Schulen, Kindergärten, Kinderkrippen usw. sind oder waren lange geschlossen. So werden wir auch in Österreich in die knechtende Rolle der Haushaltsarbeit zurückgedrängt. Die Doppelbelastung wurde und wird außerdem dadurch ungeheuer gesteigert, dass ein Großteil der sogenannten systemerhaltenden Berufe im Einzelhandel und im Gesundheits-, Pflege-, Bildungs- und Sozialbereich von uns Frauen ausgeübt wird.

8. März 2021 – Internationaler Frauen(Kampf)tag weiterlesen

Angriffe türkischer Faschisten zurückschlagen!

Wir stellen uns solidarisch auf die Seite der AktivistInnen aus der Türkei/Nordkurdistan, die Opfer einer Reihe von Attacken durch Graue Wölfe, Erdoğan-Anhänger und islamistische Kräften u.a. aus Tschetschenien wurden.

Am 25.6. kam es in Wien zu einem reaktionären Angriff auf eine Demonstration für Frauenrechte und gegen Gewalt gegenüber Frauen seitens Angehöriger der Fünften Kolonne des türkischen Staatsfaschismus sowie der AKP/MHP Allianz. Beim Einschreiten der Wiener Polizei wurden zudem die sich verteidigenden AntifaschistInnen massiv drangsaliert.

 

Nach einer Protestkundgebung am Folgetag, bei dem sich viele mit den fortschrittlich-demokratischen und revolutionären MigrantInnen aus der Türkei/Nordkurdistan solidarisierten kam es zu erneuten Angriffen der Faschisten auf das Ernst-Kirchweger-Haus und Vereinslokale der ATIGF (ArbeiterInnen- und Jugendföderation türkischer MigrantInnen) und DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine) sowie erheblichen Sachbeschädigungen. Die Ereignisse zeigen klar, dass der antifaschistische Kampf in Österreich nicht nur gegen FPÖ, Neonazis, Identitäre und Co. geführt werden muss sondern der internationalistische Aspekt nicht vergessen werden darf. Einmal mehr wird auch heute der antifaschistische Selbstschutz in den Mittelpunkt gerückt. Der reaktionäre, bürgerliche Staat will antifaschistischen AktivistInnen hier das Recht auf Selbstverteidigung absprechen und ihren Kampf kriminalisieren. Wir erklären uns deshalb auch solidarisch in der Verurteilung der jetzt in den bürgerlichen Medien kolportierten Gleichsetzung von u.a. FrauenaktivistInnen und GewerkschaftsaktivistInnen, die für ihre demokratischen Rechte eintreten und faschistischen Hetzern im Dienste und Sold des türkischen Regimes und dessen Geheimdienst M.I.T. Weiters machen die Vorfälle auch die rassistische Hetze von Parteien wie der FPÖ und der ÖVP deutlich, die durch das Mittel der Entstellung und Tatsachenverdrehung lediglich die hiesige Faschisierung und weitere Spaltung der ArbeiterInnen- und Volksmassen vorantreiben wollen.

 

Es herrscht Krieg in Nordkurdistan. Nicht erst seit einer Woche, sondern seit Jahrzehnten. Mit faschistischen Methoden und brutalster Gewalt geht der türkische Staat gegen die unterdrückte kurdische Nation, nationale Minderheiten und die dortige ArbeiterInnenbewegung vor. Alles gemeinsam mit Unterstützung und Billigung der imperialistischen Regierungen, allen voran der USA und der BRD. Kräfte im nationalen Befreiungskampf (PKK) aber auch zahlenmäßig kleinere revolutionär-kommunistische, marxistisch-leninistisch-maoistische Kräfte im bewaffneten Kampf um eine unabhängige, volksdemokratische Türkei/Nordkurdistan erheben sich gegen dieses faschistische System in der Türkei und kämpfen für die Rechte der ArbeiterInnen und Werktätigen. Ihre Rebellion ist gerechtfertigt.

 

Was sicherlich in Österreich zugenommen hat ist die Mobilisierung für Nationalismus und reaktionäres Gedankengut empfänglicher Menschen mit türkisch/kurdischen Migrationshintergrund durch die AKP im Zuge der Intensivierung des Faschismus in der Türkei/Nordkurdistan nach dem sog. Putschversuch 2015. Als KommunistInnen ist es unsere Aufgabe auch diese Form des nationalen Chauvinismus in der ArbeiterInnenklasse und den Volksmassen zu bekämpfen und uns mit fortschrittlichen Teilen zu solidarisieren.

