Revolutionärer Kommunismus

Revolutionärer Kommunismus ist die Synthese der Lehren der Arbeiter/innenbewegung und antiimperialistischen Volksbewegungen weltweit.

Seit der letzten Jahrtausendwende bildet das Proletariat weltweit die Mehrheit der Bevölkerung, d.h. über 3,5 Mrd. Menschen verfügen über keine Produktionsmittel und sind (im kapitalistischen Gesellschaftssystem) darauf angewiesen, einen Ausbeuter zu finden, um ihren Lebensunterhalt (und den ihrer Angehörigen) zu bestreiten. Gleichzeitig verschärfen sich die grundlegenden Widersprüche zwischen Proletariat und Bourgeoisie, zwischen unterdrückten Völkern und Imperialisten und unter den Imperialisten selbst weiter. Das sind günstige Grundlagen für den Prozess der proletarischen Weltrevolution.

Gleichzeitig haben die imperialistische Monopolbourgeoisie und ihre Lakaien in Politik, Wissenschaft und Medien ungeheuer dazugelernt – nicht zuletzt aus der genauen Analyse der revolutionären Bewegungen des 20. Jahrhunderts von der russischen Revolution 1905 bis zu den Volksaufständen in Lateinamerika und dem Volkskrieg in Peru, Philippinen, Nepal, Indien, Türkei/Nordkurdistan und anderswo.

In den letzten zwei Jahrhunderten brachte die Revolutionäre Kommunistische Bewegung mehrere herausragende Persönlichkeiten von internationaler Bedeutung hervor, die im Rahmen kollektiver theoretischer und praktischer Aktivitäten (vor allem in der 1., 2. und 3. Internationale) die Klassenkämpfe ihrer Zeit mit ideologischer  Festigkeit und theoretischer Flexibilität analysierten und daraus wegweisende wissenschaftliche Lehren für die Zukunft der internationalen revolutionär-kommunistischen Arbeiter/innenbewegung ausarbeiteten.

Die drei wesentlichsten Ereignisse von internationaler Bedeutung in der 200-jährigen Geschichte der revolutionär-kommunistischen Arbeiter/innenbewegung führten in drei unterschiedlichen Situationen jeweils zur politischen Machtergreifung des Proletariats und zur radikalen Umgestaltung der Produktionsverhältnisse zugunsten der Volksmassen:

Die Pariser Commune war die erste sozialistische Gesellschaft unter der Diktatur des Proletariats;  die Oktoberrevolution machte Russland zum ersten sozialistischen Land und führte später zum sozialistischen Block mit über einem Drittel der Menschheit; die Große Proletarische Kulturrevolution verhinderte in der VR China über ein Jahrzehnt lang die Restauration des Kapitalismus durch eine neue Bourgeoisie und zeigte nach der Restauration des Kapitalismus in der UdSSR und der drohenden Vernichtung des gesamten sozialistischen Lagers von innen einen neuen Weg auf: Damit die Herausbildung einer neuen Ausbeuterklasse verhindert und der Übergang zur klassenlosen Gesellschaft vorangetrieben werden kann, ist die Mobilisierung der Volksmassen und die Verstärkung des Klassenkampfs im Sozialismus sowie eine immer breitere Einbeziehung der Arbeiter/innen in die Planung der Produktion und in die Verwaltung unbedingt notwendig.

Die grundlegendsten theoretischen und praktischen Beiträge zur Weiterentwicklung des Wissenschaftlichen Kommunismus stammen von Marx und Engels (Begründer des wissenschaftlichen Kommunismus), Lenin (Kampfpartei neuen Typs, Neuorientierung im imperialistischen Stadium, Führer der Bolschewiki in der Oktoberrevolution), Stalin (Aufbau des Sozialismus in einem ökonomisch schwach entwickelten Land), Mao (Volkskrieg, neudemokratische Revolution, Aufbau des Sozialismus in einem halbfeudalen, halbkolonialen Land; Kulturrevolution zur Entmachtung der neuen Bourgeoisie und zur Verhinderung der Restauration des Kapitalismus).

