Antimaoismus bedeutet Antikommunismus! (Erklärung 2010)

In unserer Geschichte, der Geschichte der revolutionär-kommunistischen Bewegung, gibt es drei rote Sterne, die geeignet sind global den zukünftigen Weg unserer Bewegung zu erhellen:

Die Pariser Commune 1871: Weltweit erste Diktatur des Proletariats

Die Oktoberrevolution 1917: Errichtung der Sowjetmacht und anschließender Aufbau des Sozialismus

Die Grosse Proletarische Kulturrevolution 1966: Bewusste Fortführung des Klassenkampfs im Sozialismus bei Korrektur von Fehlentwicklungen der bisherigen kommunistischen Weltbewegung

Durch jede dieser Revolutionen wurde die weltweite Bewegung auf ein höheres Niveau gehoben. Jede dieser Pionierleistungen erschließt neue, elementare und unentbehrliche Erkenntnisse für den Fortgang der Bewegung. Jede/r Revolutionär/in kann sich zu keinem dieser Meilensteine abweisend oder neutral verhalten, im Gegenteil ohne unumwunden positiver Grundhaltung zur Gesamtbilanz aller drei epochalen Umwälzungen bleibt das Bekenntnis zum revolutionären Kommunismus notwendigerweise unvollständig.

Der von Marx und Engels begründete Wissenschaftliche Kommunismus („Marxismus“) ist zuerst durch Lenin und Stalin („Marxismus-Leninismus“) und dann durch Mao („Marxismus-Leninismus-Mao Zedong-Ideen bzw. „Marxismus-Leninismus-Maoismus“) entscheidend erweitert und vertieft worden.

Im Gegensatz dazu gibt es heute revisionistische Strömungen, die sich bewusst auch im imperialistischen Stadium des Kapitalismus hauptsächlich auf die Schriften von Marx (und Engels) stützen und die wissenschaftlichen Schriften Lenins (und Stalins) ignorieren. Weiters gibt es revisionistische Strömungen, die entschieden jede wesentliche Weiterentwicklung der kommunistischen Theorie nach 1952, insbesondere die große Bedeutung der positiven Lehren aus der Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und die theoretischen Schriften Maos und der Kulturrevolutionsgruppe leugnen. Alle diese Strömungen bilden unserer Meinung nach heute keinen Teil der revolutionären kommunistischen Bewegung; sie können zwar teilweise in der Praxis richtige Positionen vertreten, können aber insgesamt keine sozial vorwärtstreibende Rolle spielen.

Historisch gesehen sind die drei (bzw. vier Bezeichnung) jeweils in scharfen Linienkämpfen innerhalb der kommunistischen Bewegung entstanden, wobei jedesmal der Name des führenden Theoretikers eingebaut wurde. Obwohl wir uns heute nach wie vor in der Epoche des monopolkapitalistischen Imperialismus befinden und in keiner neuen Epoche, halten wir die Nennung des Namens Mao für unverzichtbar, weil unter seiner Führung die KP Chinas die einzig bedeutenden Analysen zur Restauration des Kapitalismus in der Sowjetunion und mögliche Schritte zu einer Verhinderung in anderen sozialistischen Ländern erarbeitet hat. (Wir wollen uns nicht an der vom Inhalt ablenkenden Diskussion beteiligen, ob die Bezeichnung „marxistisch-leninistisch-maoistisch“, oder „marxistisch-leninistisch-Mao-Zedong-Ideen“, oder „kommunistisch-maoistisch“ die beste ist – allerdings halten wir die Bezeichnung „maoistisch“ allein – ohne und statt „kommunistisch“ – für unzureichend.)

Allerdings können diese Bezeichnungen nach wichtigen Theoretikern dazu verleiten, den Wissenschaftlichen Kommunismus auf ein Theoriegebäude genialer Denker zu reduzieren und nicht als Synthese der klassenkämpferischen Erfahrungen von Millionen revolutionärer Arbeiter/innen und Volksmassen zu verstehen. Daher halten wir die Bezeichnung „Revolutionärer Kommunismus“ für unsere Theorie am besten geeignet.

Das alles schließt aber auch ein, dass wir Marx, Engels, Lenin, Stalin und Mao selbstverständlich als hervorragende Vorkämpfer des Revolutionären Kommunismus im 19. und 20. Jahrhundert betrachten. Wir bilanzieren die Verdienste jeder einzelnen dieser historischen Persönlichkeiten für die Theorie und Praxis des Revolutionären Kommunismus als bei weitem ihre Fehler überragend.

Gleichzeitig stellen wir fest, dass wir uns bei unserer Rezeption des theoretischen Erbes von niemandem auf die genannten fünf beschränken lassen.

Besonders Hoxhaisten und heutige Breschnewisten versteifen sich auf die Erhebung Stalins in den Rang eines Super- und Hauptklassikers. Dabei verteidigen und kanonisieren sie v.a. die Fehler der Internationalen Kommunistischen Bewegung unter Stalin und stiften dadurch mitunter erhebliche ideologische Verwirrung, die direkt Wasser auf die Mühlen des Antikommunismus leitet.

Wichtig ist, dass wir das Verhältnis 70:30 (70% Verdienste gegenüber 30% Fehler, wie es von Mao formuliert wurde) mit Inhalt ausfüllen. Das heißt, wenn wir Stalin verteidigen, dann müssen wir das möglichst konkret und nicht abstrakt tun. Z.B. sollen wir den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion zur Zeit Stalins verteidigen, aber nicht die Fehler auf verschiedenen Gebieten (dazu zählen wir: Theorie der Produktivkräfte, Unumkehrbarkeit des Sozialismus, administrativ-bürokratisches Vorgehen, keine Unterscheidung von Widersprüchen im Volk und denen zum Klassenfeind, die Verfolgung und Tötung von Kommunist/innen durch Organe der Diktatur des Proletariats, …) in eben dieser Epoche.

Das Hauptangriffsziel der Revisionisten innerhalb der kommunistischen Bewegung sind weiterhin die mit der GPKR und Mao verbundenen Positionen. Diese Angriffe abzuwehren und zurückzuschlagen ist eine unverzichtbare Voraussetzung, um die Front des lebensnotwendigen Kampfs gegen den Antikommunismus zu stärken.

IA*RKP (Österreich) November 2010

(Zur Selbstkritik an unserer Erklärung von 2008 siehe Artikel (Blogeintrag) vom 20.11.2010)


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