27.6.2020

Hoch der 8.März – Internationaler Frauentag

FB_int_Frauentag2020

Die ArbeiterInnenklasse wird im Kapitalismus unterdrückt und ausgebeutet. Die Frauen der unterdrückten Klassen werden besonders unterdrückt und ausgebeutet. Die herrschende Kapitalistenklasse will uns mithilfe der jahrtausendalten, patriarchalen Strukturen von unserer Klasse losspalten, um uns alle zu schwächen und leichter und gezielter unterdrücken zu können.

Frauen stellen die Hälfte der Menschheit (rund 3,82 Mrd.), erbringen weltweit 2/3 aller Arbeitsleistungen, erhalten aber nur 10 % des Welteinkommens und besitzen 1 % des Eigentums. Von der geleisteten weiblichen Arbeit wird nur ein Drittel bezahlt. Dies gilt mit geringen Unterschieden sowohl für unterdrückte wie imperialistische Länder. 2/3 der weltweit 1,3 Milliarden Menschen, die in Armut leben sind Frauen.
Die Frauen der unterdrückten Länder produzieren zwischen 60 und 80 % der Grundnahrungsmittel und leisten den Großteil der Arbeit in Landwirtschaft und Haushalt. Der Anteil der Frauen im informellen Sektor (Kleinhandel, Handwerk, Heimarbeit) wird auf 60 % geschätzt. Dies sind Arbeiten zu Niedrigstlöhnen ohne Sozialversicherungen oder rechtlichen Schutz, die volkswirtschaftlich nicht erfasst werden. Hoch der 8.März – Internationaler Frauentag weiterlesen

2019 – 100 Jahre Frauenwahlrecht: Wieso bestimmen immer noch Männer über die Frauen?

2019 – 100 Jahre Frauenwahlrecht: Wieso bestimmen immer noch Männer über die Frauen?

fb903frauen-DOWNLOAD

Vor 100 Jahren erkämpfte die Frauenbewegung in Österreich (auch gegen den Widerstand in der Sozialdemokratie) das Wahlrecht. Seit bald 50 Jahren sind Frauen im Familienrecht, Arbeitsrecht usw. den Männern gleichgestellt. Aber in der Arbeit, Politik, Familie und im Alltag bestimmen meistens immer noch Männer über Frauen. Niedrige Löhne (Frauenlohngruppen!), sowie prekäre und „atypische“ Arbeitsverhältnisse sind für arbeitende Frauen typisch! Überwiegend Frauen sind für die Kinder zuständig – sowohl für die eigenen (auch nach dem Abstillen) als auch in Kinderkrippen, Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern usw. Das ist genauso wenig „natürlich“ wie die Tatsache, dass überwiegend Männer in politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsgremien sitzen oder Männer öfter gewalttätig sind.

2019 – 100 Jahre Frauenwahlrecht: Wieso bestimmen immer noch Männer über die Frauen? weiterlesen

Es lebe der Internationale Frauenkampftag!

(persisch) 8 مارس

Kein Frauenkampf ohne Klassenkampf–kein Klassenkampf ohne Frauenkampf!
1918 Frauenwahlrecht in Österreich erkämpft!
Wir geben keinen Zentimeter erkämpfter Rechte zurück!
2018 Kampf der schwarz-blauen Regierung!
Am Internationalen Frauenkampftag gehen weltweit Millionen von werktätigen Frauen auf die Straße und kämpfen für ihre Rechte und für Freiheit. Es lebe der Internationale Frauenkampftag! weiterlesen

Die (klein)bürgerliche Familie ist der wahre Hort des Terrors! Kampf gegen Gewalt an Frauen.

„Ich weiß nicht, ob meine Geschichte wirklich passt für diese Thema, denn so richtig verprügelt hat mich ja mein Exmann nicht.“ Marlene wurde von ihrem damaligen Mann an den Haaren durch die Wohnung gezerrt und bekam öfters den einen oder anderen Schlag ab. Warum aber denkt Marlene, es wurde ihr keine Gewalt angetan? Marlene ist eine junge Arbeiterin, 25 Jahre alt und alleinerziehende Mutter, nachstehender Artikel entstand nach einem Gespräch mit ihr.