Seit dem Ende der 1970er Jahre gibt es nirgends auf der Welt mehr eine sozialistische Gesellschaftsordnung, an der wir uns im Kampf für die proletarische Revolution in Österreich orientieren können. Zwei Generationen von Revolutionär/innen haben als angeblichen „Sozialismus/Kommunismus“ nur noch bürokratisch-kapitalistische Regimes kennen gelernt und die demagogische bürgerliche Hetze, die oft reale Missstände und Gräuel in diesen Ländern aufgreift. Deshalb ist es für die revolutionär-kommunistische Bewegung und ihre Parteien und Organisationen von größter Bedeutung,

1. die fundamentalen Lehren des wissenschaftlichen Kommunismus, vor allem die klassischen Schriften zu studieren und bekannt zu machen;

2. die positiven Erfahrungen aus dem Aufbau des Sozialismus in verschiedenen Ländern zu betonen – aber auch die negativen Erfahrungen, die zu Niederlagen führten, zu diskutieren;

3. die Erfolge und Schwierigkeiten der revolutionär-kommunistischen Parteien insbesondere in den letzten 40 Jahren auszuwerten und Lehren für die heutigen Kampfaufgaben zu ziehen;

4. die Revolutionstheorie, insbesondere für die am weitesten entwickelten kapitalistischen Länder, auf die Höhe der Zeit zu bringen;

5. noch genauer die inneren Widersprüche zu analysieren, die Mitte der 1950er Jahre zur Restauration des Kapitalismus in den meisten Ländern des sozialistischen Blocks geführt haben;

6. eine detaillierte Analyse der Weltlage auf dem neuesten Stand, der Entwicklungstendenzen und der Bedingungen für die Weltrevolution zu erarbeiten (sowie für das jeweils eigene Land);

7. Beiträge für die Herausbildung eines Netzwerks und Keimformen einer neuen Internationale der revolutionär-kommunistischen Parteien zu leisten.

Die Hauptschwäche der internationalen revolutionär-kommunistischen Bewegung besteht darin, dass es

1. in den imperialistischen Ländern seit Jahrzehnten nur schwach entwickelte Klassenkämpfe und nahezu keine revolutionäre Bewegung gibt, deren Kampferfahrungen verallgemeinern werden könnten;

2. die revolutionär-kommunistischen Parteien in den Neokolonien es nicht schaffen, die Theorie wirklich weiter zu entwickeln und auf Grundlage der Diskussion der Erfahrungen der letzten 40 Jahre eine politische Leitlinie zumindest für die aktuellen Sturmzentren der Weltrevolution zu erarbeiten (sondern oft die Besonderheiten ihrer Bewegungen in den Vordergrund der Diskussion stellen – Gonzalo-Ideen, Prachanda-Pfad etc.);

3. der Moderne Revisionismus und Neorevisionismus (d.h. rechtsopportunistische und zentristische Strömungen) nach wie vor eine verderbliche und teilweise extrem spalterische Rolle in der Internationalen Kommunistischen Bewegung (IKB) spielen.

In dieser schwierigen Situation begrüßen wir alle Initiativen revolutionär-kommunistischer Parteien, die durch die Organisierung von bilateralen Treffen, internationalen Konferenzen, Netzwerken und Keimformen einer neuen Internationale in einem oder mehreren der oben genannten 10 Punkte die IKB weiter zu bringen versuchen.

Wir bekräftigen unsere Absicht, in unseren Kräften entsprechender Form an solchen Initiativen teilzunehmen und zur Stärkung der IRKB beizutragen.

Es lebe der Revolutionäre Kommunismus!

Vorwärts im Aufbau Revolutionär Kommunistischer Parteien!

Tod dem Imperialismus!

Vorwärts zur proletarischen Weltrevolution durch die Vorbereitung der proletarischen Revolution in jedem Land!

(14.12.2010)

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