Vor etwa 3 Jahren gelang ihr der Ausbruch aus einer klassischen patriarchalen Familie.  Damals setzte sie einen entscheidenden Schritt, um ihren eigenen Vorstellungen über Familie und vor allem den bürgerlichen Anforderungen an eine Arbeiterin, den Kampf anzusagen. Und zu kämpfen hatte und hat sie. Was auch nicht weiter verwunderlich ist, wird ihr doch täglich aufs neue gesagt und deutlich gezeigt, was sie ist und wie sie zu sein hat. Die Arbeiterin bedeutet in der kapitalistischen Gesellschaft eine billige Arbeitskraft. Sie erfährt durch die Gesellschaft, dass sie als Arbeiterin nichts wert ist und jederzeit ersetzt werden kann. Sie bekommt einen scheiß Lohn und wenn sie sich nicht anständig unterwirft, dann fliegt sie raus. So wird der Arbeiterin auch gesagt, sie müsse sich ihrem Mann unterwerfen und wenn es sein muss, einfach alles ertragen.

„Ich habe insgesamt 7 Jahre mit diesem Mann zusammengelebt! Und ich frage mich jetzt erst: Scheiße, warum?! Ich versteh es wirklich nicht, wie ich das so lange aushielt. Klar, dann kommen immer wieder diese Ausreden, wie irgendwas Schönes war ja auch dabei, wir waren ja mal verliebt und hatten immer wieder schöne Stunden. Doch wenn ich es jetzt betrachte, dann stimmt das einfach nicht!“ Na klar stimmt das nicht. Wenn das Zusammenleben aus Gewalt und Unterdrückung besteht, ist es doch eine Lüge, sich das schön zu reden. Dennoch wird das so gemacht. Dieser ideologische Schwachsinn dient voll und ganz dem Kapital. Denn zum einen wird die billige Arbeitskraft Frau gebraucht um in der jeweiligen Branche die Löhne zu drücken. Zum anderen übernimmt die Arbeiterin in der Familie die Hauptaufgaben der Reproduktion. Hier erholt sich die Arbeitskraft um am nächsten Tag wieder arbeiten zu können und hier wachsen neue Arbeitskräfte heran. Sie dient den Kapitalisten, schafft einen ständigen Nachschub an ArbeiterInnen. Die Kapitalisten wiederum schaffen durch den Niedriglohn der Arbeiterinnen, rechtlichen Bestimmungen, wie Ehe und den bürgerlichen Idealen einer Familie, die Grundlage zur Unterdrückung der Arbeiterin. Gewalt an Frauen, speziell die Gewalt an Arbeiterinnen wird vom bürgerlichen Staat getragen. Eine Arbeiterin bekommt durch ihre schlechte Lage in der Gesellschaft deutlich gezeigt, das sie nichts Wert ist. Sie ist an die Lohnarbeit, wie auch an ihren Mann gekettet. So bedeutet ein Kampf gegen familiäre Gewalt, einen Kampf gegen gesellschaftliche Gewalt. So ist es eben auch nicht verwunderlich, dass Marlene, selbst nach der Scheidung zu kämpfen hat. Sie ist nun alleinerziehende Mutter und Arbeiterin. Sie ist von ihrem Lohn und weiterhin, durch Alimente, von ihrem Exmann abhängig. Sie bekommt zwar auf der einen Seite propagiert, dass alleinerziehende Mütter wirklich großartig sind, da sie sehr viel zu leisten haben. Gleichzeitig sieht sie jedoch durch ihre finanzielle Lage, durch die Wertigkeit im Job, dass sie als alleinerziehende Mutter der ArbeiterInnenklasse eine minderwertige Position in der Gesellschaft einnimmt. Aus dieser tatsächlichen Stellung in der Gesellschaft und nicht aus einer ideellen Wunschvorstellung, entspringt schließlich das Bewusstsein. „Das gesellschaftliche Sein der Menschen bestimmt ihr Denken“ (Mao Zedong) Aus dieser minderwertigen Stellung, welche die gesellschaftliche Praxis der Frau ausmacht, entspringt es nun auch, dass es Frauen oft so schwer fällt, Gewalt beim Namen zu nennen, aus massiv patriarchalen Verhältnissen auszubrechen und vor allem gegen die gesellschaftliche Gewalt an Frauen zu kämpfen! Hieraus entspringt es, dass Marlene lange Zeit Gewalt über sich ergehen lies, die Schuld oft bei ihr selbst sucht und sich schwer eingestehen kann, dass sie tatsächlich misshandelt wurde.

Kämpfe innerhalb des kapitalistischen Systems können Verbesserungen für die Arbeiterinnen, sowie Kampferfahrungen und somit bessere Bedingungen für den Kampf allgemein bedeuten. Jedoch wirkliche Frauenbefreiung, eine Befreiung auch im Bewusstsein der Frau, kann nur passieren wenn das gesellschaftliche Sein der Frau neu bestimmt wird. So kann ein Kampf gegen Gewalt an Frauen nur als Kampf gegen den Kapitalismus geführt werden. Das Sein kann erst im Sozialismus neu bestimmt werden, um in weiterer Entwicklung im Kommunismus, einer klassenlosen Gesellschaft, einen komplett neuen Charakter von Freiheit anzunehmen. Sprengen wir unsere Ketten! Kämpfen wir gemeinsam für den Kommunismus!

Gemeinsam und gut organisiert können wir bewusst kämpfen – und ein bewusster Kampf ist notwendig, um unser Denken und Handeln selbst zu bestimmen!

Das fängt bei jeder einzelnen von uns an, doch erst gemeinsam stehen wir der täglichen Niederhaltung mit gewaltiger Kraft gegenüber.

Lassen wir uns nicht länger von der Gesellschaft bestimmen! Kämpfen wir für unsere Interessen – für eine freie Gesellschaft – für den Kommunismus! Frauen, was haben wir anderes zu verlieren als unsere Ketten?!

RKJV

rkjv.wordpress.com

25.11.2010

8. März, internationaler Kampftag der werktätigen Frauen

„Die Stellung der Frauen beruht wie alles in unserer komplexen Gesellschaft auf der ökonomischen Basis.“ (Eleanor Marx und Edward Aveling)

Wer putzt? Wer kocht? Wer wäscht? Wer erzieht unsere Kinder? Die gesamte Arbeitswoche der Arbeiterinnen wird auf 99,6 Stunden geschätzt. Die Arbeiterin soll sich nach der Lohnarbeit im Bereich der vier „K“ bewegen: Kind, Küche, Kleider, Kirche. Von allen Seiten wird versucht, die Frauen ruhig und dumm zu halten und sie zu entpolitisieren. Diese Doppelbelastung durch Lohnarbeit und Arbeit in der Familie ist die besondere Form der Ausbeutung der erwerbstätigen Frau im Kapitalismus. Die Befreiung der Frau ist kein reiner Geschlechter- oder Reformkampf sondern weiterführend ein Klassenkampf. Wenn wir unsere Lage nicht mehr als Schicksal betrachten, sondern endlich die Augen aufmachen, dann wird uns auch bewusst, wer uns unterdrückt und wie notwendig unser Kampf gegen Kapital und Patriarchat ist.

Die Proletarierinnen haben zusammen mit den bürgerlichen Frauen wichtige Errungenschaften für die Frauen erkämpft. Die bürgerliche Frauenbewegung beschränkt sich jedoch auf Reformkämpfe und hat nicht den Anspruch, den Rahmen des kapitalistischen Systems zu sprengen.

Heute sind es Quotenregelungen bei der Verteilung von Machtpositionen, die die bürgerliche Frauenbewegung fordert. Die mächtigste Frau auf der Welt sei Angelika Merkel liest man im Standard. Diesem Verständnis nach ist der größte Beitrag zur Frauenemanzipation deren gleichwertige Beteiligung an Unterdrückung und Ausbeutung der Arbeiter/innenklasse.

Besitzende oder gut verdienende Frauen können eine andere Frau bezahlen, die für sie kocht, putzt und ihre Kinder erzieht. Die Situation der Arbeiterin hingegen ist eine ganz andere. Solange die Hausarbeit eine weitgehend private und Angelegenheit der Frau ist, können angebliche „Chancengleichheiten“ außerhalb des Hauses überhaupt nicht wahrgenommen werden, sie sind rein formal und können nur von einer Elite von Frauen in Anspruch genommen werden. Genauso verhält es sich mit der formalen Gleichberechtigung vor dem Gesetz. Dem kapitalistischen System nützt Frauenunterdrückung und Patriarchat. Die konsequente Befreiung der Masse der Frauen ist also eine Klassenfrage. Während für die bürgerliche Frau die Verfügungsgewalt über ihre eigenen Produktionsmittel die Freiheit bedeutet, beutet sie als Mitglied der bürgerlichen Klasse die Arbeiterinnen aus.

Die proletarische Frauenbewegung kämpfte und kämpft um die wirkliche Frauenbefreiung. Sie beteiligte sich an jedem radikalen Reformkampf und erreichte für die Frauen unter vielen anderen das Recht auf Abtreibung. Sie blieb jedoch nicht stehen bei Zugeständnissen, im Gegenteil. Durch die Eingliederung der Frau in den Produktionsprozess unterlag nun die Arbeiterin demselben Herrn wie der Arbeiter. Sie haben einen gemeinsamen Feind, wobei sich die Arbeiterin in einer besonderen Lage der Ausbeutung befindet. Die Frauen der revolutionären, auch sozialistischen Frauenbewegung genannt, waren sich  ihrer Lage bewusst, nämlich dass sie einen wesentlichern Teil des gesamten ausgebeuteten Proletariats ausmachen und sich das Proletariat nur selbst im Kampf gegen die Ausbeuterklasse befreien kann. Dass die Arbeiterinnen einer besonderen Ausbeutung unterliegen und diese Tatsache die Notwendigkeit voraussetzt, dass sie sich von den Ketten des Patriarchats nur selbst befreien können, indem sie sich organisieren  und eigenständig den Kampf aufnehmen.

Mit dem, dass die Frau für den Produktionsprozess herangezogen wurde, verfolgte die Bourgeoisie nicht das Interesse, die Frau aus der materiellen Abhängigkeit vom Mann zu befreien. Der Frühkapitalismus zeichnete sich durch eine hohe Produktivitätssteigerung aus, das heißt, dass die Frauen als billigere Arbeitskräfte eingesetzt werden mussten, damit die aufkommende Industrialisierung vorangetrieben werden konnte. Von diesem Zeitpunkt an waren es in jeder Wirtschaftskrise die Frauen, die als erstes von Massenentlassungen betroffen waren. Die Erwerbstätigkeit der Frauen ist abhängig vom jeweiligen Bedarf an weiblichen Arbeitskräften. Vor dem ersten Weltkrieg wurden die Frauen massenhaft  in den Produktionsprozess einbezogen, besonders in Munitionsfabriken um männliche Arbeitskräfte für die Front freizusetzen. Jugend-, Arbeiterinnen- und Kinderschutz wurden für die gesamte 1. Weltkriegsdauer aufgehoben. Nicht anders war es vor dem 2.Weltkrieg und in jeder nachfolgenden Krise. Die Frauen im Reproduktionsbereich sind eine industrielle Reservearmee, die herangezogen bzw. zurück an den Herd gedrängt wird, wie es dem System gerade passt. 

„Die Familie ist die kleinste, aber wertvollste Einheit im Aufbau des ganzen Staatsgefüges.“ Das brachte Hitler schon mal auf den Punkt. Im Faschismus kam es zur vollkommenen Wiederbelebung der patriarchal-autoritären Familienform. Die Frauen mussten sich ihrem „Naturberuf“ als Ehefrau und Hausfrau widmen. Die unbezahlte Arbeit der Frauen innerhalb der Familie, die ihnen aufgehalst wird, dient dazu, die Reproduktionskosten der Arbeitkraft zu senken. Die Ehe, mit der die Familie als lebenslängliche Versorgungsinstitution untermauert wird zeichnet ebenfalls die Besonderheit der doppelten Unterdrückung und Ausbeutung der proletarischen Frau aus. In unseren Köpfen besteht der Tag aus Arbeit und der Rest wäre dann Freizeit. Das Leben als Arbeiterin oder Arbeiter  wird nicht als ganzes gesehen. Du kannst ja nur arbeiten, wenn du dich dazwischen wieder erholst, schläfst, isst, jene Bedürfnisse erfüllst, die notwendig sind, damit sich deine Arbeitskraft regenerieren, „reproduzieren“ kann. Viele dieser Aufgaben bleiben an der „Frau im Haus“ hängen. Das System zieht einen großen Nutzen aus diesem Umstand, denn es braucht sich weniger um die Wiederherstellung der Arbeitskraft zu kümmern solange es die Frauen dafür gibt.

Gleichzeitig sollen wir unsere Kinder nach genau den Rollenbildern, die das System für unsere Unterdrückung vorgesehen hat, erziehen. Wir sollen TrägerInnen, VerfechterInnen und VermittlerInnen der bestehenden Werte und Muster sein, mit denen wir im Kapitalismus und Patriarchat funktionieren. Ausbeutung und Unterdrückung, Sexismus, und Frauenfeindlichkeit sollen hingenommen bzw. gar nicht erst gesehen werden. Es soll nicht lange nachgedacht werden und schon gar nicht nach einem Warum gefragt werden.

Die Familie erfüllt ebenfalls den Zweck eines Ventils zur Machtausübung des Mannes. Dies ist der wichtigste Bereich im gesellschaftlichen Leben wo ein ausgebeuteter Arbeiter bestimmen, entscheiden und herrschen kann  (oder wo er sich das zumindest einbilden kann). Ärger und Frustration kann er innerhalb der Familie Luft machen, ohne eine Gefährdung fürs System darzustellen – im Gegenteil. Diese autoritären Werte sind fundamental für das Fortbestehen des Kapitalismus. Die Tätigkeiten im Haus erhält die Isolation vieler Frauen von der Gesellschaft. Dies spiegelt sich in Verbindung mit der wirtschaftlichen Abhängigkeit auch in der emotionalen Abhängigkeit  von den Ehemännern, Lebensabschnittspartnern, Haberern, Vätern, Strizzis wider. Durch die künstliche Trennung der Lebensbereiche wird völlig vernebelt, welch bejahende Stellung wir mit unserer „privaten“ Lebensweise, objektiv, gegenüber dem System einnehmen. Es gibt nichts system-stabilisierenderes als das Leben nach dem vorherrschenden patriarchalen bürgerlichen Familienbild.

In einer Gesellschaft, in der Geld die Werte bestimmt, ist die Hausarbeit der Frau wertlos und gilt deshalb nicht als Arbeit. Jede produzierte Ware hat im Kapitalismus einen Gebrauchswert und einen Tauschwert. Der Gebrauchswert definiert sich über die Frage ob ein Ding überhaupt benötigt wird. Dann erst gibt es einen Tauschwert, nämlich wenn man dieses brauchbare Ding verkaufen kann. Die Haushaltsarbeit schafft reinen Gebrauchswert, keinen Tauschwert obwohl enorm viel Arbeit dahinter steckt.

Die patriarchale und sexistische Objektivierung von Frauen, ihrer Körper und ihrer Sexualität, und ihre Vermarktung für den männlichen Konsum, fügt sich in das System der kapitalistischen Wirtschaftsbeziehungen und der bürgerlichen Familie hervorragend ein.

Im Sozialismus beispielweise in der Sowjetunion der 1920er-Jahre oder während der Kulturrevolution in  China wurden große Anstrengungen unternommen, die private Hausarbeit zu vergesellschaften. Es wurden Volkskantinen bzw. Gemeindeküchen gebaut, in denen auch Männer arbeiteten. Die Erziehung der Kinder wurde nicht mehr allein den Eltern bzw. den Frauen überlassen, sondern vergesellschaftet. Das sind Voraussetzungen, wodurch die materielle Grundlage zur Diskriminierung der Frauen entzogen wird.

Patriarchat, Ausbeutung und Unterdrückung werden durch Reformen innerhalb dieses Systems nicht beseitigt. Das System reproduziert diese jeden Tag neu. Erst im Sozialismus können die Bedingungen und Voraussetzungen geschaffen werden, die die Frauen aus ihrer untergeordneten Position herauslösen. Das heißt jedoch nicht, dass es mit der Umgestaltung der ökonomischen Verhältnisse durch die sozialistische Revolution alleine getan ist. Im Gegenteil; nötig ist die Revolution in den kulturellen und privatesten Bereichen des menschlichen Zusammenlebens. Die Befreiung der Frau und der gesamten vom Kapital Unterdrückten erfordert die sozialistische Revolution. Also organisieren wir uns in revolutionären Organisationen, um die proletarische Revolution und die Befreiung der Frau aus jahrhundertelanger Knechtschaft voranzutreiben.

Gegen Patriarchat und Kapitalismus! Für Revolution und Sozialismus kämpfen!

Patriarchat bedeutet Gewalt gegen Frauen. Kapitalismus bedeutet Gewalt gegen Frauen. Das Patriarchat, d.h. Vorherrschaft des Mannes in der Ge­sellschaft, ist viel älter als der Kapitalismus. Frauenunterdrückung be­ginnt mit der Spaltung der Gesellschaft in Klassen – in Mitteleuropa vor mehr als 2000 Jahren. Die Sklavenhalter der Römerzeit waren Männer, eben­so die Feu­dalherren und Adeligen. Auch das heutige Kapital ist männ­lich: Selbst aus amtlichen Statistiken ist das klar.

Die bürgerliche Frauenbewegung beschränkt sich im Wesentlichen auf die formale Gleichberechtigung, greift aber das kapitalistische Unterdrücker- und Ausbeutersystem nicht an. Sie kritisieren, dass zu wenige Frauen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik an führende Stellen gelangen, dass Frauen stärker von körperlichen Angriffen bedroht sind als Männer. Und sie kritisieren, dass zu wenig Frauen Kapitalist/innen sind. Sie wollen das Patriarchat abschaffen und zugleich das Ausbeutersystem erhalten.

Wir sehen den engen Zusammenhang zwischen Frauenunterdrückung und Ausbeutung, der sich seit Jahrhunderten entwickelt hat. Seit langem ist es die Kirche, die ideologisch die Frauenunterdrückung rechtfertigt und damit den Adeligen und Kapitalisten diente und dient. Auch die Ideologie, dass Frauen für den Haushalt zuständig seien, knebelt die Frauen. Frau­enf­eindliche Ideologien und strukturelle Gewalt des Herrschaftssystems sind zwei der gefährlichsten Hindernisse.

Gewalt gegen Frauen ist nicht nur, dass ein Mann eine Frau demütigt, schlägt oder ermordet. Gewalt gegen Frauen ist nicht nur, dass junge Frau­en zwangsverheiratet werden. Gewalt gegen Frauen ist nicht nur, dass weibliche Körper zum Fetisch männlicher Sexualität gemacht wer­den. Gewalt gegen Frauen ist nicht nur, dass vollbeschäftigte Arbeite­rin­nen und Angestellte um ein Drittel weniger Lohn als ihre männlichen Kolle­gen be­kom­men.

Gewalt gegen Frauen ist auch, dass das kapitalistische System und der bür­gerliche Staat alles unternehmen, dass die Frauenunterdrückung in viel­fältiger Form grundsätzlich bestehen bleibt. Wie alle vorangegangenen Herrschaftssysteme beruht der Kapitalismus auch auf Frauenunterdrü­ckung. Auch im demokratischsten bürgerlichen System wird es Frauen­un­ter­drückung geben. Solange die Klassengesellschaft weiter besteht, wird die Spaltung zwi­schen Ar­beiterinnen und Arbeitern vom Kapital bewusst eingesetzt, um die Arbei­ter/innenklasse insgesamt niederzuhalten.

Nur durch den Sturz der Kapi­tal­herrs­chaft in einer proletarischen, sozia­lis­ti­schen Revolu­tion werden die Mög­lich­keiten für eine wirkliche Frauen­be­fre­iung ge­schaffen. Historische Beispiele so­zialistischer Länder zei­gen, dass der Sozialismus ungeahnte Möglich­keit­en eröffnet, um zugleich mit der ka­pi­ta­lis­tischen Ausbeutung auch die patri­ar­chale Unterdrückung zu be­sei­tigen. Aber die Mög­lichkeiten unter der Diktatur des Proletariats müs­sen von revolutionären Frauen und Männern genützt wer­den, um in Kul­tur­revo­lu­tio­nen die alten Traditionen samt dem Patriar­chat zu über­win­den!

Keine Revolution ohne Frauenbefreiung – keine Frauenbefreiung ohne Revolution!

Jegliche Form von Gewalt an Frauen bekämpfen –täglich und mit revolutionärer Perspektive!

========

Arbeiter/innen aller Länder, vereinigt euch!

Arbeiter/innen aller Länder und unterdrückte Völker, vereinigt euch!

25. November 2009 (138 npc)